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Massenflucht und die Schuld des Westens!

von Guido Grandt

Lieber Leser,

nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR waren 2014 rund 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und Verfolgung. Die höchste jemals verzeichnete Zahl, die rasant weiter wächst.

Wenn wir uns diese Fluchtursachen näher anschauen, dann bleibt festzuhalten: wir – und damit meine ich vor allem die westlichen Industrienationen – dürfen unsere Hände hinsichtlich dieser Fluchtbewegungen keineswegs in Unschuld waschen! Ganz im Gegenteil.

Nachfolgend erkläre ich Ihnen auch, warum.

Hintergründe der Fluchtursachen

Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz: Tatsächlich werden die westlichen Werte immer da verteidigt, wo es lukrative Geschäfte gibt, während die Zivilbevölkerung verliert. So war es bislang immer. Die eigenen Interessen einer Regierung stehen an vorderster Stelle.

Den machthungrigen Staaten geht es um Geopolitik, um Militärstrategie, um Rohstoffe und Waffenlieferungen. So wird in jedem Krieg verdient. Vor allem die Rüstungsindustrie in den USA, in Europa und Russland profitiert davon.

Fünfzehn neue Konflikte

In den Jahren 2010 bis 2014 brachen global mindestens fünfzehn neue Konflikte aus oder flammten erneut auf: Acht davon in Afrika (Cote d‘Ivoire, Zentralafrikanische Republik, Libyen, Mali, Nordost-Nigeria, Südsudan und Burundi). Drei im Nahen Osten (Syrien, Irak und Jemen), einer in Europa (Ukraine) und drei in Asien (Kirgisistan und in einigen Gebieten von Myanmar und Pakistan). Allerdings konnten nur wenige dieser Krisen beigelegt werden. Die meisten von ihnen verursachen weiterhin Flucht und Vertreibung.

Auf ins „Gelobte Land“

Sehen Sie: Jahrzehntelange Instabilität und Konflikte etwa in Afghanistan, Syrien, Somalia und anderswo bedeuten, dass Millionen von Menschen nicht zurückkehren können. Und dass sie immer häufiger als Flüchtlinge und Binnenvertriebene mit ungewisser Zukunft an den Rändern der Gesellschaft leben müssen. Sich deshalb aufmachen ins „Gelobte Land“.

Nach Europa. Vor allem nach Deutschland, um eine bessere Zukunft für sich und ihre Familien zu suchen.

Die Schuld des Westens

Am Beispiel des Irak-Kriegs möchte ich Ihnen aufzeigen, welche Schuld sich der Westen bei den Massenfluchten auferlegt hat.

Wussten Sie, dass sich der ehemalige britische Premierminister Tony Blair im Oktober 2015 für den Irak-Krieg entschuldigte? Dass er eingestand, es sei ein Fehler gewesen sich nach falschen Geheimdienstinformationen zu richten, der damalige irakische Präsident Saddam Hussein hätte chemische Waffen gegen seine eigene Bevölkerung eingesetzt?

Auch die Interventionen hinsichtlich des Arabischen Frühlings wie beispielsweise die Militäraktion in Libyen, hätte mit eine Rolle bei der Instabilität der Region gespielt. Denn diese habe, so Blair weiter, den islamisch-fundamentalistischen und militanten Gruppen einen Zulauf verschafft. Er entschuldigte sich sogar in einem CNN-Interview dafür.

Blair und Bush unter Druck

Diese Geste machte der britische Ex-Premier jedoch keineswegs aus purer Menschenfreude oder plötzlicher politischer Ehrlichkeit. Sondern weil er genauso wie der ehemalige US-Präsident George W. Bush, unter Druck geraten ist. Denn im Herbst 2015 wurde ein als vertraulich eingestuftes Dokument vom US-Außenministerium freigegeben, das tiefe Einblicke in das Verhalten der beiden Staatschefs gab, die wesentlich die Militärallianz gegen den Irak anführten.

So hat sich Tony Blair schuldig gemacht, den Abgeordneten und den britischen Wählern vorzugaukeln, dass er nach einer diplomatischen Lösung suchte. Dabei stand schon längst fest, dass er einen „Blut-Deal“ mit Bush geschlossen hatte, militärisch gegen Saddam Hussein vorzugehen.

Aus diesem und vielen anderen Gründen ist die Kriegsstrategie des Westens mit Schuld an der Massenflucht aus den betroffenen Ländern, die unvermindert anhält. Genauso wie an der Ausbreitung des internationalen Terrorismus. Vergessen Sie das in der öffentlichen Diskussion nicht, wenn es um Flüchtlinge aus dem Irak, Syrien oder Afghanistan geht.

Und denken Sie immer daran: Sie haben ein Recht auf die Wahrheit!

Herzlichst Ihr

Guido Grandt

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ICH  BIN  LUISE