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STOPP FÜR DAS START ABKOMMEN — think again

published 07.02.2026
Bild: The Eurasian Times

Russland und die USA hatten sich nach Ende des kalten Kriegs darauf geeinigt, ihren Vorrat an strategischen nuklearen Waffen zu reduzieren. Diese Vereinbarung, genannt START, endet mit dem 5. Februar 2026.  Welche Folgen wird das haben?


Eine Unterscheidung

START ist ein bilateraler Vertrag zwischen zwei Ländern, den USA und Russland. Dieses Abkommen wird manchmal mit dem NPT verwechselt, dem „Non Proliveration Treaty“ oder Atomwaffensperrvertrag. Letzteren schließen Nationen mit der Internationalen Atombehörde IAEA ab, und verpflichten sich damit, auf den Bau jeglicher Atomwaffen zu verzichten. 191 Staaten haben das NPT unterzeichnet, unter ihnen auch der Iran.

Das hat das Land allerdings nicht davon abgehalten, große Mengen von hoch-angereichertem Uran zum Bau von Bomben herzustellen. Der IAEA war das bekannt, sie hat jedoch keine Exekutivgewalt, um dagegen vorzugehen. Das übernahmen dann die USA mit der „Operation Midnight Hammer“ im Juni 2025. Sie bombardierten die nuklearen Anlagen in Fordow, Natanz and Isfahan.

Dr. Seltsam und die Liebe zur Bombe

„START“ ist eine ganz andere Sache. Das „Strategic Arms Reduction Treaty“ ist eine bilaterale Vereinbarung zwischen den USA und Russland zum Abbau, bzw. der Limitierung der Vorräte an strategischen Waffen. Diese Vereinbarung endet am 5.2.2026. Aber was sind „Strategische Waffen“?

Es sind Bomben, die ein Land davor schützen sollen, attackiert zu werden. Allein ihr Besitz signalisiert einem potenziellen Angreifer: „Wenn du versuchst uns anzugreifen, dann vernichten wir dich in fünf Minuten.“ Für USA und Russland bedeutet das, sie würden sich gegenseitig vernichten, falls einer zu schießen anfängt. Diese Situation wird als „Mutually Assured Destruction“, abgekürzt MAD bezeichnet – was gewisse Wortspiele nahe legt. Die Aussicht auf gegenseitig garantierte Zerstörung hält kluge politische Entscheider natürlich davon ab, die erste Bombe zu werfen. Aber was, wenn durch technischen Defekt eine Rakete startet oder ein wahnsinniger Militär durchdreht, und die erste Bombe abwirft?

Genau das hat der Regisseur Stanley Kubrick in „Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ vorhergesehen. Ein durchgeknallter General der Airforce schickt sein Geschwader von Atombombern zum Angriff auf Russland. Ein Bomber trifft dann ausgerechnet die „Weltvernichtungsmaschine“. Der Film ist von 1964, ein Hauptdarsteller ist die Boeing B52, die noch heute, 62 Jahre danach, zum strategischen Arsenal der US-Luftwaffe gehört.

Strategisch und taktisch

Die gute Nachricht ist also, dass „strategische“ Atomwaffen wohl nie zum Einsatz kommen werden, ihr Besitz allein dient der Abschreckung. Es gibt aber auch „taktische“ Atombomben für das Schlachtfeld. Die zerstören dann „nur“ Infrastruktur wie Flugplätze, Häfen oder Fabriken – oder eben Städte wie Hiroschima und Nagasaki.

Taktische Bomben basieren meist auf Spaltung der Atomkerne von Uran oder Plutonium, so wie die Kernreaktoren, die einst in Deutschland und heute noch im Rest der Welt Strom erzeugen. Die zerstörerische Energie der strategischen Bomben kommt aus der Fusion von Atomkernen des Wasserstoffs, daher auch der Name Wasserstoffbombe. Diese Energiequelle friedlich zur Stromerzeugung zu nutzen, daran beißen sich Physiker und Ingenieure seit Jahrzehnten die Zähne aus. Bisher ohne Erfolg.

Die zerstörerische Kraft der Bomben wird durch die Menge des konventionellen Sprengstoffs TNT angegeben, die den gleichen Effekt hätte. Bei taktischen Atombomben sind das in der Größenordnung von zehntausend Tonnen, bei strategischen Millionen, da reden wir von Megatonnen. Die Bombe selbst wiegt aber nur eine Tonne.

All das ist kompletter Wahnsinn, aber hin und Wieder gibt es auch einen Funken der Vernunft.

Ivan und Joe 1.0, Januar 1991 (Satire)

In Anlehnung an Kubricks Film, hier ein fiktives Gespräch zwischen dem amerikanischen und russischen Präsidenten.

„Hör mal Ivan, wir können doch auf Augenhöhe mit einender reden. Ist das nicht alles ein Wahnsinn? Wir haben beide die Regale voll mit diesen Wasserstoffbomben. Genug, um uns gegenseitig und den Rest der Welt für immer platt zu machen.  Warum hören wir nicht damit auf, immer neue und mehr von den Dingern zu produzieren. Bringt doch nichts, außer dass wir Dollars und Rubel zum Fenster rausschmeißen. Und dass irgendwann doch mal was schief geht. Wie in diesem Film.“

„Ich geb dir Recht Joe, aber nicht nur die Bomben, auch diese ganzen Raketen und Flieger und Uboote und all dieser Kram kosten ein Vermögen. Ich schlag vor, wir machen eine Liste, wie viel wir von alldem höchstens auf Lager halten wollen. Ja, und irgendwie sollten wir uns dabei gegenseitig über die Schulter schauen können. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“

„Du bist ein heller Kopf, Ivan. Wir sollten unsere strategischen Waffen reduzieren, wir sollten ein Strategic Arms Reduction Treaty machen – ein START. Aber auf jeden Fall müssen wir genug von dem Zeug behalten, um uns gegenseitig vernichten zu können.“

„Das ist Ehrensache Joe“.

Zahlen und Systeme

Das erste START wurde 1991 vereinbart und legte folgen Obergrenzen für strategische Bomben fest:

Auf Interkontinentalraketen (ICBM) montiert:        1600

Von U-Booten abzufeuern:                                               1100

Auf Langstreckenbombern montiert:                          1000

Im Jahr 2010 wurde ein „New START“ unterschrieben, mit aktualisierten Zahlen. Ab jetzt war die Zahl der Sprengköpfe je Waffengattung auf 700 limitiert. Die Sprengkraft jeder Bombe liegt vermutlich im Bereich 100-500 Kilotonnen TNT, wird aber im Rahmen von START nicht kontrolliert – und könnte auch nicht kontrolliert werden, ohne jede Bombe zu zerlegen. Ihre Anzahl wird aber vor Ort von Inspektoren des jeweils anderen Landes geprüft, ebenso wie die der Flugzeuge, der ballistischen Raketen und der Uboote.

New START war bis 5. Februar dieses Jahres in Kraft, wurde aber nicht verlängert.

Ivan und Joe 2.0, Januar 2023 (Satire)

„Du Joe, du hast sicherlich davon gehört, dass der Feind im Dezember 2022 ein paar von unseren Bombern angegriffenen hat. Die hatten wir da oben in Sibirien im Freien geparkt, damit eure Satelliten sie sehen konnten – wegen START und so. Das waren Tupolev 95, euer Codename dafür ist „Bear“, alte Dinger, das hat uns nicht weiter weh getan. Aber auch Tu 160 „Blackjack“ haben die mit ihren Drohnen kaputt gemacht.  Das war nicht gut. Wir fragen uns, woher die Ukrainer die Koordinaten hatten. Hast Du eine Idee?“

„Das tut mir aber Leid lieber Ivan. Nein ich habe nichts davon gehört. Aber ich weiß, dass unsere Jungs im Pentagon einen Riesenrespekt vor diesem Blackjack haben. Das Ding fliegt 14.000 km weit und das mit Mach 2. So etwas haben wir nicht. Die Koordinaten? Bestimmt nicht von uns. Wir sind doch Freunde Ivan.“

„In der Politik gibt es keine Freunde, nur Interessen. Und wir haben jetzt kein Interesse mehr an diesem START und seinen Inspektionen. Da sswidanja towarischtsch.“

Im Februar 2023 hat Russland weitere Inspektionen untersagt. Damit ist START de facto schon vor drei Jahren gescheitert, nicht erst mit dem Auslaufen des Vertrags am 5. Februar 2o26. Aus Russia Today vom 5.2.2026: “Moscow suspended the verification mechanisms of the treaty in 2023, citing Ukrainian strikes on elements of Russia’s nuclear deterrence and accusing the West of actively being involved. Yet, there have been no reports on any side violating the limitations set in the treaty.”

Der Bestseller „Grün und Dumm“ des Autors, und andere seiner Bücher, sind bei Amazon erhältlich.

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WIE SEXY IST LNG ? — think again

published 31.01.2026
Bild: ChatGTP

Da gibt es jemanden, der heiratet, nur um jedes Mal festzustellen, dass es die Falsche ist. Die Scheidungen kosten zwar viel Geld – aber es ist nicht das eigene. Die bisherigen Bräute hießen Braunkohle, Atom, Steinkohle, Sonne und Wind. Und wenn er von denen zu Hause nicht genug bekommen konnte, ging er für viel Geld fremd: nach Frankreich oder Polen. Jetzt aber ist er überzeugt, die Richtige gefunden zu haben, die all seine Bedürfnisse erfüllt. Sie heißt LNG. Und die muss herhalten, bis demnächst auf deutschem Boden das erste Fusionskraftwerk der Welt all seine Wünsche erfüllt.


Keine Angst vor Terawattstunden

Sie sind mit dem Auto unterwegs, und der Tacho steht auf 80. Das ist Ihre Geschwindigkeit, und die wird in Kilometern pro Stunde angezeigt. Wenn Sie 5 Stunden lang dieses Tempo so ungefähr beibehalten, mal etwas langsamer, mal etwas schneller, dann sind Sie 5 x 80 = 400 Kilometer weit gekommen.

Wenn Sie dann abends gemütlich zu Hause sitzen, und Sie hätten jetzt so einen Tacho für die Geschwindigkeit, mit der die Elektrizität in Ihr Haus fließt, dann würde der jetzt 1,2 anzeigen: So viel ziehen Fernseher, Kühlschrank und Beleuchtung insgesamt aus den Steckdosen. Die 1,2 sind jetzt natürlich keine Kilometer pro Stunde, sondern es sind „Kilowatt“. Das ist die Einheit für die Geschwindigkeit, mit der die Elektrizität in ihr Haus fließt. Nach 5 Stunden vor dem Fernseher wären dann 5 x 1,2 = 6 in Ihr Haus geflossen. Aber 6 was? Es sind 6 Kilowattstunden, für die Sie pro Stück 40 Cent bezahlen müssen. Diese Ware, die Ihnen der Stromanbieter ins Haus liefert, wird also in Kilowattstunden abgewogen, kurz kWh. Im Monat kommen Sie da vielleicht auf 250 kWh, und im Jahr auf 12 x 250 = 3000 kWh. Dazu sagt man dann auch 3 Megawattstunden = 3 MWh.

Die Elektrizitätswerke wollen aber außer Ihrer Familie noch andere versorgen, sagen wir eine sehr große Stadt mit einer Million Haushalte. Da müssten dann am Feierabend von irgendwo her eine Million x 1,2 Kilowatt fließen, damit alle fernsehen können und die Gefriertruhen kalt bleiben. Eine Million Kilowatt wird auch als Gigawatt (GW) bezeichnet. Besagte 1,2 GW müssten dann von irgendwo her kommen.

Racheakt nach Scheidung

Ein Kernkraftwerk, etwa das in Grafenrheinfeld, hat genau diese Leistung geliefert. Allerdings wurde es 2024 vorsätzlich zerstört. Das war ein sinnloser Racheakt, so wie er bei Ehescheidungen zu beobachten ist, wenn einer der Partner psychopathische Tendenzen hat. Und so wie dem AKW Grafenrheinfeld erging es auch den übrigen 16 Kernkraftwerken, die mit insgesamt 20 Gigawatt Leistung knapp ein Drittel des deutschen Strombedarfs befriedigten. Deutschland hat sich von der Kernkraft scheiden lassen. Der Schaden, den das Land dadurch erlitten hat, wird auf €100 Mrd. geschätzt. Das ist von einer Größenordnung, wie sie sonst nur in Kriegen zu beklagen ist; wie etwa in der Ukraine:

Die physische Zerstörung von Infrastruktur und Gebäuden allein wurde laut der Kyiv School of Economics bereits auf rund 170 Milliarden Dollar geschätzt (Stand Ende 2024 /https://www.bofit.fi/en/).

Dieser Schaden wurde aber Deutschland in Friedenszeiten zugefügt. Was diesen Racheakt gegen die Kernenergie noch absurder macht, ist die Tatsache, dass die dafür verantwortlichen Entscheidungsträger dem „Klimaschutz“, also der Reduktion von CO2 Emissionen, huldigen wie einem heiligen Gral. Die einzige nachhaltige, CO2-freie Stromquelle ist aber jene Kernenergie, die im vergangenen Jahrzehnt vernichtet wurde.

Der Eimer und die Tasse

Von Menschen gemachtes CO2, etwa durch Verbrennen von Kohle, Gas oder Öl, entweicht in die Atmosphäre, verteilt sich im Laufe der Zeit über den Globus, egal wo es herkommt, und vermischt sich mit dem bereits vorhandenen. Nun gibt es die Behauptung, dass die Zunahme von CO2 in der Atmosphäre zu deren Erwärmung führt. Wir wollen diese These hier nicht diskutieren, es gibt auf jeden Fall internationale Vereinbarungen, in denen sich Staaten verpflichten, ihre CO2-Emission zu begrenzen.

Deutschlands Beitrag zum globalen CO2 beträgt rund 2%; das wäre der Inhalt einer Kaffeetasse im Vergleich zu einem stattlichen Wassereimer. Wenn diese 2% auf null gebracht würden, dann hätte es keinerlei Effekt auf das Klima. Nichtsdestotrotz ist die Senkung der CO2-Emission das zentrale Thema der deutschen Politik. Das ist umso absurder, als die CO2-Giganten China, Indien und USA keinerlei Anstalten machen, sich einzuschränken.

Was hat Strom mit CO2 zu tun?

Die Stromerzeugung in den uns verbleibenden, vom Wetter unabhängigen Kraftwerken, erfolgt also über folgenden Prozess: Verbrennung > Hitze > Dampf > Turbine > Generator > Stromnetz. Bei der Verbrennung, also der chemischen Reaktion von Sauerstoff aus der Luft mit dem Brennstoff, entsteht CO2. Nun wäre es interessant zu erfahren, wieviel CO2 so ein Kraftwerk ausstößt, wenn es eine Kilowattstunde erzeugt.

Das ist unterschiedlich, je nach Brennmaterial.

Die Brutto-CO₂-Emissionen der verschiedenen Brennstoffe sind:

Braunkohle     1250 Gramm pro kWh

Steinkohle       950 Gramm pro kWh

LNG                    700 Gramm pro kWh

„Brutto“ schließt hier auch die CO2 Emissionen ein, die beim Transport des Brennstoffs zum Kraftwerk anfallen.

In den eingangs beschriebenen 5 Stunden vor dem Fernseher hatten Sie ja 6 Kilowattstunden verbraucht. Wenn die aus einem Steinkohle-Kraftwerk kamen, dann haben Sie sich also mit

6 x 950 Gramm = 5,7 Kilogramm CO2

an der Erderwärmung beteiligt.

Der Feind, auf den man nicht verzichten kann

Man sieht sofort, dass Braun- und Steinkohle auf wenig Wohlwollen bei der klimafreundlichen Bundesregierung stoßen, und so hat man sich schon einmal daran gemacht, Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von acht Gigawatt zu zerstören. Man hat sie nicht einfach abgeschaltet, sondern tatsächlich für immer unbrauchbar gemacht, darunter das neue und moderne Kraftwerk für Steinkohle in Hamburg-Moorburg, welches 1,6 Gigawatt ins Netz speisen konnte. Damit wurden insgesamt nochmals Werte in zweistelligen Milliardenbereich in die Tonne getreten.

Heute sind in Deutschland noch Kraftwerke mit folgenden Gesamtkapazitäten installiert:

Braunkohle     15 GW

Steinkohle       16 GW

Erdgas               36 GW

Gesamt              67 GW

Diese Summe von 67 Gigawatt reicht für den typischen deutschen Gesamtverbrauch aus, sofern die Kraftwerke in der Lage sind, alles zu geben, und auch Wind oder Sonne einen Beitrag leisten. Anderenfalls müssen ein paar Gigawatt zu horrenden Preisen importiert werden, oft aus Frankreich oder Polen. (Die täglichen Daten erfahren Sie übrigens im Morgenwecker von „Tichys Einblick“, gesprochen vom freundlichen Holger Douglas).

Offensichtlich ist man also auf den Feind Kohle immer noch angewiesen.

Öfter mal was Neues

Da gab es nun die geniale Idee, den Strom aus Wasserstoff zu erzeugen, sei es als Brennstoff in einem Gaskraftwerk oder auf anderem Wege durch „Brennstoffzellen“. Bei diesem Prozess wird keinerlei CO2 erzeugt, sondern nur H2O – und das ist ja harmlos. Worauf warten wir noch? Das Problem: Im Gegensatz zu Kohle oder Erdöl gibt es auf Erden keinen Wasserstoff.  Man könnte ihn zwar durch Elektrolyse aus Wasser erzeugen, aber dazu muss man mehr Energie investieren, als man zurückbekommt. Gut, da böte es sich natürlich an, die überschüssige Energie aus den alternativen Quellen an windreichen Sommertagen für die Herstellung von Wasserstoff zu nutzen. Das ist eine gute Idee –man darf nur nicht anfangen zu rechnen. Und das haben wir hier und hier für Sie getan.

Wasserstoff ist also auch nicht die Rettung, weil er eben nicht auf Erden vorkommt. Was aber aus dem Inneren der Erde hervorkommt, ist Methan CH4 – ein Kohlenstoffatom, das mit vier Wasserstoffatomen einen kleinen Tetraeder bildet. Würde man unsere Kraftwerke mit Methan betreiben, dann würden pro Kilowattstunde nur 400 Gramm CO2 emittiert, also weniger als die Hälfte der Emission beim Betrieb mit Steinkohle. Zwar nicht ganz grün, aber doch weniger schwarz.

Dieses Gas sollte uns ursprünglich in großen Mengen durch die „Nordstream“ Leitungen aus Russland zufließen. Doch diese Leitungen wurden auf mysteriöse Weise zerstört, und außerdem wollen wir jetzt mit den bösen Russen sowieso keine Geschäfte mehr machen. Da bietet sich nun das „Liquefied Natural Gas“ kurz LNG aus den USA an. Unterwasser-Leitungen für Gas nach USA, also „Weststream“, zu bauen, wäre zu aufwendig. Stattdessen kühlt man das Zeug auf -162°C ab, dann wird es flüssig und kann per Tanker transportiert werden. Das macht die Sache nicht billiger und braucht viel Energie. Daher werden in der Gesamtbilanz aus den erwähnten 400 Gramm / kWh dann die 700. Das ist kein großer Unterschied mehr zu Kohle, aber immerhin wieder was Neues. Dazu baut Deutschland jetzt eifrig LNG-Importterminals an der Nord- und Ostsee, an die die LNG-Tanker dann andocken, und erweitert die Gasnetze und Speicher, um das kostbare Gas zu bunkern, und um 250 Gramm CO2 pro kWh gegenüber Kohle einzusparen.

Pünktlich und kontrolliert zum Einsturz

Der Homo Sapiens ist angeblich mit Intelligenz ausgestattet, also der Fähigkeit, Projekte im geistigen Probehandeln zu durchlaufen, um so die Konsequenzen seines Vorhabens abschätzen zu können, bevor es Wirklichkeit wird. Dieses geistige Probehandeln sollte ganz offensichtlich vor der Realisierung des jeweiligen Projektes stattfinden. Kürzlich kam unser Kanzler Friedrich Merz nun zu dem Schluss, dass es „ein schwerer strategischer Fehler war, aus der Kernenergie auszusteigen“. Ach so?  Noch ein Vierteljahr zuvor wurde doch unter seiner Kanzlerschaft das AKW Gundremmingen zerstört.

Die offizielle Verlautbarung dazu: „Die beiden rund 160 Meter hohen Kühltürme wurden am 25. Oktober 2025 pünktlich um etwa 12 Uhr mittags mit Sprengladungen kontrolliert zum Einsturz gebracht.“

Und so wird derzeit auch ganz Deutschland pünktlich und kontrolliert zum Einsturz gebracht.

UND

die bürgenden Bürger haben die VERWALTENDEN gewählt … mit IHREM DENK-SCHMALZ

……. luise

NORDLICHTER – HAT DIE SONNE CORONA? — think again

published 24.01.2026

Bild: ChatGTP

In diesen Tagen wird von spektakulären Polarlichtern über Deutschland berichtet. In dem Zusammenhang fällt dann der Begriff „Corona Solaris“.  Hat die Sonne jetzt Corona? Muss die Erde sich nun eine dieser beliebten, in großem Umfang durch das Gesundheitsministerium importierten Masken umbinden?


Eine riesige Wasserstoffbombe

Die Sonne, das ist diese riesige Wasserstoffbombe von 1,4 Millionen Kilometern Durchmesser, um die wir in 150 Millionen Kilometer Abstand kreisen. Eine herkömmliche Bombe zerstört sich bei ihrer Explosion zwar selbst im Bruchteil einer Sekunde, die riesige Sonne aber hält dank ihrer enormen Masse und Schwerkraft zusammen – vorerst jedenfalls. In fünf Milliarden Jahren wird sie sich voraussichtlich ausdehnen und auf Erden ein Global Warming auslösen, welches auch den letzten Klimaleugner eines Besseren belehrt. An der Sonnenoberfläche herrschen derzeit gute fünftausend Grad Celsius. Und noch etwas: Sie ist eingehüllt in einen unendlich feinen Flaum aus Plasma. Dieses Plasma ist nicht anderes als, ein Gemisch aus freien Elektronen und Protonen, den Bausteinen des Wasserstoffs, aus dem die Sonne ja besteht.

Dieses Plasma ist extrem dünn, es hat vielleicht ein Billiardstel der Dichte der Luft, die wir atmen, oder noch weniger. Es ist aber sehr heiß: mehrere Millionen Grad Celsius, und es umhüllt die Sonne bis in eine Höhe von einigen Millionen Kilometern. Dieser bizarre Mantel von Mutter Sonne heißt Corona. Bei totaler Sonnenfinsternis wird er als Krone sichtbar, die das verdunkelte Zentralgestirn mit leuchtenden Zinnen umgibt.

Das Eigenleben von Mutter Sonne

Aber Mutter Sonne ist nicht nur die Energiequelle für uns Planeten, sie hat auch ein Eigenleben: Alle elf Jahre bilden sich dunkle Flecken auf ihrem Gesicht und es gibt größere und kleinere Instabilitäten. Ihr Magnetfeld stellt sich dann auf den Kopf, und feurige Fackeln schießen aus dem sonst makellos runden Körper.

Da werden dann riesige Wolken aus den Teilchen der Corona-Hülle mit hoher Geschwindigkeit- bis zu Millionen km/h – in den Weltraum geschleudert, genannt „Sonnenwind“. Im Januar 2026 geht die Sonne durch solch einen Zyklus mit extremer Dynamik und schleudert Plasma in die Gegend, was das Zeug hält. Die Experten sprechen von „Sonnensturm“.

Die Erde, nur ein Stecknadel großer Knopf im All, wird natürlich auch von diesem Sturm getroffen, und da passiert dann etwas sehr Interessantes. Würden diese Teilchen ungebremst in unsere Atmosphäre rasen und mit den Luftmolekülen kollidieren, dann würde unser ganzer Planet aufleuchten wie eine riesige Leuchtreklame. Aber das ist nicht der Fall. Und das verdanken wir dem Magnetfeld der Erde.

Die magnetische Mandarine

Stellen Sie sich eine geschälte Mandarine vor als Modell unseres Planeten. Das Loch oben ist der Nordpol, das unten der Südpol. Die Linien zwischen diesen Polen sind die Feldlinien, die von dem riesigen Stabmagneten namens Erde erzeugt werden. Diese elektrischen Teilchen des Sonnenwindes werden nun vom Magnetgeld eingefangen, und zwar so, dass sie sich nur noch entlang der Magnetlinien bewegen können. Sie können jetzt also nicht in die Mandarine eindringen, sondern rasen zu der oberen und unteren Öffnung, und da geht es dann rein! Nur in der Nähe von Nord- und Südpol also können die Teilchen in die Atmosphäre eindringen und die Luftteilchen zum Leuchten bringen. Das ist das Polarlicht.

Es entsteht in großer Höhe, wo die Atmosphäre noch dünn ist.  Grünes Licht ist am häufigsten zu beobachten, es entsteht, wenn die Sauerstoffmoleküle in 100–150 km Höhe zum Leuchten gebracht werden. Der kann auch rot leuchten. Blau, Violett und Rosa kommen von Stickstoff, der über drei Viertel der Luft ausmacht.

Es heißt, dass diese sehr aktive Phase der Sonne noch eine Weile andauern wird und dieses atemberaubende Spektakel so ab 60° nördlicher oder südlicher Breite zu beobachten sein wird. Das ist ein Privileg für die Schleswig-Holsteiner, die ja sonst nicht immer vom Schicksal verwöhnt werden.

Ach ja: Auch wenn dieses Farbschauspiel von der solaren Corona verursacht wird – Maskenzwang herrscht vorerst noch nicht.

DIE SPRACHE DES TOTALITARISMUS — think again

published 11.01.2026

Bild: Bridgeman Images

Man erkennt die wahren Absichten von Regierenden weniger an den Zielen, die sie proklamieren, als an den Methoden, mit denen sie diese verfolgen. So kann es geschehen, dass Regimes von völlig konträrer politischer Ausrichtung sich identischer Maßnahmen bedienen, und auch sehr ähnlicher Sprache.  


Verteufelung statt Logik

Das Dritte Reich und die DDR folgten durchaus unterschiedlichen Ideologien, die Sprache ihrer Propagandisten zeigte dennoch auffällige Gemeinsamkeiten, welche wiederum die Gemeinsamkeiten ihrer wahren Absichten verrieten: Sicherung der Macht und der persönlichen Privilegien um jeden Preis.

Ein wichtiges Element ist dabei die Ausschaltung jeglicher Kritik am politischen System. Da diese Kritik berechtigt sein könnte vermeidet man jede sachliche, logische Diskussion und stigmatisiert stattdessen den Kritiker. Man macht ihn zu einer Person, die es nicht würdig ist, dass man mit ihr redet.

Zur Verdeutlichung stellt man dem Kritiker den guten Bürger gegenüber. Bei den Nazis gab es da die Volksgemeinschaft, deren Frieden von Schädlingen und Parasiten, den Juden und Bolschewisten bedroht wurde. In der DDR war es die sozialistische Gemeinschaft mit ihren Werktätigen, der die bösen Klassenfeinde, Imperialisten und Agenten des Westens gegenüber standen.

Wir leben heute in einer Demokratie, in der solche Ausdrücke keinen Platz in der politischen Auseinandersetzung haben. Kritik an politischen Maßnahmen wird mit Logik und sachlichen Argumenten begegnet, und nicht mit der Ächtung des Kritikers. Ausdrücke wie „Klimaleugner“, „Populist“ oder „Querdenker“ gehören also nicht in unser Vokabular. Sie sollten in einer wahren Demokratie tabu sein!

Verniedlichung von Zwang

Zwangsmaßnahmen, die ein totalitäres Regime nicht verheimlichen kann, werden durch beschönigende Sprache verborgen. Bei den Nazis hieß der Mord an Juden „Sonderbehandlung“, Deportation war „Evakuierung“, „Sicherung“ bedeutete Haft und Repression.  In der DDR war der Mauertote „bei der Republikflucht ums Leben gekommen“, Verhaftung und Folter waren „Strafmaßnahmen“ und die Mauer war der „Antifaschistische Schutzwall“.

Gibt es ähnliche Ausdrücke auch heute? Gott sei’s gedankt, dass diese Verbrechen von staatlicher Seite und die euphemistischen Vokabeln dafür der Vergangenheit angehören. Dennoch fällt mir da das Wort „Rückbau“ ein, welches speziell für den Abriss von Kernkraftwerken geschaffen wurde, Steuererhöhung heißt „Beitragsanpassung“, ja, und bei „Brandmauer“ assoziiert man natürlich den innerdeutschen Grenzwall. Aber wenn einer versucht darüber auf die andere Seite zu klettern, dann wird er heute hoffentlich nicht erschossen.

Unser Weg ist der einzige

Totalitäre Regimes, welcher Farbe auch immer, versuchen die Bevölkerung zu überzeugen, dass ihr Weg der einzig richtige ist, von überirdischen Mächten vorgezeichnet: „Der Führer erfüllt den Willen der Geschichte“ – wer kann da noch widersprechen, und „Der Sozialismus ist gesetzmäßige Entwicklungsstufe“.

Aber auch die Merkel‘sche „Alternativlosigkeit“ passte sehr schlecht zur Demokratie; alternativ: „Es gibt keinen Plan B, denn die Wissenschaft ist eindeutig.  Das hätte nicht einmal Einstein zu sagen gewagt. Aus dem Mund eines Politikers ist diese Äußerung nicht nur undemokratisch, sie ist eine Blasphemie.

Blanke Lügen

Hitlers klare Aussage, Deutschland habe „Keine territorialen Forderungen mehr in Europa“ erfolgte genau ein Jahr vor dem Einmarsch in Polen. Ulbrichts Aussage: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen!“ stammt vom 15. Juni 1961, genau 2 Monate vor Baubeginn. Zu dem Zeitpunkt waren längst massive Vorbereitungen getroffen.

Ein deutscher Politiker versprach kürzlich, es sei: „…in der naheliegenden Zukunft ausgeschlossen, dass wir die Schuldenbremse reformieren.“ Nur wenige Tage später wurde unter Leitung dieses Politikers die Schuldenbremse entkräftet, um beliebige staatliche Ausgaben zu ermöglichen. Solch ein Schritt eines untadeligen Politikers erweckt dann unpassende Assoziationen.

Und auch die Aussage „Wir leben im besten Deutschland aller Zeiten“ vom 3.10.2020  sollte kein Politiker machen, der absolut nichts dazu beigetragen hätte, auch wenn die Behauptung wahr wäre. Tatsächlich aber war die Behauptung ganz offensichtlich falsch. Deutschland ist im internationalen Vergleich anno 2020 gegenüber 2012 rapide abgesunken: in Sachen Lebensqualität von Platz 2 auf Platz 9 und hinsichtlich Sicherheit von Platz 4 auf Platz 32!

Fazit

Es ist zu beobachten, dass Regierungen, die durchaus unterschiedliche Ziele verfolgen, oft ähnlich Maßnahmen ergreifen, um ihre Ziele zu erreichen. Die obigen Vergleiche der aktuellen deutschen Politik mit der jüngeren Geschichte sollen also keineswegs unterstellen, dass es hier Ähnlichkeiten in der Zielsetzung gäbe. Sie sollen jedoch herausstellen, dass Maßnahmen wie Zensur oder Verteufelung des politischen Gegners in einer Demokratie nichts zu suchen haben – oder sind sie etwa das Merkmal von „Unserer Demokratie“?

Der gegenwärtige Diskussion über die Erweiterung von Zensur in Deutschland hat das Ziel, uns vor „Rechts“ zu schützen.  Aber war das rechte Reich nicht gerade durch extreme Zensur geprägt? Mit gleichen Mitteln sollen ganz gegensätzliche Ziele verfolgt werden?

Wer gegen Monster kämpft muss darauf achten, dass er nicht selbst zum Monster wird. (Friedrich Nietzsche).

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DIE NATUR LÄSST SICH NICHT ZUM NARREN HALTEN — THINK-AGAIN

published 04-01.2026

Bild: ChatGTP

Das Jahr 2000 brachte uns das “Erneuerbare Energie Gesetz”, 2005 brachte uns Angela Merkel, 2010 die “Laufzeitverlängerung” der Kernkraftwerke, der zum Trotz dann bis 2015 die ersten acht stillgelegt wurden. Man brauchte kein Nostradamus zu sein, um zu ahnen, dass es mit Deutschland unter dem dominanten Einfluss der Grünen nur bergab gehen kann – nicht nur in Sachen Energie. In dieser Zeit begann ich an einem Buch zu schreiben, mit dem Titel: “Grün und dumm”. Es ist heute aktueller denn je. Die “Freundin des Wortes” Friederike Klebert, mit Studium der Geschichte und Politik, und mit Auslandsjahren in Südamerika und Asien, war so freundlich, eine Rezension zu schreiben, die ich Ihnen nicht vorenthalten darf.


I Don’t Want You to Panic – I Want you to Think!

Wir leben in katastrophalen Zeiten, scheint es. Viren und Kohlendioxid sind zur Dauerbedrohung mutiert. Wahnsinn. Der helle Wahnsinn, der die Menschheit ins Dunkle führt, in den Strom- und Demokratieausfall.

Das Virus, politisch instrumentalisiert für den Freiheitsentzug des Bürgers, ist Vehikel und Katalysator für das eigentliche Thema, die globale Erwärmung, die als Dauerbrenner die Gemüter erhitzt. Wenn eine Kanzlerin, in Anlehnung an den Philosophen Sepp Herberger, verkündet: Nach der Pandemie ist vor der Pandemie, impliziert das: Nach dem Corona-Lockdown ist vor dem Klima-Lockdown als mögliche Maßnahme.

Grüner Umweltschutz nimmt den Schutz der Welt für sich in Anspruch. Und wer sich als gut wähnt, kennt kein Limit nach oben. Das Treibhausgas Kohlendioxid wird zum Übeltäter auserkoren und kommt auf die Agenda. Die Sorge ums Klima wird zur Angst gesteigert. Pack den Menschen an seiner Angst und belade ihn mit Schuld, so steht’s im kleinen Einmaleins für Ideologen. Angst macht kontrollierbar. Schuld macht folgsam.

Schlimmer als der natürliche Klimawandel ist der geistige Klimawandel, der sich vollzieht. Den Verstand in die Wüste geschickt, agitieren Fridays for Future mit solch missionarischem Eifer, dass selbst die Zukunft nicht mehr weiß, ob sie noch eine hat. Das Urteil gegen Shell liefert den Präzedenzfall, die Haftung für den Klimaschutz vom Staat auf die Privatwirtschaft auszuweiten.

Grün und dumm – lesen lohnt sich

Klimaneutral, klimaschonend, klimagerecht, klima-what ever … Was bitte ist dran am Global Warming? Was hat es mit der Klimaerwärmung wirklich auf sich, was sind Ursache und Wirkung, welche Maßnahmen sinnvoll oder unsinnig?

Höchste Zeit, diese Fragen wieder zu stellen.

Um die klimaüberhitzten Gemüter wieder runterzukühlen, die Unwissenden wissend zu machen, sei an dieser Stelle das Buch GRÜN UND DUMM des promovierten Physikers, Autors und Verstandesmenschen Hans Hofmann-Reinecke empfohlen. Ja, das Buch förmlich ans Herz gelegt, da es rein wissenschaftsbasiert und trotzdem sehr anschaulich und verständlich – auch für den unbedarften Leser – erklärt, was es mit Global Warming auf sich hat. Denn, so erklärt es Hofmann-Reinecke selbst dem Leser, ich … möchte Sie in die Lage versetzen, durch logisches Verständnis die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen zum Klimaschutz zu hinterfragen, damit Ihre politische Haltung dazu auf intelligenter Erkenntnis wurzeln möge und nicht auf der Zugehörigkeit zu einer weltanschaulichen Gruppe.

Der Titel GRÜN UND DUMM kommt wenig geschmeidig daher, eher Marke Druff. Was als Provokation oder Feststellung – je nach Perspektive – daherkommt, ist vor allem die Kritik am Mangel von Intelligenz, Sachverstand und Logik in den politischen und medialen Debatten und den daraus resultierenden Maßnahmen.

Die Natur lässt sich nicht zum Narren halten, so der Untertitel des Buches, womit die Unbestechlichkeit der Natur gemeint ist, die sich nicht von Politik und anderen Mächten für ihre Ziele vor den Klimakarren spannen lässt: Die avisierte Katastrophe hat keine Lust, für jedes grüne Pillepalle herhalten zu müssen und bleibt einfach aus.

Das grüne Manifest

Zentrales Thema des Buches sind drei Fragen: Erwärmt sich die Erde? Ist es die Schuld des Menschen? Was kann man dagegen tun? Im Mittelpunkt stehen sechs Thesen, auf denen die internationale Klimapolitik basiert, das sogenannte Grüne Manifest. Hofmann-Reinecke geht hin und untersucht diese Behauptungen auf ihre Richtigkeit oder Unrichtigkeit und zieht ein Fazit, aus dem hier nochmal ein Fazit als Appetizer vorgestellt sei.

  1. Die globalen Temperaturen steigen.

Stimmt. Bereits seit 130 Jahren, aber nicht überall gleichmäßig auf der Welt und entscheidend bleibt, wie man globale Temperatur definiert.

  1. Die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre wächst.

Stimmt auch. CO2 ist gleichmäßig über die Erde verteilt und gut messbar. Die Zunahme der Konzentration in den letzten 50 Jahren ist sehr deutlich.

  1. Die Zunahme von CO2 ist durch den Menschen verursacht.

Das ist nicht auszuschließen. Die beim Verbrennen fossiler Energieträger erzeugten Tonnen an CO2 sind vergleichbar mit dem Zuwachs in der Atmosphäre.

  1. Die Erderwärmung ist durch die Zunahme von CO2 verursacht.

Kann stimmen oder auch nicht. In seiner Tendenz jedoch unwahrscheinlich, weil CO2 bei weitem nicht das wichtigste Treibhausgas ist, sondern der Wasserdampf.

  1. Die Erwärmung gefährdet Lebensräume von Mensch und Tier.

Kann auch stimmen oder nicht. Heutzutage jedenfalls ist die Erwärmung für beide kein Problem.

  1. Um zu überleben, müssen wir den Ausstoß von CO2 stoppen.

Kann stimmen oder nicht und hängt ab von These Nr. 4, die nicht bewiesen ist. Wenn These 6 allerdings als nationale und nicht globale Forderung verstanden wird, so ist sie eindeutig falsch.

Doch vorab zu allen Thesen erklärt uns Hofmann-Reinecke die komplexen Zusammenhänge vom Klima und seinem Wandel. Das als Voraussetzung. Und das geht nicht ohne die gute alte Physik. Denn Physik ist keine Meinung, sie ist so unbestechlich wie die Natur, weil sie Natur ist. Und so erklärt er dem Leser auf anschauliche Weise, mit gekonnter Reduktion aufs Essenzielle, in flüssiger humorgetränkter Schreibweise, in leichtfüßigem Rhythmus, wo das Auge mit muss, mit zuweilen zauberhaft überzockten aber greifenden Alltagsvergleichen die physikalischen Prinzipien, Wirkweisen und energetischen Gesetzmäßigkeiten von Planet Erde.

Der Boykott der Wahrheit

Macht hat über Vernunft gesiegt, wenn die für eigenen Interesse hilfreichen Konstrukte als Realität verkauft werden. Einigen sich Experten im Umgang mit Hypothesen auf einen Konsens, dann einigen sie sich auf eine Lüge. Die Ästhetik der reinen Logik und seine Erkenntnisse als Ethos der Wissenschaft werden korrumpiert. Und genau das erleben wir heute.

Das Buch bietet als Gegenmittel eine rationale Risikoanalyse zur Erderwärmung, in der Wahrscheinlichkeiten und Tragweiten als Parameter abschätzt werden, verkörpert durch die drei Schwestern Apoka, Fatima und Optima. Der Autor entlarvt im weiteren die politischen Milchmädchen und ihre Rechnungen bei Photovoltaik, Windkraftanlagen, Wasserkraft und E-Mobilität als Botschaften aus Absurdistan.

Diese Aussagen bilden den dritten Teil des Buches, in dem der Autor die politischen Konsequenzen und Wege aus der deutschen Schuld-und-Sühne-Haltung formuliert, analysiert und schließlich subsumiert auf das, was sie sind: Holzwege.

Während ein bezopfter Schwedenteenie aus den Schweizer Bergen in die Welt verkündet: „I want you to panic!“, appelliert Hans Hofmann-Reinecke, inspiriert von Immanuel Kants „Sapere aude – traue dich zu denken!“, mit seinem Buch eindringlich an uns: „I WANT YOU TO THINK!“

Fazit: ausdrücklich lesenswert, auch freitags.


…und hier eine von 79 Kundenrezensionen  bei Amazon

5,0 von 5 Sternen Eines der besten Bücher zum aktuellen Thema

“Logische (nicht ideologische) Erläuterungen mit großem Hintergrundinformationen und -wissen
Praktische, echte, nachvollziehbare Berechnungen
Vorschläge, wie die anstehenden Herausforderungen anzugehen sind, ohne sich dem Dogma der “ausschließlich menschengemachten Klimakatastrophe” zu unterwerfen”


SELTENE ERDEN — think again

published 13.12.2025

Bild: ChatGTP

Derzeit genießen seltene Erden große Aufmerksamkeit. Wie selten sind sie und was haben sie uns zu bieten?


Ein kleiner Unterschied

Wenn wir stundenlang den Garten umgraben, dann denken wir nicht an „seltene Erden“, sondern hoffen, dass wir bald damit fertig sind. Würden wir aber tiefer graben, dann könnte es sein, dass wir auf etwas ganz Unerwartetes und Wertvolles stoßen: auf eine seltene Erde.

Dazu eine kurze Erklärung: Was uns umgibt besteht aus Atomen und diese bestehen aus einem winzigen Kern, der von einer kleinen Wolke umgeben ist. Diese Wolke setzt sich aus elementaren Wolkenteilchen zusammen, genannt Elektronen. Es gibt auf der Welt Atome mit nur einem Wolkenteilchen und solche mit knapp hundert.

Diese Zahl ist sehr wichtig und sie wird von Wissenschaftlern „Ordnungszahl“ genannt wird. Aus Atomen mit sechs Elektronen beispielsweise bildet sich eine feste dunkle Materie, die Kohle. Hier wirken die Elektronen wie Leim und kleben die Atome ziemlich ungeordnet aneinander. Das ergibt dann diese Klumpen, die im Ofen landen.  Ganz selten aber fügen sich eben diese Atome sehr ordentlich und symmetrisch zusammen – dann haben wir einen Diamanten.

Wenn wir diesen Kohlenstoff-Atomen jetzt ein Elektron hinzufügen, also auf insgesamt sieben, dann kommt etwas ganz anderes heraus: jetzt kleben die Elektronen gerade mal zwei Atome zusammen. Das ergibt dann keinen festen Stoff, sondern ein Gas, von dem wir jeden Tag ein paar tausend Liter ein und ausatmen: es ist der Stickstoff.

Atome mit 29 Elektronen wiederum bilden einen rötlichen, festen, aber biegsamen Stoff. Und da passiert nun etwas besonderes: nicht alle Wolkenteilchen werden zum Kleben verwendet, sondern einige dürfen frei zwischen den Atomen herumschwirren. Und weil die Wolkenteilchen, die Elektronen, elektrisch geladen sind kann man durch dieses Material elektrischen Strom leiten, der von diesen freien Elektronen transportiert wird. Das Material heißt Kupfer, es ist der bevorzugte Werkstoff des Elektrikers.

Wozu soll das gut sein?

Noch etwas hatte ich Ihnen über unsere Wolkenteilchen, die Elektronen verschwiegen. Sie sind winzige Magnetnadeln; sie richten sich einerseits in einem externen Magnetfeld aus und erzeugen andererseits um sich herum ein eigenes. In fast allen Stoffen richten sich diese kleinen Magnete in den Wölkchen genau so aus, dass sich ihre Magnetfelder gegenseitig kompensieren. Der aus ihnen gebildete Körper ist deshalb insgesamt unmagnetisch.

In fast allen Stoffen ist das so. Nehmen Sie dem oben erwähnten Kupfer von seinen 29 Elektronen aber ein paar weg, dann bekommen Sie mit 26 das Eisen, mit 27 das Kobalt und mit 28 das Nickel. Und ausgerechnet hier richten sich die Elektronen so aus, dass ein netto Magnetfeld übrig bleibt, welches den ganzen Körper zum Magneten macht.

Wozu soll so ein Magnet gut sein? Zum Suchen der Stecknadel im Heuhaufen?

Es gibt noch andere Anwendungen: Wenn man durch ein Magnetfeld in einem Draht, z.B. aus Kupfer, einen elektrischen Strom schickt, dann wird auf diesen Draht eine Kraft ausgeübt. Ingenieure nutzen diesen Effekt, um daraus Elektromotoren zu bauen, wie sie in Ihrem Auto oder Ihrer Waschmaschine hilfreich sind. Umgekehrt wird in einem Draht, der durch ein Magnetfeld bewegt wird, eine elektrische Spannung induziert. Technisch umgesetzt wurde das in den alten Fahrrad-Dynamos und wird es heute in  den riesigen Windgeneratoren.

Elektrisierung weltweit

Je stärker das Magnetfeld, desto mehr Elektrizität kommt dann aus einem solchen Generator. Unter den oben erwähnten drei Kandidaten bietet Eisen das stärkste Magnetfeld – aber das ist noch nicht alles. Man fand heraus, dass Legierungen aus Eisen mit dem nicht alltäglichen Metall Neodym (mit 60 Elektronen) – und anderen Beigaben – ein drei bis fünffach stärkeres Magnetfeld erzeugen konnte.  Neodym gehört in der Sprache der Chemiker zu den „Seltenen Erden“, wobei es gar nicht so selten ist, nur seine Gewinnung ist extrem aufwendig.

Logischerweise rüstet man eine Windturbine, in deren Gondel in ein paar hundert Metern Höhe der Generator, also das Teil, das den Strom erzeugt, mit seinen Magneten untergebracht ist, lieber mit einem dieser modernen Magneten aus, dann kann man zig Tonnen an Gewicht einsparen. Besonders wichtig sind sehr starke Magnetfelder bei „Direct Drive“ Anlagen, wo der Generator sich mit der gleichen sehr niedrigen Drehzahl bewegt wie die Achse mit den Flügeln.

Neben Windgeneratoren profitieren natürlich auch E-Autos, wenn man leichtere Magnete in ihre Motoren einbauen kann, und es gibt eine Reihe militärischer Anwendungen, bei denen Supermagnete strategische Vorteile versprechen. Aus dieser Perspektive ist es von Bedeutung, dass China heute 65% dieser seltenen Erde produziert, aber alle Industrienationen Bedarf haben. Und nicht nur in Magneten, auch in vielen elektronischen Produkten hat sich Neodym inzwischen unentbehrlich gemacht.

Graben sie also weiter in Ihrem Garten, vielleicht beherbergt der ja noch eine kostbare Überraschung. Ein kg Neodym können Sie für $150 verkaufen.

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LÜGEN DÄMMMERUNG — think again

LÜGERFKRIDLEYURSPRUNGvirus

published 06.12.2025

Bild: chatGTP

Seit Jahrzehnten werden wir durch politische Entscheidungen drangsaliert, die angeblich wissenschaftlich begründet sind. Tatsächlich aber ist es nicht die Politik, die der Wissenschaft folgt, sondern umgekehrt. Opportunistische Wissenschaftler liefern die von der Politik gewünschten Ergebnisse, um damit fragwürdige Maßnahmen zu rechtfertigen. Corona und Klimawandel sind die prominentesten Fälle.


Die Corona Lüge

Dass es dieses Virus gibt, daran besteht kein Zweifel, ebenso wenig, dass es Erkrankungen der Atemwege verursacht, die tödlich verlaufen können. „Umstritten“ ist seine Herkunft. Zunächst nahm man an, es sei dem virologischen Labor in Wuhan entwichen, wo genau an diesem Typ von Virus geforscht wurde, und wo es auch den ersten Todesfall gab. Eine Veröffentlichung dazu wurde aber in letzter Sekunde zurückgepfiffen. Die beteiligten Wissenschaftler ließen sich umstimmen und fanden plötzlich heraus, dass das Virus nur natürlichen Ursprungs sein konnte.

Treibende Kraft hinter dieser Umstimmung war Dr. Anthony Fauci, ein US-Amerikaner, der mehr oder weniger direkt in die Arbeiten im chinesischen Wuhan involviert war. Er hatte erkannt, dass die Beteiligung an der Entwicklung und der versehentlichen Freisetzung eines durch „gain of function“ besonders ansteckendenden Virus für die Urheber unangenehme Folgen haben könnte. Sie wären plötzlich verantwortlich für den Tod von Millionen von Menschen (WHO schätzt heute über zehn Millionen). In dieser Situation taten die Beteiligten alles, um ihre Spuren zu verwischen, und der „natürliche Ursprung“ des Virus wurde die obligatorische Version. Der Laborursprung wurde als Verschwörungstheorie verboten.

Dass die Wahrheit letztlich doch herauskam, das hing mit dem Regierungswechsel in Washington zusammen und mit der Initiative von Robert F. Kennedy Jr. Nicht nur in Washington, sondern weltweit – mit Ausnahme Chinas – ist heute die von Anfang an plausibelste Version, nämlich der Laborursprung, die akzeptiere Wahrheit.

Im Zusammenhang mir der dann folgenden „Impfung“ gab es dann nur noch Lügen, die hier aber nicht analysiert werden sollen.

Klimawandel

Die Aufklärung der Lüge vom Corona Ursprung hat vielleicht einen Stein ins Rollen gebracht, der auch die Lüge um den Klimawandel entlarven könnte.

Zunächst eine wichtige Aufklärung darüber, was Klimawandel nicht ist: Er hat nichts mit der Verschmutzung unserer Atmosphäre durch Feinstaub, Rauch aus Fabrikschornsteinen oder Gestank zu tun, den die Abgase der Autos verbreiten. Sehr effiziente und notwendige Maßnahmen dagegen wurden in Deutschland schon lange vor Aufkommen des Klimawandels implementiert. Diese Maßnahmen haben natürlich nur lokale Wirkung. Da hat München dann vielleicht die sauberste Luft unter weiß-blauem Himmel, während man im Smog von Peking die Hand nicht vor den Augen sieht.

Bei „Global Warming“ geht es nicht um Smog oder Rauch, es geht nicht um ein lokales Phänomen. Der Einfluss von CO2 auf das Klima ist global; es ist egal, woher das Zeug kommt, denn es verbreitet sich spontan über die ganze Atmosphäre. In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde dem wärmenden Effekt von CO2 ein globales politisches Programm mit dem Namen „Global Warming“ gewidmet, das dann in „Climate Change“ umbenannt wurde, als die Erwärmung der Erde für ein paar Jahre ausblieb.

Die zentrale Behauptung dieses Programms lautet:

„Der derzeit beobachtete globale Klimawandel ist größtenteils vom Menschen verursacht, und zwar primär durch den Ausstoß von Treibhausgasen, insbesondere CO2 durch die Nutzung fossiler Brennstoffe. Diese menschengemachten Emissionen haben seit der Industrialisierung die natürliche Treibhauswirkung der Atmosphäre verstärkt, sodass die globale Durchschnittstemperatur bis 2025 um ca. 1,2°C angestiegen ist, mit messbaren und teils bereits dramatischen Folgen (Extremwetter, Eisschmelze, Meeresspiegelanstieg, Artensterben usw.). Ohne massive Reduktion der Emissionen wird die Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts voraussichtlich 2,5–4 °C oder mehr betragen, was als hochgefährlich für Ökosysteme und menschliche Gesellschaften gilt.“

Am deutschen Wesen…

Diese Feststellungen sind teils schwer nachprüfbar – was ist „Extremwetter“? – und sie sind teils falsch oder unseriös. Wie will man die Temperatur zum Ende des Jahrhunderts voraussagen, wenn schon die kurzfristigen Prognosen daneben liegen. Die Lüge, um die es hier geht, ist aber eine andere: es ist die „deutsche Lüge“.

„Deutschland hat sich gesetzlich verpflichtet, spätestens 2045 klimaneutral zu sein.  Es dürfen dann nur noch so viele Treibhausgase ausgestoßen werden, wie wieder gebunden oder ausgeglichen werden können. Bis 2030 muss 65 % weniger CO₂ emittiert werden als 1990, bis 2040 88 % weniger. Erreicht werden soll das durch Ausstieg aus Kohle, massive Ausweitung erneuerbarer Energien wie Wind, Solar und Wasserstoff, sowie weniger Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen.“

Soweit – in etwa – das deutsche Klima-Programm.

Zunächst wird die massive Ausweitung von Wind- und Solarenergie das Problem nicht lösen, denn auch eine Million Windräder und Solaranlagen werden nachts und bei Windstille keinen Strom liefern; und auch das mit dem Wasserstoff ist nicht so einfach. Aber auch darum soll es hier nicht gehen.

Die Unterstellung, Deutschlands Reduktion von Treibhausgasen hätte Einfluss auf das Weltklima ist eine offensichtliche und dreiste Lüge.  Die aufstrebenden Industrienationen der Welt setzen sich keinerlei Grenzen hinsichtlich CO2 und machen die deutschen Bemühungen bedeutungslos. Weder China noch Indien noch die USA nehmen sich unser Land zum Vorbild –   auch diesmal wird die Welt nicht am deutschen Wesen genesen. Und der Klimagott wird den Musterschüler Deutschland wegen seines vorbildlichen Verhaltens nicht vor „Extremwetter“ und tropischen Temperaturen schützen. Vermutlich hat er selbst noch nie etwas von Global Warming gehört.

Aber auch eine Etage niedriger gibt es Anzeichen für einen Wandel:

Bill Gates hat das Klimathema zwar nicht aufgegeben, aber den Kurs geändert. Er setzt jetzt auf Anpassung, Armutsbekämpfung und technische Innovation. Mittel für seine Klimainitiative wurden gekürzt.

Donald Trump hat große Teile der US-Klimapolitik rückgängig gemacht: Rückzug aus dem Pariser Abkommen, Abschaffung vieler Klimaregeln, Förderung fossiler Energie. Einige Umweltgesetze bestehen zwar noch, werden aber geschwächt angewendet.

Nur in Deutschland wird man weiterhin diese hässlichen Kathedralen der Klimareligion hinstellen, deren Flügel und Türme dann über Jahrzehnte und Jahrhunderte verrotten werden und die Landschaft verunstalten, so wie die Klimalüge die deutsche Zivilisation des 21. Jahrhunderts verunstaltet hat.

(Anregungen zu diesem Post von diesem Interview mit Matt Ridley)

THINK-AGAIN

KEIN NUKLEARES HARAKIRI

published 29.11.2025

Bild: chatGTP

Während der Reaktorunfall von Fukushima Deutschland in den nuklearen Selbstmord trieb, vollzieht Japan gerade die Wiederbelebung der Kernkraft.


Ein Kraftwerk für eine Millionenstadt

Ein einziges modernes Kernkraftwerk kann eine Millionenstadt üppig mit Strom versorgen. Deshalb waren sie in Deutschland früher eher dezentral über das Land verteilt. Doch in Regionen mit extrem energiehungriger Industrie lohnt es sich, mehrere Blöcke dicht beieinander zu bauen – zwar unabhängig, aber auf gemeinsamer Infrastruktur. Ein solches Cluster sorgt derzeit für Schlagzeilen: das Kernkraftwerk Saporischschja am Dnepr im Südosten der Ukraine. Mit sechs russischen WWER-1000-Blöcken à 950 MW netto ist es das leistungsstärkste Europas. WWER steht für „Wasser-Wasser-Energiereaktor“ – ein Druckwasserreaktor mit zwei getrennten Wasserkreisläufen: einem im Reaktor und einem nuklear entkoppelten Kreislauf für die Turbinen.

Nach dreizehn Jahren wieder ans Netz

Doch Saporischschja bekommt bald Konkurrenz – am anderen Ende der Welt. In Japan bereitet sich eines der größten Kraftwerke der Erde auf die Wiederinbetriebnahme vor: Kashiwazaki-Kariwa, 185 km nördlich von Fukushima. Sieben Reaktoren, fünf davon klassische Siedewasserreaktoren (BWR), zwei modernere Advanced Boiling Water Reactors (ABWR). Zusammen bringen sie knapp 8 Gigawatt ins Netz – so viel Dauerleistung wie etwa 22.000 deutsche Windräder im Jahresdurchschnitt 2024.

Das Werk, das nach Fukushima 2011/12 stillgelegt worden war, soll nun schrittweise wieder hochgefahren werden. Die ersten beiden Blöcke (Unit 6 und 7) haben bereits alle technischen und behördlichen Hürden genommen; der kommerzielle Betrieb könnte 2029/2031 beginnen.

Während Deutschland auf Fukushima mit nuklearem Harakiri reagierte, feiert Japan die Renaissance der Kernkraft.

DIE VERSAGER HABEN DAS SAGEN — think again

published 22.11.2025

Bild: Wikipedia

Die Wege vom Säugling zum Erwachsenen sind so vielfältig wie die Entstehung von Wolken am Sommerhimmel: keine zwei sind gleich. Und dennoch bilden sich bei der einen Großwetterlage einmal die beliebten Kumulus-Wolken, die wie strahlend weiße Wattebäusche im Himmel schweben, und unter anderen Bedingungen verdecken dann graue Stratuswolken den Sonnenschein.


Der perfekte Egoist

Das Neugeborene ist der perfekte Egoist. Die anderen müssen sich um all seine Bedürfnisse kümmern, um seine Ernährung, seine Verdauung und die bequeme Ruhelage. Er lernt dann schnell das eine oder andere ohne fremde Hilfe zu verrichten, und irgendwann ist er so weit, dass er sogar Dinge tun kann, die für andere von Nutzen sind. Er geht dann zur Schule, vielleicht auf eine Universität, und schließlich ist er so nützlich geworden, dass man ihn für seine Leistungen bezahlt.  Davon kann er dann sich und bald eine Familie ernähren. Er ist jetzt erwachsen.

Nehmen wir an, er ist Zahnarzt geworden und schreibt für seine gezogenen oder reparierten Zähne Rechnungen. Seine Assistentin, die sich um die Termine kümmert, stellt Ihre Arbeit den Patienten nicht in Rechnung. Sie bekommt ein Gehalt vom Chef. Der erbringt die direkte Leistung, sie arbeitet in der Verwaltung. Beides ist notwendig für das Geschäft, wobei Ersteres anspruchsvoller und anstrengenderer ist als Letzteres – jedenfalls bei meinem Zahnarzt.

Nicht jeder wird Zahnarzt, nicht jede wird Assistentin. Die Wege vom Säugling zum Erwachsenen sind so vielfältig wie die Entstehung von Wolken am Sommerhimmel: keine zwei sind gleich. Und dennoch bilden sich bei der einen Großwetterlage eher die beliebten Kumulus-Wolken, die wie strahlend weiße Wattebäusche im Himmel schweben, und unter anderen Bedingungen verdecken dann graue Stratuswolken den Sonnenschein.

Ich möchte hier untersuchen, wie der Zeitgeist – gewissermaßen die gesellschaftliche Großwetterlage – in der Vergangenheit und heute den menschlichen Entwicklungsprozess in Deutschland geprägt hat.

Zwei Großwetterlagen

Mein Alter erlaubt es mir, die beiden Intervalle 1950-1975 und 2000-2025 zu vergleichen. im ersten Zeitraum waren Adenauer, Erhard, Kiesinger, Brandt und Schmidt Kanzler. Historiker werden feststellen, dass damals die „Voraussetzungen für die Existenz einer freiheitlich-demokratischen Ordnung, welche diese nicht selbst schaffen, sondern nur schützen kann (Frei nach Carlo Schmid 1949).“ … durchaus gegeben waren. Das hatte damit zu tun, dass damals die christliche Ethik im Hintergrund omnipräsent war, auch wenn Katholiken und Protestanten einander nicht immer wohl gesonnen waren. Man war zwar nicht unbedingt religiös, aber man bemühte sich „anständig“ zu sein. Auf dieser Basis hat die politische Arbeit damals das Wirtschaftswunder ermöglicht.

Traditionen wurden geehrt, man trug sonntags etwas anderes als zur Arbeit, und katholische Kirchen standen Tag und Nacht für jedermann offen, ohne dass goldene Kelche oder silberne Leuchter verschwanden. Man hatte Respekt vor Autoritäten und gegenüber älteren Menschen. Es gab damals das, was heute so oft missbräuchlich heraufbeschworen wird: es gab eine „Zivilgesellschaft“, also eine Welt, in der die Menschen auch ohne Rechtsanwälte mit einender auskamen.

Der Weg vom Säugling zum Erwachsenen fand in vergleichsweise entbehrungsreicher Umgebung statt. Wer mit dem Fahrrad in die Schule wollte, musste sich selbst die Teile suchen und daraus eines zusammenbauen. Die entscheidende Motivation war der Wunsch nach Wohlstand, und der konnte nur durch „direkte Leistung“ erreicht werden. In Branchen wie Hoch- und Tiefbau oder Elektrotechnik können Probleme nicht durch elegante Sprüche gelöst werden, sondern nur durch Fachwissen, harte Arbeit und unerbittliche Logik.  Natürlich fiel hier auch Verwaltungsarbeit an, die aber musste durch ein Minimum an Personal erledigt werden, welches dadurch zu Höchstleistungen motiviert war.

Das machte Deutschland zum Exportweltmeister im Automobil- und Maschinenbau. Die gesellschaftliche „Großwetterlage“ hatte das Wirtschaftswunder ermöglicht.

Klimawandel

Der Klimawandel von der ersten Epoche zur zweiten, ein halbes Jahrhundert später, ist gekennzeichnet durch den Austausch sämtlicher Werte. Christliche Tradition, Leistung und Disziplin wurden als Relikte der Nazizeit verdammt, und Herr Lafontaine klärte uns auf, dass man mit Fleiß und Pflichtgefühl auch Konzentrationslager gebaut hat.

Laissez-faire war jetzt das Motto – für den Säugling in seinen Windeln, sowie für die Jahre danach. Wenn Mathe in der Schule zu anstrengend wurde, dann hat man es abgewählt, und wenn man für das Medizinstudium ein Einser-Abitur brauchte, dann bekam man das schon, nötigenfalls mit Hilfe eines Rechtsanwalts.

Das waren keine guten Voraussetzungen, um sich gegen direkte Leistungen auf dem inzwischen weit geöffneten Weltmarkt zu behaupten. Und so entstand die Erkenntnis, dass man auch in der Verwaltung bequem auf Kosten derer leben konnte, die noch direkte Leistung an den Mann brachten.

Personal für Verwaltung gab es genügend, nicht zuletzt dank der Parole, dass die Frau nicht an den häuslichen Herd gehört, sondern an die Uni und dann in den Aufsichtsrat. Und auch bei den sensiblen Männern hatte sich herumgesprochen, dass man leichter Karriere macht, wenn man irgend etwas mit Medien studiert, statt sich durch ein Ingenieursstudium zu quälen.

So entstand ein riesiger Markt, in dem die Anbieter kein Produkt feil hielten, für das man ihnen Geld gegeben hätte, dessen Protagonisten es aber gelungen war, sämtliche öffentlichen Verwaltungen von den ASTAs der Universitäten bis zu den Bundes- und EU Ministerien unter ihre Kontrolle zu bringen. Es hatte sich eine Allianz von perfekten Egoisten gebildet, die nie wirklich erwachsen geworden waren.

Da konnte man nun nach Belieben neue „Arbeitsplätze“ schaffen und hilfreiche „NGOs“ finanzieren. Bewerber wurden auch nicht nach Qualifikation, sondern nach Gesinnung eingestellt. Da braucht man im Wirtschaftsministerium nicht zu wissen, was ein Konkurs ist und im Außenministerium nicht, wie weit weg die anderen Länder sind. Hauptsache, man ist woke.

Während das Bundeswirtschaftsministerium unter Ludwig Erhard einst mit 650 Mitarbeitern auskam, um das Wirtschaftswunder zu organisieren, braucht man heute 2200, um die Wirtschaft zu ruinieren. Und auch den 25.000 in der Verwaltung der Bahn gelingt es nicht, die Züge pünktlich ankommen zu lassen. Gut, früher war das einfacher, da gabs noch keine Computer.

Aber wie solle man all diese Tausenden von Verwaltungskräften nun entlohnen? Die Assistentin des Zahnarztes hatte ja den Doktor im Rücken, der von seinen Patienten Geld bekam. Natürlich bezahlen alle Regierungen ihr Personal durch Steuern. Doch das mathematische Verhältnis der Steuerzahler zu den Empfängern muss irgendwie stimmen. Gut, je weniger Steuerzahler, also je weniger Personen direkte Leistung erbringen, desto mehr müsste man jedem einzelnen abnehmen, um das Heer in den Verwaltungen zu bezahlen. Genau das macht man heute. Und wenn das nicht reicht, dann macht man Schulden. Wie wird das enden?

Eine solch stabile bedrückende Wetterlage kann nur durch ein kräftiges Gewitter mit Blitz und Donner bereinigt werden- Dann haben wir wieder blauen Himmel mit den hübschen weißen Wölkchen.

***


STARTSCHUSS ZUM WETTRÜSTEN — think again

AtomAtombombePENTAGONTRUMPWETTRÜSTEN

published 15.11.2025

Bild: Pacific Air Forces

Am 30. Oktober verkündete Donald Trump auf seiner Plattform „Truth Social“, er habe das Department of War angewiesen, unverzüglich neue Tests von US-Atombomben zu starten – so wie es angeblich auch andere Länder täten. Welche Gefahren bringt das mit sich?


Was ist kritisch?

Zunächst eine Klarstellung: Trump will mit seinen Aussagen selten informieren, sondern provozieren und sondieren, wie die Welt reagiert. Er ist ein Pokerspieler, der sagt: „Ich habe ein Full House“ – und dann die Mimik der anderen aufmerksam beobachtet.

Die zweite Klarstellung: Eine Atombombe ist kein Sack voller Sprengstoff, der in einem Bunker lagert, sondern eine sehr komplizierte Vorrichtung. Die von den USA auf Hiroschima abgeworfene Bombe war vergleichsweise einfach: sie bestand aus zwei „subkritischen“ Massen von Uran 235, die beim Abwurf innerhalb der Bombenhülle gegeneinander geschossen wurden, wodurch in der Summe eine „kritische“ Masse entstand, welche die verheerende Explosion verursachte. Der Ausdruck „kritisch“ bezeichnet den Zustand, in dem ausreichend spaltbares Material vorhanden und so konfiguriert ist, dass es zu einer nuklearen Kettenreaktion kommt. Ein AKW, das Strom erzeugt, ist „kritisch“, wobei die Kettenreaktion hier kontrolliert abläuft. In einer Bombe wird das spaltbare Material so zu einer kritischen Masse gefügt, dass die Kettenreaktion exponentiell mit hoher Geschwindigkeit anwächst.

Aus dieser Perspektive verliert Trumps Ankündigung etwas an Dramatik, denn Chris Wright, Chef der Nuklearabteilung im U.S. Department of Energy, stellte klar, dass es keine „kritischen“ Tests geben werde – also keine echten Atomexplosionen.

Mehr als erwartet

Schon bald nach Entwicklung der ersten Bombe, die ihre zerstörerische Kraft aus der Spaltung schwerer Atomkerne gewinnt, gelang es, eben diese Kraft zu nutzen, um noch tiefer in die Büchse der Pandora zu greifen und sich einer noch größeren Energiequelle zu bedienen: der Kernfusion. Das war die Geburt der „Wasserstoffbombe“. Bei deren frühen Tests wurde selbst den Bombenbauern mulmig. Die 1954 auf dem Bikini-Atoll der Marshallinseln gezündete Explosion „Castle Bravo“ übertraf die von den Physikern berechnete Sprengkraft um das Zweieinhalbfache: statt erwarteter sechs Megatonnen TNT waren es fünfzehn. Die Sowjets legten 1961 nach – mit der Zar-Bombe über Nowaja Semlja, die unglaubliche 60 Megatonnen erreichte, das Viertausendfache der Hiroshima-Bombe.

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass es Forschern binnen weniger Jahre gelang, die nahezu unbegrenzte Kraft der Kernfusion für Zerstörung zu Nutzen, während ihr friedlicher Einsatz in Fusionsreaktoren trotz vieler Jahrzehnte intensiver Forschung ungelöst bleibt.

Der Wahnsinn des Wettrüstens wurde 1963 mit dem Verbot atmosphärischer Tests gebremst, nachdem gewaltige Mengen radioaktiven Fallouts in die Luft gelangt waren. Unterirdische Tests liefen weiter, bis sich die etablierten Atommächte 1992 schließlich auf ein Moratorium einigten. Nur Nordkorea durchbrach es und zündete 2016 seine erste Bombe.

Garantierte gegenseitige Vernichtung

Würden neue US-Tests die nukleare Atempause beenden? Die USA besitzen derzeit rund 3.500 Atombomben, überwiegend Fusionswaffen. Andere Atommächte verfügen über ähnliche Arsenale. Diese Bomben sind hochkomplexe Systeme mit Komponenten, die regelmäßig gewartet und ersetzt werden müssen, um ihre Funktionssicherheit und Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.

Im Rahmen der „Stockpile Stewardship Surveillance“ werden die US-Atomwaffen laufend überprüft: Einige werden ausgemustert, andere modernisiert und an neue Trägersysteme angepasst. Insofern gehören gewisse Tests unweigerlich zum Routinebetrieb. Wenn Chris Wright also betont, es gehe nur um „nicht-kritische“ Tests, dann ist Trumps Ankündigung kaum ein Startschuss für ein neues nukleares Wettrüsten.

Und selbst wenn die USA ihr Arsenal von 3.500 auf 4.000 Bomben erweiterten – was würde das an der globalen strategischen Lage ändern? Russland und China verfügen über vergleichbare Mengen. Ihr Einsatz würde in jedem Fall zur „Mutually Assured Destruction (MAD)“ führen – zur garantierten gegenseitigen Vernichtung, also zum Ende des Lebens, wie wir es kennen.

Niemand will einen solchen Krieg beginnen. Und selbst ein Einzelner, der in einem Anfall von Wahnsinn „auf den roten Knopf“ drücken wollte, würde an den zahlreichen Safeguards scheitern – jenen Schutzmechanismen, die genau eine solche Katastrophe verhindern sollen. Tatsächlich wurde in den 80 Jahren seit Nagasaki keine einzige Atombombe in einem Krieg eingesetzt.

Bikinis für den Frieden

Doch da ist dieser geniale Film „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ von Stanley Kubrick, der minutiös zeigt, wie ein durchgeknallter General der Airforce all diese Sicherungen aushebelt und den nuklearen Angriff auf Russland befiehlt. Der Film stammt aus dem Jahr 1964 –kann der heute, nach 60 Jahren noch Bedeutung haben? Vielleicht. Immerhin spielt einer seiner Hauptdarsteller auch heute noch eine zentrale Rolle in der US-Luftwaffe: die Boeing B-52.

Wollen wir hoffen, dass Kubrick sich diesmal getäuscht hat, dass die Bomben im Keller bleiben und die Tests der Fusionsbomben auf dem Bikini Atoll uns nicht mehr hinterlassen, als diese hübsche zweiteilige Badekleidung der Strandnixen.

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