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Ma’at, die Basis des gesellschaftlichen Zements

Maat: Die alte ägyptische Göttin der Wahrheit, Gerechtigkeit und Moral – der weibliche Archetyp der Weisheit

Die neun Fürbitten, mit denen ein gewiefter Landsmann sich an seinen Richter wendet, liefern die drei grundlegenden Haltungen eines vorschriftsmässigen Verhaltens nach maat: für die faule Person gibt es kein Gestern, keinen Freund für den, der taub gegenüber maat ist und kein Fest für den Gierigen.

(1) Faulheit – maat erzeugen

Faulheit ist die Abwesenheit von Handlung, sie ist Trägheit. Für den Ägypter müssen alle Handlungen eine Reaktion in einer verzahnten Verbindung vergangener Handlungen (gestern) einleiten, um Handlungen darzustellen. Es ist erforderlich für denjenigen der handelt, wirklich zu handeln und das aus einem sehr deutlichen Grund: um ihm zu raten, tätig zu bleiben.

In einer Gesellschaft, in welcher der Lebensunterhalt des Einzelnen Tag für Tag erwirtschaftet wird, in einem aufwändigen zwischenmenschlichen Gewirr, kann die kleinste Unordnung das Überleben der Menschen oder die Funktionalität der administrativen Maschine gefährden. Nicht zu vergessen das Gute, das getan wird – es ist die Basis von Vertrauen. Es ist eine Solidarität des Fortbestands, das auf einem Abhängigkeitsverhältnis basiert, verkörpert durch maat.

(2) Taubheit gegenüber maat – an maat berichten

Die grösste Weisheit gemäss dem alten Ägypten ist es, zu wissen wie man in der Stille hört, über das empfangene Wort nachzudenken und somit zu handeln. Es ist nicht überraschend, wenn sich jemand der Wichtigkeit der Sprache bewusst ist, der geäusserten Worte, die eine lebende Substanz, eine wahre Nahrung sind. Soziales Leben ist nur durch den Austausch stimmiger Reden möglich, die nur die Einbeziehung all jener in Kräftespiele gestattet, welche auf das Vertrauen in Prozesse basieren, die erreicht werden sollen.

Der Taube, der dem anderen nicht zuhört, ist der Unempfängliche, der Gleichgültige. Daher hat er keine Freunde und ist nicht in die Gesellschaft integriert. Wenn jemand auf der Ebene des Einzelnen oder der Gesellschaft nicht mehr kommuniziert, dann ist dies Gewalt und das Gesetz des Stärkeren, das aufgestellt wird. Dies wird in dem „Dialog des verzweifelten Mannes und seine Seele“ gut dargestellt, ein weiterer klassischer Text aus dem Mittleren Königreich.

(3) Gier

Für den Ägypter ist es eine Eigenschaft des Herzens, auf die man keinen Einfluss hat; die Weisen sagen, dass es eine unheilbare Krankheit sei.

Sie ist in zweifacher Hinsicht negativ:
– für den Einzelnen: tatsächlich sammelt ein Mensch während seines Lebens zur Zeit der Feste eine subtile „Energie“ an, die mit der Lebensfreude in Verbindung zu stehen scheint. Er nährt sein Ka, seinen unkörperlichen Doppelgänger. Derjenige, der nicht glücklich sein kann, fügt seinem eigenen Ka Schaden zu.
– für die Gesellschaft: Egoismus, der Wunsch nach Besitztum und Neid ziehen die Zerstörung sozialer Beziehungen nach sich. Diejenigen, welche den plündern, der für sie gearbeitet hat, entziehen ihm den Lebensunterhalt, bringen ihn in Gefahr und diese Tatsache ist der Verursacher für Gewalt.
Zusätzlich unterbricht der Mensch das dynamische Interaktions-System der Gesellschaft und wird wieder Gewalt erzeugen, während er versucht, seine Abhängigkeit vom anderen zu beenden, damit er sich individualisiert. maat steht für Ehrlichkeit, Wohltätigkeit, die Abwesenheit von Neid und korrekt vergütete Arbeit.

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Maat: Die alte ägyptische Göttin der Wahrheit, Gerechtigkeit und Moral – der weibliche Archetyp der Weisheit

Ma’at: Die alte ägyptische Göttin der Wahrheit, Gerechtigkeit und Moral – der weibliche Archetyp der Weisheit

Maat: Die alte ägyptische Göttin der Wahrheit, Gerechtigkeit und Moral – der weibliche Archetyp der Weisheit

Kürzlich erwähnte Cobra eine weitere Operation der Lichtkräfte unter dem Namen: Justice of Maat = Gerechtigkeit von Maat (siehe HIER und HIER). Dieser unterstehende Artikel mag dazu dienen, sich in die Konzepte einzulesen, die dieser Operation zugrunde liegen (könnten).

gefunden auf Stillness in the Storm, geschrieben von Justin Deschapms, übersetzt von Pippa

Im entwicklungsgeschichtlichen Prozess der Entdeckung von abstrakter Wahrheit sind Dramen oder Geschichten erforderlich. Moral, Gerechtigkeit, Fairness, Güte, Kameradschaft, ein liebevoller Dienst, Mitgefühl und mehr – sind alles abstrakte Dinge, die keinen vollständigen körperlichen Ausdruck besitzen. Demzufolge können wenig erfahrene Gemüter sie nicht ohne Erläuterung verstehen. Archetypische Gottheiten wie der ägyptische Pantheon [ein Begriff aus der Religionswissenschaft für die Gesamtheit der Gottheiten in einer polytheistischen Religion; Polytheismus = „Vielgötterei“] spielten eine Rolle dabei, dem Einzelnen zu helfen, die nicht-materiellen Reiche von Moral und Tugend zu verstehen. Heute neigen wir dazu zu denken, dass die Menschen des Altertums diese Geschichten wörtlich nahmen und vielleicht taten sie es auch. Aber wir wissen auch, dass in den Mythen, Legenden und Erzählung aus der Zeit des Altertums auch eine Schatzkiste des Wissens liegt, an der die Menschen heutzutage zunehmend Interesse finden – Wissen, welches, wenn es richtig verstanden wird, fast all die Probleme lösen würde, mit denen wir als Menschheit konfrontiert sind.

Für viele scheint der Gedanke des Studiums altertümlicher Kulturen langweilig und sinnlos zu sein – was könnten diese Dinge mit meinem jetzigen Leben zu tun haben?

Aber es gibt grundlegende oder archetypische Wahrheiten, mit denen alle Menschen durch die gesamte Geschichte hindurch konfrontiert wurden. Eine dieser Wahrheiten ist die Wirklichkeit der Moral, der Gerechtigkeit und der Persönlichkeitsentwicklung – das epische Ringen darum, eine freie und gerechte Gesellschaft zu erschaffen.

Das Konzept eines Archetypus ist sehr nützlich.

Wenn jemand eine von allen gelebte gemeinsame Erfahrung eindampfen und eine Form daraus machen würde, dann wäre das ein Archetyp. Zum Beispiel ist die übliche Gestalt, die alle menschlichen Wesen gemeinsam benutzen, die eines Mannes oder einer Frau mit zwei Armen, Beinen, einem Kopf und so weiter. Somit ist das Bild eines menschlichen Wesens ein Archetypus – ein abstraktes Symbol, das als Schwerpunkt für das Gedankengut dient oder wirkt.

Was Archetypen so stark macht ist, dass alle Menschen sie auf irgendeiner Ebene wiedererkennen können.

Als Ergebnis des hergestellten Kontakts mit einem Archetypus– ob als Bild oder Idee – wird das Bewusstsein eines Menschen katalysiert oder angesprochen und hat das Verstehen des Sinns und andere Erkenntnisse zur Folge. Dies hilft dabei, tägliche Erfahrungen in ein einheitliches Verständnis oder Leitbild zu ordnen – eine Methode, das Leben so zu leben, damit man produktiv, erfolgreich und erfüllt ist. Ein anderer Begriff für diese nicht-physische Frucht, die aus Archetypen geboren ist, ist Philosophie – die Art, wie wir die Welt betrachten und verstehen.

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