Natürlich darf bei einer Kroatien-Fahrt auch der übliche Protest gegen das Töten von Straßentieren nicht fehlen. Obwohl sich Kroatien in Punkto Tierschutz auf einem guten Weg befindet – das neue Tierschutzgesetz vom Oktober 2017 verbietet beispielsweise das Töten von Straßentieren, setzt vielmehr auf Kastration – hört man dennoch immer wieder von schlimmen Dingen, welche in diesem Zusammenhang passieren.
Sozusagen zur Erinnerung und selbstredend auch für alle TouristInnen aus Ländern, wo das Töten noch immer Gang und Gäbe ist, konnten deshalb erstaunte PassantInnen an einer stark befahrenen Kreuzung im Umfeld von Zadar Gevatter Tod sehen, ein Transparent mit der Aufschrift ‚Stopp Killing Stray Dogs‘ wehte dabei im lauen Wind… |
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Auch vor einem Restaurant, wo bei so vielen traditionell riesige Öfen im Gastgarten stehen, wo ganze Tiere gebraten werden, erschien ein Aktivist in blutiger Schafmaske; seine Botschaft: ‚Eating Meat Kills!‘
Schon 2017 hatten wir darüber geschrieben:
Überall in Kroatien, wo immer man auch durch das Land fährt, stößt man auf die großen Öfen, wo ganze Schweine, Hühner und Schafe gegrillt werden. Selbst viele TouristInnen finden den eigentlich furchtbaren Anblick irgendwie toll und zur Atmosphäre passend, die Einheimischen sowieso; aber sensiblere Menschen werden sich – auch im Bewusstsein der Tatsache, dass es für unsere Gelüste ermordeten Tiere wohl keine Unterschied macht in welcher Form man ihre Leichen(teile) präsentiert (selbstredend ist Fleischverkauf und -verzehr immer gleich fordernd, nämlich das Leben eines Tieres) – noch angewiderter von den Grillern wegdrehen als von ’normalen‘ Fleischtheken. Es macht nämlich doch einen Unterschied, eine ganz gewaltigen, tief psychologische sogar, wie man den Leichnam von Mitgeschöpfen präsentiert: in ganzer Form zeigt man den Kindern nämlich auf direkteste Art und Weise wie selbstverständlich das Ermorden von Tieren für unsere ‚Gaumenfreuden‘ ist, bereitet sie in sehr abstoßender, aber anschaulicher Weise darauf vor, dass ‚Mensch‘ der Gebieter ist, allen andere Lebensformen weitest überlegen. Wie mit dem erhobenen Zeigefinger wird angedeutet, es ist uns gestattet mit den Mitgeschöpfen umzugehen, wie immer wir mögen… hier wird selbst der Horror zur Idylle erkoren, der Gestank gebratenen Fleisches im Angesicht im Feuer brutzelnder, aufgespießter Körper zum Appetitanreger verpflichtet. Denken Sie bitte darüber nach, diese Öfen, sie sind dazu prädestiniert, Kinder in dem Gefühl aufwachsen zu lassen, dass Tiere nur dazu da sind, um von uns aufgegessen zu werden; sie sind Mitleids-Vernichtungsmaschinen, Geräte, welche die psychische Tabu-Schranke mit Leichtigkeit knacken. Jedes gesunde Kind würde vor dem Anblick malträtierter, gepfählter, im eigenen Fett triefender Tiere zurückschrecken, würde ebendieser nicht solcherart zur Normalität erhoben – und nicht alleine zur Normalität, nein, viel schlimmer, die Öfen dienen sogar dazu, ein ländlich- romantisches Umfeld vorzutäuschen, eine Verbundenheit mit der Erde – obwohl sie gerade diese Verbundenheit, das seidene Band, mit dem Luftzug über glühender Kohlen entzünden, und letztendlich beitragen, die Monster aus uns machen, die mir mit den Augen der Tiere gesehen ganz sicher auch sind.
Wohl nicht nur tierrechtsaffine Menschen würden sogar so weit gehen, zu behaupten, derartiger Anschauungsunterricht fördert ein später tierquälerisches, zumindest ein herzloseres, Verhalten gegenüber den Mitgeschöpfen, wenn auch auf ganz absurde Art und Weise. Jedenfalls wird das Leben der Tiere auf diese Art und Weise dem alleinigen Daseinsgrund unterstellt, uns als Nahrung zu dienen. Solche Gedanken und Bilder setzen sich in den Köpfen von Kindern fest, und ja, natürlich, es wird einige davon geben, welche sich angeekelt abwenden und vielleicht gerade wegen des Anblicks später auf Fleisch als Nahrungsmittel verzichten; aber noch viel mehr werden nicht zuletzt auf Grund des Vorgezeigten vorbereitet auf eine fleischessende Zukunft ohne schlechtes Gewissen und ohne jegliche Reue…wer mag dies bezweifeln? |
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