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Glyphosat in der Muttermilch

Anne Isakowitsch, SumOfUs.org

trotz riesiger Proteste hat die Europäische Kommission das wahrscheinlich krebserregende Glyphosat für fünf weitere Jahre zugelassen. Jetzt wissen wir:

Die EU hat nicht nur gegen den Willen der Bürger/innen gehandelt — die Neu-Zulassung war womöglich sogar illegal.

Deswegen ziehen wir jetzt vor Gericht und fechten die Entscheidung an. Weitere fünf Jahre Glyphosat auf unseren Feldern würde verheerende Konsequenzen für unsere Nahrung und für die Umwelt nach sich ziehen. Glyphosat-Rückstände sind in fast allen Lebensmitteln zu finden, sogar in Muttermilch und Babynahrung.

Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir eine gute Chance, dass Glyphosat doch noch verboten wird. Und zwar nicht erst in fünf Jahren sondern jetzt!

Aber die Anwaltskosten sind enorm und wir haben nicht mehr viel Zeit, bevor wir loslegen müssen.

https://actions.sumofus.org/a/monsanto-glyphosat

Können Sie 1 € spenden, damit wir Glyphosat ein für allemal vom Acker bekommen?

Monsanto hat die Entscheidung der EU Kommission zur Neuzulassung von Glyphosat groß gefeiert. Aber jetzt stellt sich heraus: die EU hätte das Gift wahrscheinlich nicht zulassen dürfen.

Die Pestizid-Industrie und ihre Heerscharen von Lobbyist/innen haben mit schmutzigen Mittel gekämpft, um den giftigen Unkrautvernichter weiter versprühen zu dürfen — von Industrie-bezahlter Forschung bis hin zur Finanzierung dubioser Gruppen, die Fehlinformationen über die giftigen Chemikalien verbreitet haben.

Unabhängige wissenschaftliche Berichte und kritische Informationen über die Auswirkungen von Glyphosat wurden von der Europäischen Kommission ignoriert. Und jetzt ist unsere Chance das gemeinsam mit unseren Verbündeten vor Gericht zu beweisen.

Wir arbeiten mit Hochdruck daran, uns auf den Fall vorzubereiten, aber Anwälte und Gerichtsverfahren kosten Geld. Können Sie uns heute bei unserer Klage unterstützen?

https://actions.sumofus.org/a/monsanto-glyphosat

Ja, ich spende 1 € damit wir gegen Monsantos Lieblingsgift vor Gericht ziehen können.

Wir haben weder mehrere Millionen Euro noch Tausende von Lobbyist/innen wie die Chemiekonzerne, aber wir wissen, dass wir etwas zum Schutz unserer Nahrung und unseres Planeten unternehmen müssen. SumOfUs-Mitglieder wie Sie haben bereits gezeigt, was wir gemeinsam gegen die Pestizidkonzerne erreichen können.

Hunderttausende haben sich bereits unserem Kampf gegen die Agrar-Riesen angeschlossen: Sie haben Werbeplakate finanziert, Briefe geschrieben, getwittert und sogar Entscheidungsträger/innen angerufen.

Wir konnten bereits verhindern, dass Monsanto die Glyphosat-Zulassung für 15 Jahre erhält. Jetzt ist unsere Chance, die Zulassung komplett zu verhindern.

Wir sind so weit gekommen, wir können jetzt nicht aufgeben. Können Sie bitte heute 1 € spenden, damit wir vor Gericht ziehen können?

https://actions.sumofus.org/a/monsanto-glyphosat

Ja, ich kann 1 € spenden, um Glyphosat ein für allemal zu stoppen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Anne, David und das Team von SumOfUs


Mehr Informationen:

Datenschutz-Grundverordnung der EU, so illegal wie die EU selbst

ddbNews R. Wie war das? Illegal Gewählte können keine Gesetze machen, aber sie verordnen ! Das trifft auch auf die EU zu! Weil die Nationen und Völker, die nicht gefragt wurden, diese Lobbyistenversammlung einfach machen lassen ,erlässt diese EU, die nicht Europa ist ,eben solche Verordnungen !Verordnungen aber sind keine Gesetze!!! Datenschutz-Grundverordnung der […]

über Datenschutz-Grundverordnung der EU, so illegal wie die EU selbst — ddbnews.wordpress.com

 

 

Der niedrigste Standard: das neue EU-bio-Logo

http://www.zeitpunkt.ch/news/artikel-einzelansicht/artikel/der-niedrigste-standard-das-neue-eu-bio-logo.html

Grün und europäisch, irgendwie dynamisch brav, so kommt das neue Bio-Logo der EU daher, das ab 1. Juli alle Bioerzeugnisse schmücken soll. Designerisch ist es gegenüber dem alten logo fraglos ein Fortschritt, auch wenn es inhaltlich (wie auch das deutsche Biosiegel) das  Zeichen für den niedrigsten verfügbaren Biostandard nach der EU-Öko-Verordnung bleibt.

Pünktlich zur Eröffnung der Biofach in Nürnberg ist das neue logo, das von einem Düsseldorfer Desingstudenten im Rahmen eines Wettbewerbs entworfen wurde, jetzt fertig. Auf der Bioseite der EU waren zuvor die Botschaften aufgelistet worden, die das logo transportieren soll. Unser Favorit: “Bio. Wir vertrauen dem, was gut ist.”
Welch gravierende Unterschiede es bei dem was gut ist gibt, stellt exemplarisch eine Gegenüberstellung von Bioland dar, in der die Unterschiede zwischen den eigenen und den EU-Vorschriften aufgelistet sind. Ob z.B. der ganze Betrieb oder nur Teile des Betriebes biologisch bewirtschaftet werden müssen, ob Stickstoff (wenn auch kein Kunstdünger) auch aus konventioneller Herstellung zugekauft werden darf oder nicht, 280 oder 580 Hähnchen pro Hektar zulässig sind, Kühe per Stromschlag am “artgerechten Koten” gehindert werden dürfen und Nitritpökelsalz zum Einsatz kommen darf oder nicht, ist nicht ganz unerheblich.

Auch die Biobranche erkennt, dass Glaubwürdigkeit nicht umsonst daherkommt. Dabei geht es, weniger um Skandale und Betrügereien, deren regelmässige Aufdeckung wohl zum Preis des Erfolges einfach dazugehören, als um die Frage nach den Prinzipien und Zielen: Industrie-Bio gegen Regional-Bio? Zunehmende Spezialisierung und Vergrösserung der Betriebe (auch bei Bio ist “wachse oder weiche” ein Thema), billige Saisonarbeiter, globalisierter Handel und Konzentration der Marktmacht im Einzelhandel und beim Grosshandel sind in den letzten Jahren zu wichtigen Themen geworden. Die Biofach hat steht dieses Jahr unter dem Motto “organic & fair”, nach Auskunft der Messeleitung ein “Traumpaar”. Meistens, wollen wir mal sagen. Der weltgrösste Biohändler für Bananen beispielsweise heißt Dole und ist im “Nebenberuf” auch der grösste konventionelle Bananen-Konzern der Welt, der sich mit vier anderen Konzernen 90% des Welthandels teilt. Dass seine Praktiken nicht immer fair sind, zeigt dieser Tage der Berlinale-Film Bananas!

Hier die drei logos, die für die Endabstimmung um das neue EU Biolabel ausgewählt wurden. Dass 67% der 130.000 online Abstimmenden sich für das Blatt aus Düsseldorf enstschieden, wundert einen nicht:

Direkte Demokratie in der EU – jetzt!

https://www.mehr-demokratie.de/neues-von-mehr-demokratie/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=5859&tx_ttnews%5Btt_news%5D=18200&cHash=21b5349ab8a6e1a3a3b416801aa7ccd4

Mit uns ein unüberhörbares Signal an die Europäische Kommission senden:

Per Online-Fragebogen eine kraftvolle Europäische Bürgerinitiative mitgestalten.

Wir trauten unseren Ohren kaum, als Anfang April der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, anlässlich des alljährlichen Tages der Europäischen Bürgerinitiative ankündigte, die Europäische Bürgerinitiative (ECI) zu reformieren: „Ich möchte die ECI zugänglicher und bürgerfreundlicher machen. Ich möchte, dass die ECI ein populäres und lebendiges Instrument wird, das die Bürger kennen“, so Timmermans in seiner Rede.

Dass die EU- Kommission auf die von uns vorgebrachte Kritik und Vorschläge reagiert und die direkte Demokratie wieder entdeckt hat, ist erfreulich aber auch überfällig. Nur mit mehr echten Teilhabemöglichkeiten für BürgerInnen werden Gesetze demokratischer.

Jetzt ist es tatsächlich soweit: die Kommission lädt die BürgerInnen ein, sich mit Ihrer Meinung an diesem Reformprozess zu beteiligen! Dafür wurde ein Online-Fragebogen entwickelt. Für eine kraftvolle Europäische Bürgerinitiative von morgen brauchen wir nun Ihre Unterstützung! Die Kommission benötigt jetzt Ihre Anregungen und konkreten Verbesserungsvorschläge.

Wir wollen ein starkes Signal an die Europäische Kommission senden: Die Menschen in Europa fordern eine Bürgerbeteiligung, die ihren Namen verdient und sind bereit, sich konkret und konstruktiv an der gemeinsamen Gestaltung Europas zu beteiligen.

Um es Ihnen so einfach wie möglich zu machen, haben wir mit unseren Partnern Democracy International, ECI Campaign und ECAS eine Ausfüllhilfe für den Fragebogen entwickelt.

Diese Ausfüllhilfe enthält die Antworten, die wir für eine einfachere, benutzerfreundlichere und verbesserte EBI für richtig halten. Gerne können Sie diese Hilfe zur Orientierung nutzen.

Nehmen sie jetzt HIER teil…

Newsletter aus Straßburg Juni 2017

  1. Große Anfrage zum Internationalen Tag der Familie

Für die Vereinten Nationen ist selbstverständlich: Das wichtigste für die Kinder sind Vater und Mutter. Diese bilden mit den Kindern eine Familie und damit die Keimzelle der Gesellschaft. Die EU sollte also aufhören, ihre sozialistische Ideologie umzusetzen. Die Kinder gehören zu den Eltern – und nicht dem Staat. Die Linie der UN sollte der Maßstab sein, die EU sollte sich daran orientieren. Meine Rede zur Familienpolitik finden Sie hier.

  1. Bericht zu Online-Plattformen

Das EU-Parlament hat einen Bericht (siehe hier) über Online-Plattformen und soziale Netzwerke verabschiedet. Natürlich finden sich auch hier Gedanken zu Fake-News und Hatespeech – selten mehr und meistens weniger kluge. Das EU-Parlament verlangt, wenig überraschend, Maßnahmen gegen die Verbreitung von Falschmeldungen („Fake News“) zu ergreifen. Als nächstes ist zu erwarten, dass die EU-Kommission auf diesem Feld aktiv wird. Wir warten gespannt. Ich werde berichten.

Experten halten das NetzDG von Justizminister Maas für europarechtswidrig. Die Frage ist, ob die Kommission einen rechtskonformen Vorschlag hinbekommt. Die Union die jetzt versucht sich von Maas‘ Gesetzesentwurf zu distanzieren hat im EU-Parlament allem zugestimmt was sie in Deutschland angeblich ablehnt. Hier in Brüssel zeigt sich deutlich die wahre Gesinnung der Union. Der Bericht, dem die Christdemokraten in Straßburg zugestimmt haben, sagt glasklar, dass „Haftungsregeln für Online-Plattformen“ die „Probleme im Zusammenhang mit illegalen Inhalten“ lösen sollen und „fordert die Kommission nachdrücklich auf, die Verfahren zur Meldung und Entfernung festzulegen“. Das ist eins zu eins, wie es Maas mit dem NetzDG beabsichtigt. CDU/CSU stehen genauso auf der Seite der Zensur wie auch die SPD.

  1. Rede zu den Werten Europas

Kommissionspräsident Juncker hat vor einigen Wochen einen Bericht vorgelegt, wie die EU sich entwickeln könnte. Er schildert dort 5 Szenarien. Diese reichen vom reinen Binnenmarkt faktisch bis zu den Vereinigten Staaten von Europa. Das Szenario eines Europas der Vaterländer mit Freihandel kommt nicht vor. Ich habe die Gelegenheit genutzt, an die wirklichen Werte Europas zu erinnern. Diese beruhen auf dem Christentum. Die EU will diese zertrümmern und vergessen machen, und stattdessen durch ihre Pseudo-Religionen wie Toleranz, offene Grenzen und Multi-Kulti ersetzen. Am Ende der Debatte reagierte der anwesende Kommissar Timmermanns auf meine Ansprache und erklärte, dass die Werte der EU sich nicht auf nur eine Religion zurückführen ließen. Ein klarer Angriff auf das Christentum. Sie finden meine Rede hier.

  1. Rolle der Europäischen Politischen Parteien

Den meisten Deutschen dürfte unbekannt sein, dass das EU-Parlament Haushaltsmittel für so genannte „Europäische Politische Parteien“ und deren Stiftungen aufwendet. Mit diesem Instrument haben sich die Etablierten eine weitere Quelle erschlossen, um ihren politischen Apparat und ihr Personal zu finanzieren. Die für die Europäischen Politischen Parteien bereitgestellten Mittel wurden kontinuierlich aufgestockt, und zwar von 18,9 Mio. EUR im Jahr 2012 auf 31,9 Mio. EUR im Jahr 2017 (wobei zusätzlich 19 Mio. EUR für die ihnen angeschlossenen Stiftungen bereitgestellt werden). Ich habe mit einem Änderungsantrag gefordert, dass die Steuerfinanzierung der Europäischen Politischen Parteien komplett eingestellt wird. Eine Mehrheit hat dieser Antrag natürlich nicht gefunden. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben, unser politisches System so zu reformieren, dass die Steuerzahler besser geschützt werden.

Hier sehen Sie das Abstimmungsverhalten der relevanten deutschen EU-Abgeordneten zu meiner Forderung, die Steuerfinanzierung der europäischen Parteien zu beenden:

Fraktion im           EU-Parlament Zustimmung Ablehnung Enthaltung Nicht abgestimmt
Christdemokraten   29   5
Sozialdemokraten   22   5
Liberale   3   1
Linke   5   3
Grüne   11   2
EFDD 1 (ich)      
ENF       1

Quelle: http://www.votewatch.eu/en/term8-statute-and-funding-of-european-political-parties-and-foundations-motion-for-resolution-after-paragr.html

 

  1. Neubau des EP in Brüssel  

Ein großer Teil des EU-Parlaments in Brüssel soll vollkommen marode und abrissreif sein. Das Gebäude ist aber nicht einmal 25 Jahre alt und kostete ungefähr eine Milliarde Euro. Nun plädiert der deutsche Generalsekretär des Parlaments, Klaus Welle von der CDU, dafür, das Gebäude abzureißen und neu zu bauen. Als Gründe werden angeführt: Nicht mehr sicher in Zeiten des Terrors und die angebliche mangelhafte Energieeffizienz. Die Kosten werden sich wohl auf mehr als 500 Millionen Euro belaufen. Die EU-Abgeordneten wissen das aber bisher auch nur aus den Medien, denn das offizielle Abrissgutachten hat das Präsidium des Parlaments ihnen nicht vorgelegt. Deshalb habe ich einen Geschäftsordnungsantrag gestellt, der die Veröffentlichung der Dokumente fordert. Das Video zu meiner Rede finden Sie hier.

  1. Lage in Jemen

Am Donnerstag entscheidet das EU-Parlament traditionell die sog. Menschenrechtsentschließungen. Das sind Aussagen zu den Konflikten in der Welt, egal ob groß oder sehr klein. Gestern ging es um den Krieg im Jemen.

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+MOTION+P8-RC-2017-0407+0+DOC+XML+V0//DE

Der Bericht nennt viele berechtigte Punkte, wie Schutz der Zivilbevölkerung, tiefe Besorgnis über die anhaltenden Luftangriffe und Bodenkämpfe, Verurteilung aller Terroranschläge und Gewaltakte gegen Zivilpersonen und Bekämpfung des IS/Da‘esh.

Der rosa Elefant im Raum wird jedoch ignoriert. Den Beitrag des Wahhabitenstaats Saudi-Arabiens zum Krieg im Jemen nennt die Entschließung nicht. Dazu gab es eine Anzahl guter Ergänzungsanträge von den Kommunisten und den Grünen, bei denen ich im Wesentlichen mitstimmen konnte. Eine parlamentarische Mehrheit haben diese jedoch nicht gefunden.

Letzten Endes habe ich dann auch der Entschließung nicht zustimmen können. Es geht ja nicht darum, irgendetwas zu sagen, sondern das Richtige zu sagen und Ross und Reiter zu benennen. Und das versäumt die Entschließung: Saudi-Arabien ist hier Kriegstreiber und kann nicht unerwähnt bleiben.

  1. Abschaffung der Roaming-Gebühren

Seit 2004 stritt die EU-Kommission mit Mobiltelefongiganten wie Vodafone, Orange und T-Mobile, um die Zusatzkosten für die Nutzung fremder Mobiltelefonnetze im Ausland abzuschaffen. Das betrifft jedoch nur einen ganz kleinen Teil derjenigen Bürger, die regelmäßig viel vom Ausland aus telefonieren. Im Durst nach positiven Schlagzeilen wurde billiges Auslandstelefonieren zum Brüsseler Spitzenthema. Indes blieben die wirklich dringenden Probleme liegen, wie beispielsweise die Konstruktionsfehler der Eurozone, die Vernichtung von privaten Ersparnissen durch die Europäische Zentralbank, der Umgang mit den Pleitestaaten Frankreich, Italien, Griechenland und Spanien, und jetzt die Flüchtlingskrise. Billiges Telefonieren ist schön, aber es hilft weder gegen hohe Inflation noch den Arbeitsplatzverlust oder fehlende Grenzkontrollen. Deswegen verlange ich: Die EU muss ihre Aufgaben besser definieren. 13 Jahre lang billiges Auslandstelefonieren für eine kleine Bevölkerungsgruppe zu verhandeln gehört nicht dazu. Übrigens: Verbraucherschutzorganisationen in allen Mitgliedsstaaten kritisieren bereits, dass die von Brüssel abgeschafften Roaminggebühren ganz einfach über eine Tarifanpassung an alle Telefonkunden weitergegeben werden – auch an die, die gar nicht vom Roaming betroffen sind. Danke, EU!

8. Ausschusssitzungen ECON und LIBE

Gelegentlich finden in den Plenarwochen in Straßburg außerordentliche Ausschuss-sitzungen statt.

Am Montag beschloss der für Wirtschaft und Währung zuständige Ausschuss, dass Unternehmen Informationen veröffentlichen müssen, die sonst nur dem Finanzamt im Rahmen der Steuererklärung verfügbar gemacht werden. Das Steuergeheimnis ist ein hohes Gut, das wir unbedingt schützen müssen. Wer das Steuergeheimnis aufhebt, der will letzten Endes den gläsernen, nicht nur staatlich totalüberwachten Bürger, sondern auch den durch die Zivilgesellschaft rundum kontrollierten Bürger. Die linke Neidgesellschaft hat sich tief in unser rechtstaatliches System gefressen. Der Kampf gegen Steuerbetrug ist dabei nur Vorwand, denn es reicht für die Verfolgung von Straftaten doch völlig aus, wenn die Finanzämter die nötigen Informationen haben. Ich habe mich deshalb gegen dieses sog. Country-by-Country-Reporting engagiert.

Am Donnerstag hat der für Fragen für Migration zuständige LIBE-Ausschuss die Kompetenzen der Nationalstaaten in Fragen Asyl- und Migrationspolitik noch weiter eingeschränkt. Das erfolgt unter so sperrigen Titeln wie „Bedingungen für die Einreise und den Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen zur Ausübung einer umfassende Qualifikation voraussetzenden Beschäftigung“ und „Normen für die Anerkennung von Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen als Personen mit Anspruch auf internationalen Schutz, für einen einheitlichen Status für Flüchtlinge oder für Personen mit Anrecht auf subsidiären Schutz“.

 

Zum Schluss möchte ich Sie noch herzlich einladen, meine Facebook-Seite mit einem „Gefällt mir“ zu versehen. So können Sie auch meine aktuellen Kommentare jederzeit verfolgen.

Herzliche Grüße,


Beatrix von Storch

Bericht aus Straßburg

 
Liebe Mitstreiter,

eine weitere intensive Plenarwoche in Straßburg liegt hinter uns. Die Themen reichten von der Lage in Ungarn unter Ministerpräsident Viktor Orbán, der Verfolgung der Christen weltweit, den Grenzüberschreitungen der EZB, über Israel und die Zwei-Staaten-Lösung bis hin zum Betrug an EU-Haushaltsmitteln.

1.      Aktueller Anlass: Das NetzDG der Großen Koalition

Facebook-Zensur: Heute hat der Bundestag das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) der Großen Koalition beraten.

Direkt nach den Wahlen in NRW, aber vor dem wichtigen Bundestagwahlkampf, führt die Koalition von CDU/CSU und SPD damit einen Tiefschlag gegen Demokratie und Meinungsfreiheit in Deutschland. Am Ende wird das Bundesverfassungsgericht entscheiden müssen. Mein Video zum NetzDG finden Sie hier.

Zeichnen Sie bitte auch diese Petition hier:

https://www.civilpetition.de/kampagne/stoppt-die-digitale-zensur/startseite/

2.      Lage in Ungarn

Die EU-Elite entlarvt ihre doppelten Standards. Das EU-Parlament provoziert einen Eklat mit Ungarn, indem es Öl ins Feuer gießt.

Der Gegensatz konnte deutlicher nicht sein. Die EU-Elite jongliert mit doppelten Standards und verbiegt sich ohne Scham. Den wichtigen Mitgliedsstaat Großbritannien kann die EU nach der freien Brexit-Entscheidung der Bürger gar nicht schnell genug vom Hofe jagen. Das institutionelle Mobbing gegenüber Großbritannien nimmt seit dem Brexit geradezu groteske Züge an. Doch Erdogan, dem Diktator vom Bosporus, streichelt die EU die Wange und biedert sich unbotmäßig an. Wenn Frau Merkels „Integrationsbeauftragte“ ungestraft zu Protokoll gibt, es gäbe keine deutsche Kultur, dann klatschen viele Beifall und die Christdemokraten schweigen diesen Ausfall weg. Doch wenn der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán die ungarische Kultur verteidigt, wird er zuerst zum Nachsitzen ins EU-Parlament zitiert. Und jetzt bekommt er in einer Entschließung zur Lage in Ungarn noch mal schriftlich vorgelegt, dass ein legitim mit einer 2/3-Mehrheit regierender Regierungschef eines Mitgliedsstaats nicht seine eigene Politik umsetzen darf. Das EU-Parlament beschloss wider besseres Wissen, Öl ins Feuer zu gießen und verlangt, Ungarn die Stimmrechte im Ministerrat abzuerkennen. Das ist die maximale Strafe – die Nuklearoption – gegen Mitgliedsstaaten, die sich dem Diktat der Brüsseler EU-Elite nicht unterwerfen. Meine Linie habe ich dazu bereits im Plenum bekanntgegeben. In der kommenden Woche treffe ich den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán im Rahmen eines Internationalen Familienkongresses in Budapest wieder.

3.     Aktueller Anlass: Die Desintegrationsbeauftragte Frau Özuguz

Während Orban das Abendland und Ungarn verteidigt, höhlt Frau Özuguz (SPD) Deutschland von innen aus.

Sie ist Integrationsbeauftragte, betreibt aber nichts weiter als die Desintegration von Deutschland. Ihre Behauptung, es gebe außer der Sprache keine spezifisch deutsche Kultur, hat mich nicht kalt gelassen und ich musste ein wenig vom Leder ziehen. Bitte sehen Sie hier.

 4.      Schutz der Christen in der EU und weltweit

Die sogenannte „EU-Außenministerin“ relativiert das Problem. Die Christdemokraten blockieren. Ich fordere bevorzugte Aufnahme von Christen.

Auf meine Initiative reichte die Fraktion des Europas der Freiheit und der Direkten Demokratie (EFDD) erneut einen Antrag für eine Plenardebatte zur Christenverfolgung im Mittleren Osten ein. Zuvor fiel ein ähnlicher Antrag der Le-Pen-Fraktion aufgrund des Widerstands der Christdemokraten von CDU und CSU durch: anstatt Christenverfolgung aus aktuellem Anlass zu thematisieren, diskutierten sie einen völlig nebensächlichen Initiativbericht. Anlass der jetzigen Aussprache waren die blutigen Anschläge auf koptische Christen in Ägypten vor Ostern. Die Zahlen sprechen für sich: mit mehr als 200 Millionen Menschen sind Christen die größte verfolgte Religionsgruppe weltweit. Aufgrund ihres Taufbekenntnisses sind sie auch klar identifizierbar. Christenverfolgung ist auch ein Problem für Deutschland. Deswegen forderte ich in der Aussprache eine bevorzugte Option für Christen bei der Aufnahme von Flüchtlingen.

Wir können nicht alle Flüchtlinge aufnehmen, also müssen wir auswählen, und die Religionszugehörigkeit ist dabei ein grundlegender Faktor.

Mein Antrag sah vor, die Aussprache mit dem EU-Sondergesandten für Glaubens- und Gewissensfreiheit außerhalb der EU durchzuführen. Diese Stelle wurde 2016 anlässlich der Verleihung des Karls-Preises an Papst Franziskus geschaffen und mit dem früheren EU-Kommissar für Jugend und Kultur, Jan Figel, besetzt. Der weithin unbekannte, aber langgediente Christdemokrat aus der Slowakei, gehört wie CDU und CSU der Parteienfamilie der Christdemokraten an. Es wäre an der Zeit, nach einem Jahr im Amt, ihn im Plenum anzuhören. Doch ausgerechnet seine eigene christdemokratische Fraktion im EU-Parlament blockierte diesen Antrag. Sind die Christdemokraten von ihren eigenen Leuten nicht überzeugt, oder wurde die Stelle doch nur geschaffen, um den Vatikan zu beeindrucken? Anstelle des Sondergesandten sprach die sogenannte „EU-Außenministerin“ zu dem Thema. Sie gehört wie Martin Schulz zur Parteienfamilie der Sozialdemokraten und kaschierte mit schönen Worten den von der EU betriebenen Relativismus gegenüber Christen.

Ich sehe zwei Gründe, warum sich diese EU niemals ausdrücklich für eine „Option für die Christen“ einsetzen wird. Erstens: Einziges Glaubensbekenntnis der EU ist Vielfalt. Alle verschiedenen Diskriminierungsgründe werden als gleichwertig betrachtet, auch wenn sie es nicht sind. Das relativiert das Problem der Religion- und Gewissensfreiheit und schließt eine „Option für Christen“ aus. Zweitens: Die EU hat sich ausdrücklich von ihren christlichen Wurzeln losgesagt, als sie den Gottesbezug zuerst in der Präambel der EU-Charta der Grundrechte und später in der Präambel ihres Vertragswerks ausdrücklich ablehnte. In der „Berliner Erklärung“ 2007 zum 50. Jahrestag der EU genauso wie in der „Erklärung von Rom“ 2017 anlässlich des 60. Jahrestags der EU wird das christliche Erbe des europäischen Kontinents bewusst verschwiegen. Diese EU hat keine Zukunft.

5.      Meine Plenarrede zur EZB

Die EZB überschreitet ihr Mandat. Seit Jahren. Keinen kümmert’s.

In der aktuellen Stunde hat das EU-Parlament darüber beraten, wie mit der EZB zu verfahren ist, die die Grenzen ihres Mandats ständig und dauerhaft überschreitet. Rat und Kommission haben sich darauf zurückgezogen, dass dies durch die Unabhängigkeit der EZB nicht zu ändern sei. Doch das ist ja gerade das Problem: Die EZB mag unabhängig innerhalb ihres Mandats sein. Aber sie ist nicht unabhängig außerhalb ihres Mandats. Es muss Grenzen geben, deren Einhaltung gerichtlich oder demokratisch-parlamentarisch überprüft werden müssen. Dem verweigern sich die Kommission, Gerichte und auch die Bundesregierung.

6.      EU-Parlament fordert Zweistaatenlösung für Israel

Die Linken laden erneut ihren Hass auf Israel ab.

Der Antisemitismus hat sein Zuhause bei der politischen Linken. Der Staat Israel, der einzige ebenso kapitalistische wie demokratische Staat im Nahen Osten, ist ihnen ein Dorn im Auge. Das links-dominierte EU-Parlament hat am Donnerstag mit einer großen Mehrheit eine Entschließung angenommen, die Israel eine Zweistaatenlösung vorschreiben will. Dafür ist es nicht zuständig. Es soll sich nicht einmischen. Mir fehlt auch jedes Verständnis dafür, wenn das EU-Parlament versucht, nicht nur Araber, sondern auch Israelis als Terroristen zu bezeichnen. Der Terrorismus in Israel hat nur einen Verursacher und den muss man klar benennen. Die einzige richtige Entscheidung ist, sich an die Seite der Opfer des Terrorismus zu stellen. Die EU muss außerdem aufhören, israelische Produkte zu boykottieren. Auch die Boykott-Forderung hat die Entschließung wiederholt. Diese habe ich abgelehnt. Sehen Sie hier das Stimmverhalten (S. 34)

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+PV+20170518+RES-RCV+DOC+PDF+V0//DE&language=DE

und den Text der Entschließung.

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=MOTION&reference=P8-RC-2017-0345&language=DE

7.      Rede zum Schutz der finanziellen Interessen der Union

Weniger EU, nicht mehr Kontrolle ist die Lösung.

Die EU weiß nicht recht, wie sie sicherstellen kann, dass die Milliardensummen, um die sie die europäischen Steuerzahler gebracht hat, so ausgeben kann, dass es zu weniger Betrug und Unregelmäßigkeiten kommen kann. Meine Lösung ist einfach: Weniger EU! Sehen Sie selbst hier.

8.      Hinweise

Die nächsten Plenarsitzungen finden am 31. Mai und 01. Juni in Brüssel und vom 12. bis zum 15. Juni in Straßburg statt.

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihre

Beatrix von Storch
beatrixvonstorch.de

 

 

Verfassungsausschuss fordert große Schritte zu mehr Transparenz und Integrität in der EU.

Verfassungsausschuss fordert große Schritte zu mehr Transparenz und Integrität in der EU.

Link, um diese Information auf twitter/facebook zu verbreiten: http://www.sven-giegold.de/2017/verfassungsausschuss-fordert-grosse-schritte-zu-mehr-transparenz-und-integritaet-in-der-eu/

Der Verfassungsausschuss des Europaparlaments hat heute den Bericht für „Transparenz, Rechenschaftspflicht und Integrität in den EU-Institutionen“ mit sehr großer Mehrheit beschlossen. Nur die deutschen Christdemokraten stimmten gegen den Bericht. Der Bericht war bereits im September 2016 abstimmungsreif, aber Konservative (CDU/CSU bzw. EVP), Sozialdemokraten und Liberale hatten damals die Abstimmung verhindert. Viele der besonders umstrittenen Regeln für Abgeordnete wurden dann bereits im Corbett-Bericht über die Änderung der Geschäftsordnung des Europaparlaments entschieden.

Der Giegold-Bericht für „Transparenz, Rechenschaftspflicht und Integrität in den EU-Institutionen“ wird in einigen Wochen im Plenum abgestimmt. Er setzt auch einen Rahmen für die Position des EU-Parlaments zum Transparenzregister für Lobbyisten. Repräsentanten aller Fraktionen arbeiten dazu an einem Mandat für die Verhandlungen über eine Überarbeitung der „Interinstitutionellen Vereinbarung“ zwischen Parlament, Kommission und künftig eventuell auch dem Rat der Mitgliedstaaten. Eurogruppe und EU-Agenturen sollen besser parlamentarisch kontrolliert werden.

Den Beschluss des Verfassungsausschuss kommentiert Sven Giegold, Berichterstatter für Transparenz, Rechenschaftspflicht und Integrität in den EU Institutionen sowie Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Europaparlament:

„Die heutige Abstimmung fordert große Schritte zu mehr Transparenz und Integrität der EU-Institutionen. Das Ansehen der EU-Institutionen wird steigen, wenn sie sich selbst starke Regeln gegen Interessenkonflikte und für mehr Transparenz geben. Das EU-Parlament legt wichtige Punkte zur Stärkung des Vertrauens in die EU-Institutionen vor, die in Junckers Weißbuch völlig fehlen. Nach den Skandalen um Manuel Barroso und Neelie Kroes verlangen wir EU-Abgeordneten eine wirkliche Reform des Verhaltenskodex für EU-Kommissare. Ehemalige Kommissare sollen mindestens 3 Jahre abkühlen, bevor sie als Lobbyist tätig werden können. Außerdem: Es muss eine unabhängige und strenge Prüfung neuer Beschäftigungen von ehemaligen EU-Kommissaren geben.

Europäische Politik muss für die Öffentlichkeit nachvollziehbarer werden. Wir EU-Abgeordnete wollen, dass die Dokumente des Trilogs zwischen Parlament, Kommission und Rat endlich öffentlich zugänglich werden. Der Zugang zu Dokumenten muss nicht nur für die großen EU-Institutionen gelten, sondern auch für andere EU-Organe wie die EZB und den Europäischen Gerichtshof. Wir EU-Abgeordnete wollen die demokratischen Kontrolle aller wichtigen Organe der EU stärken.

Die EU-Abgeordneten fordern eine stärkere Transparenz beim Lobbyismus. Das EU-Transparenzregister muss mit deutlich mehr Ressourcen ausgestattet werden, damit die Daten über Lobbyisten aktuell und vollständig sind. In Zukunft sollen auch die Zuwendungen für Lobbyorganisationen ab einem Betrag von 3.000 Euro transparent gemacht werden. Es ist wichtig für die Bürger zu wissen, wer die Aktivitäten im Brüsseler Lobbydschungel finanziert. Bei der Selbstverpflichtung zu mehr Lobbytransparenz waren die EU-Abgeordneten nicht konsequent genug. Das Parlament fordert von der Kommission, dass alle Mitarbeiter, die Politik mitprägen, auch ihre Lobbytreffen offenlegen müssen. Bisher ist das zwar für Kommissare und Generaldirektoren vorgeschrieben, die Kommissionsmitarbeiter, die etwa über TTIP und CETA verhandelten, sind bisher aber nicht zu Lobbytransparenz verpflichtet. Diese Forderung des Parlaments an die Kommission ist richtig, aber zum Scheitern verurteilt. Die EU-Abgeordneten könnten nicht mehr Lobbytransparenz von Kommissionsmitarbeitern einfordern, aber für sich selbst lockerere Maßstäbe anlegen. Die Koalition der Blockierer im Parlament aus Christdemokraten, Liberalen und vielen Sozialdemokraten muss sich für die Plenarabstimmung einen Ruck geben und eine Selbstverpflichtung zu Lobbytransparenz mittragen. Nur so haben die Parlamentsforderungen an die Kommission und den Rat der Mitgliedstaaten eine Chance.“

Grüner Plan für Transparenz und Integrität: http://www.sven-giegold.de/2016/gruener-plan-fuer-transparenz-und-integritaet-im-europaparlament/

Ergebnis der Abstimmung über die Geschäftsordnung des Europaparlaments („Corbett-Bericht“): http://www.sven-giegold.de/2016/ep-verhaltensregeln-eu-parlament-staerkt-seine-effizienz-und-integritaet-konservative-blockieren-lobbytransparenz/#

HINTERGRUND: Gewonnen und verloren im Verfassungsausschuss

BESCHLOSSEN

Mehr Lobbytransparenz

Der Rat der Mitgliedstaaten und deren ständige Vertretungen sollen nur registrierte Lobbyisten treffen. (COMP IV – Absatz 1 c)

Ausweitung der Lobbytransparenzregeln in der Kommission für alle politischen Mitarbeiter: Nicht nur Kommissare und Generaldirektoren sollten ausschließlich registrierte Lobbyisten besprechen und über sie öffentlich berichten. (Kompromiss X, Absatz 2)

Unregistrierte Lobbyisten sollen von Veranstaltungen in allen EU-Institutionen als Referenten, Gäste auf dem Gelände oder Experten in beratenden Gremien ausgeschlossen werden. (COMP XIII – Ziffer 2 c)

Alle Informationen über Lobbyismus gegenüber den EU-Institutionen sollen über einen One-Stop-Shop zugänglich sein. Dazu gehören Interessenkonflikte, Interessenkonflikte und Expertengruppen. (COMP XIV – Ziffer 3)

Lobby-Organisationen sollten alle Geber in ihre Budgets veröffentlichen, die mehr als 3 000 EUR geben. Spenden über 12 000 EUR sind unverzüglich zu melden. (KOMP XVIII Ziffer 6a)

Lobbyisten sollen sanktioniert werden, wenn sie Parlamentsanhörungen boykottieren oder während dieser Anhörungen unzureichende oder irreführende Informationen liefern. (COMP XXII – Ziffer 10)

Lobbyierende Anwälte dürfen nicht vom Berufsgeheimnis profitieren, sondern müssen alle Klienten offenlegen, für die sie im Rahmen des Transparenzregisters handeln. (KOMP XXIII – Ziffer 10 a, KOMP XXIV – Ziffer 11, KOMP XXV – Ziffer 11 a)

Das Sekretariat der Transparenzregistrierung sollte wesentlich mehr Ressourcen haben, um sicherzustellen, dass die Daten der Registrierten sinnvoll, genau, aktuell und umfassend sind. (KOMP XXVIII- Ziffer 13)

Der Rat sollte sich dem Transparenzregister anschließen, einschließlich seiner Vorbereitungsgremien. Die Mitgliedstaaten sollten zumindest dort Lobbytransparenzregeln einführen, wo EU-Gesetzgebung beeinflusst wird. (KOMP XX – Ziffer 8)

Die Drehtür zwischen EU-Kommission und Lobbyjobs schließen

Ehemalige Kommissare sollten mindestens 3 Jahre (statt 1,5 Jahre) warten müssen, bis sie Lobbyisten werden dürfen. (COMP XLV – Ziffer 22)

Diejenigen, die beurteilen, ob die neuen Jobs ehemaliger Kommissare regelgemäß sind, sollten unabhängig von den Betroffenen sein statt wie der derzeitige ad-hoc-Ausschusses von der Kommission selbst handverlesen zu werden. (COMP XLVI – Ziffer 22 a)

Eine Abkühlperiode von 18 Monaten sollte auch für externe und ad hoc-Mitglieder des Regulatory Scrutiny Board im Rahmen einer besseren Rechtsetzung und für Mitglieder des Verwaltungsrates der Europäischen Investitionsbank in Erwägung gezogen werden. (COMP XLVIII – Ziffer 22 c)

Die Integrität der EU-Kommission stärken

Die Rechte und Pflichten der Kommissionsmitglieder sollten in einem EU-Gesetz geregelt werden, das im üblichen Verfahren von Parlament und Rat der Mitgliedstaaten gemeinsam entschieden wird. Dies sollte die gegenwärtige Selbstregulierung der Kommission und den Mangel an Aufsicht durch das Parlaments ablösen. (COMP LV – Ziffer 26 a)

Die Kommission sollte alle Protokolle der Expertengruppensitzungen einschließlich der vertretenen Meinungsvielfalt veröffentlichen. Expertengruppen sollen ihr Veto dazu verlieren. (COMP LII – Ziffer 24 a)

Open government: Leichterer Zugang zu Dokumenten, mehr Transparenz im Rat der Mitgliedsländer

Der Zugang zu Dokumenten soll leichter werden auch für den Europäischen Rat, die Europäische Zentralbank, den Gerichtshof und alle EU-Organe und -Agenturen indem Verordnung (EG) Nr. 1049/2001 auch für sie Anwendung findet. (COMP LVII – Ziffer 27)

Trilog-Dokumente sollen auf der Website des Parlaments wie andere Legislativdokumente öffentlich zugänglich sein. Dies gilt für Tagesordnungen, Zusammenfassungen von Ergebnissen, Protokollen und allgemeinen Ansätzen im Rat. (COMP LVII – Ziffer 27)

Der Rat der Mitgliedstaaten soll Dokumente, insbesondere Protokolle der Sitzungen der Arbeitsgruppen des Rates, veröffentlichen, die die Position der einzelnen Mitgliedstaaten klären. (COMP LVII – Ziffer 27)

Ob EU-Dokumente wirklich geheim sein müssen, sollte von einer unabhängigen Behörde zur Einstufung und Freigabe von Dokumenten überprüft werden. (COMP LVII – Ziffer 27)

Die Gremien, in denen das Parlament seine Agenda bestimmt, sollen ihre Dokumente veröffentlichen: Die Ausschusskoordinatoren, das Präsidium und die Konferenz der Fraktionsvorsitzenden. (COMP LVII – Ziffer 27)

Mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht in den EU-Handelsverhandlungen

Dokumente über Handelsverhandlungen sollten so öffentlich sein wie von der Europäische Bürgerbeauftragten empfohlen, einschließlich Lobby-Meetings, Entwürfen von Tagesordnungen für Sitzungen, endgültige Tagesordnungen und Berichte nach Verhandlungen. (COMP LXI – Ziffer 38)

Wichtige handelspolitische Dokumente sollten dem Parlament leichter zur Verfügung stehen. Dazu gehören die Abgrenzung des Umfangs, Mandate und Entwicklung von Verhandlungen (COMP LX – Ziffer 37 a)

Das Parlament sollte mehr über die Mandate für internationale Verhandlungen im Vorfeld der internationalen Verhandlungen entscheiden, anstatt nur das zu implementieren, was bereits international beschlossen wurde. Zu diesem Zweck solle die Kommission Leitlinien für die Annahme und Kohärenz der europäischen Standpunkte im Vorfeld von großen internationalen Verhandlungen einführen. Die Kommission sollte für die Vertretung in internationalen Organisationen und Gremien einen Verhaltenskodex für Transparenz, Integrität und Rechenschaftspflicht vorlegen und verwirklichen. (COMP LXV – Ziffer 41 a)

Ethik-Regeln für alle EU-Einrichtungen

Der Rat und andere EU-Organe oder Gremien ohne Verhaltenskodex sollten solche Ethik-Regeln einschließlich Sanktionen einführen. (COMP XL – Ziffer 20 b)

Mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht in der EU-Finanzpolitik

Bislang intransparente Gremien wie die Eurogruppe, der Wirtschafts- und Finanzausschuss, „informelle“ Ratssitzungen der Finanzminister (ECOFIN) und Euro-Gipfeltreffen müssen institutionalisiert, transparent und rechenschaftspflichtig werden. (COMP LXVI – Ziffer 42)

Whistleblower verbindlich schützen

Um Whistleblower zu schützen, sollte die Kommission umgehend einen Rechtsrahmen für ihren wirksamen Schutz vorschlagen. (COMP LXVIII – Ziffer 44)

Vorbeugung gegen Korruption stärken

Die Auswahl von Kandidaten für EU-Wahlen sollte strengeren demokratischen Mindestnormen genügen, beispielsweise der geheimen Wahl und angemessener Mitsprache der Parteimitglieder. (COMP LXIX – Ziffer 45)

Verurteilte Verbrecher, die der Korruption gegen die finanziellen Interessen der EU oder innerhalb von Mitgliedstaaten schuldig sind, sollen von der Kandidatur für EU-Wahlen ausgeschlossen werden. Für solche Disqualifizierungsverfahren, die in einigen Mitgliedstaaten bereits bestehen, wollen wir gemeinsame Mindeststandards festlegen. (COMP LXIX – Ziffer 45)

Die EU sollte so bald wie möglich Mitglied in der Staatengruppe gegen Korruption des Europarats (GRECO) werden. (COMP LXX – Ziffer 45 a)

Die EU-Kommission soll den zweiten EU-Anti-Korruptionsbericht ohne weitere Verzögerungen veröffentlichen. Das Parlament antwortet damit auf das Schreiben von Kommissar Timmermans, in dem er von seinem Versprechen diesen Bericht vorzulegen, vor kurzem abgerückt war. (COMP LXXIII – Ziffer 46 b)

Interessenskonflikte bei wissenschaftlicher Expertise vermeiden

Zur Vermeidung von Interessenkonflikten und unangemessener Einflussnahme bei Studien, auf denen die EU-Gesetzgebung beruht, sollen z.B. Studien vor der Durchführung registriert werden. Auch falls der Auftraggeber unzufrieden ist, sollen die Ergebnisse dann trotzdem einbezogen werden. Die Kommission soll mehr in eigene Kapazitäten für unabhängige wissenschaftliche Gutachten investieren. (COMP LXXV – Ziffer 46 c)

Gemeinwohl-Interessen in EU-Beratungsgremien stärken

Experten, die Nichtregierungsorganisationen in EU-Beratungsgremien vertreten, sollen eine angemessene Entschädigung erhalten, damit schwächere Interessen besser vertreten werden. Dies entspricht der bewährten Praxis der europäischen Aufsichtsbehörden wie z.B. der Europäischen Bankenaufsicht. (COMP LXXVII- Ziffer 47 a)

Parlamentarische Kontrolle von EU-Agenturen stärken

Die Kommission soll dem Parlament Mitentscheidungsbefugnisse bei der Ernennung oder Entlassung von Direktoren der EU-Agenturen gewähren. (COMP LXXVI – Ziffer 47)

ABGELEHNT

Diese Vorschläge waren in meinem Entwurf des Berichts enthalten, aber in den Verhandlungen oder in der Abstimmung nicht durchsetzbar (Auswahl):

Ein Legislativer Fußabdruck bleibt rein freiwillig, auch für Berichterstatter und Ausschussvorsitzende, die von ihren Kollegen gewählt werden, um das Parlament durch die Gesetzgebung zu führen. (Absatz 1 und 5 im Berichtsentwurf)

Weder Abgeordnete noch Lobbyorganisationen sind verpflichtet, ihre Treffen zu veröffentlichen. Das Präsidium des Parlaments ist nur aufgerufen, Infrastruktur für diejenigen zu schaffen, die dies freiwillig tun wollen. (Abs. 1 und 9)

Keine Abkühlperiode für Europaabgeordnete: Sie können die Drehtür in Lobbyjobs direkt nach dem Ende ihres Mandat nehmen. (Abs. 21)

Der Ethikausschuss des Parlaments bleibt für eine Ergänzung durch externe Sachverständige verschlossen. Die Abgeordneten werden nur von anderen Abgeordneten geprüft. (Abs. 16)

PS: Sie können hier selbst einstellen, zu welchen Themen Sie Informationen von mir bekommen wollen:
http://www.sven-giegold.de:8080/r.html?uid=1.1yg.11nz.6fi.cgb040d6ok
Wenn Sie Einladungen zu meinen Veranstaltungen in Ihrer Region bekommen möchten, tragen Sie bitte auch Ihre Postleitzahl ein (nur in Deutschland).

——
Sven Giegold, MdEP
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Das wär wirklich visionär

LIEBE/r
Am ersten März hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker fünf Szenarien vorgestellt, wie die Europäische Union 2025 aussehen könnte. Endlich soll es wieder eine Vision für Europa geben.

Doch wer wird über diese Vorschläge entscheiden? Wer hat in der Hand, ob es zukünftig ein Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, ein „Weiter so wie bisher“ oder eine EU als Binnenmarkt geben wird? Der Kommissionspräsident schreibt in seinem Papier, dass es eine Debatte mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Städten und Regionen der EU geben soll.

Das ist nichts Neues. Das Einbeziehen der Europäerinnen und Europäer mit Konsultationen oder einem „Plan D“ wie Dialog, all das kennen wir bereits. Hier gibt’s keine Verbindlichkeiten. Die Bürger dürfen reden, doch sie haben nichts zu sagen. Die EU-Politiker handeln weiterhin zu häufig eigenmächtig, ein Beispiel ist die EU-Finanzkrise. Das führt dazu, dass immer mehr Menschen die EU ablehnen.

Meinen Juncker und seine Kollegen es ernst, so sollten sie jetzt einen demokratischen und transparenten EU-Konvent wagen. Das wäre wirklich visionär! Ein bis zwei Jahre lange würden in dieser Versammlung Menschen aus ganz Europa einen neuen EU-Vertrag erarbeiten. Democracy International fordert verbindliche Abstimmungen über die Ergebnisse. Unterschreiben Sie hier unseren Aufruf, um die EU auf eine neue, demokratische Grundlage zu stellen.Mit herzlichen Grüßen
Cora Pfafferott

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