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23. Okt. 2017 — Hallo Freunde des lebendigen #Kiezcharakter!
Danke, dass Ihr alle unsere Petition unterschrieben habt! Nun habt Ihr lange nichts von uns gehört, aber heute gibt es Neuigkeiten:
Da die letzte Wirtsschaftsausschuss-Sitzung Friedrichshain/Kreuzberg außer einer weiteren Verlängerung um 4 Monate eher unbefriedigend war, habe ich mich entschieden einen offenen Brief an Stadtrat Hehmke zu schreiben! Herr Hehmke und die gesamte SPD Friedrichshain/Kreuzberg sind offensichtlich nicht an unserem Problem interessiert.
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Sehr geehrter Herr Stadtrat Hehmke,
ich bin Martin Böhm, Mit-Initiator von der Initiative #Kiezcharakter und engagierter Anwohner gegen das Totalverbot der Gehwegnutzung in der Mainzer Straße! Ich war natürlich beim dem letzten Wirtsschafts Ausschuss/BVV am Dienstag den 17. Okt 2017 und habe mir alles angehört und bin entäuscht.
Erstens ist festzuhalten, dass Ihr Vorschlag, dass dort, wo normalerweise 70cm benötigt werden, nun für Waren 50cm ausreichend wären und somit zumindest Gemüse- und Buchladen gerettet wären, funktioniert mit Ihrer Messweise leider nicht. Ich messe vor dem Gemüseladen mit meinem Lasermessgerät von der Aussenkante der Gehwegplatte 1,50m zur Hauswand und dann bleiben 39cm übrig! Bei Gerds Buchladen sogar nur 37cm da die Hauswand weiter raus kommt. Damit dürften nach ihrer neuen Idee, beide Geschäfte ihre Waren nicht draußen lassen!
Die Wahrheit ist, dass die Gehwegplatte auf beiden Seiten der Mainzer Straße eben NICHT die Laufbahn definiert, sondern die vom Amt einst aufgestellten Poller und Laternen! Wenn Sie das einsehen würden und Ihre Messpunkte hier ausrichten, dann würde die Rechnung aufgehen!
Auch wurde nicht erwähnt, dass die Mainzer Strasse 2 verschiedene Straßenseiten hat, nämlich eine mit Senkrechtparkern und eine, wo die Autos parallel zur Straße parken. Sehr wichtig, wie ich finde…. denn zum Beispiel auf der Senkrechtparkerseite (Gemüseladen, Buchladen) parken niemals (wie sie sagten) Fahrräder oder Motorräder auf dem Unterstreifen! Die sind nämlich nicht blöd und riskieren bei einem einparkenden Auto einen Zusammenstoß mit ihrem Bike oder Moped.
Dann sind Sie nicht auf die Anfrage der DIE LINKE. Friedrichshain-Kreuzberg eingegangen, wie breit der sogenannte Unterstreifen eigentlich sein muss…
Ich weiss es aber, es sind 80cm! Der Unterstreifen vor dem Gemüseladen ist genau 1,46m… die Straßenlaterne steht bei 90cm… und genau an dieser Laterne fängt die Laufbahn eigentlich an! Dann würde auch alles passen und es wäre die günstigste Lösung.
Die Teurere wäre nämlich unsere neue Forderung, falls wir keine Lösung finden sollten: ein Neuverlegung des gesamten Gehwegs, wie zum Beispiel in der Scharnweber Straße. Unser ist eh nicht Rollstuhlfahrer freundlich, mit den ganzen Stolperfallen und dann wären wir nicht so abhängig von den alten falsch verlegten Gehwegplatten.
Ganz nebenbei wurden damals 1992 nach den Straßenschlachten, wo ja bekanntlicherweise nichts von Gehweg oder Straße übrig war, alles wieder neu aufgebaut. Und hier wurden die Gehwege schmaler wieder aufgebaut als vorher, wie alteingesessene Bewohner der Mainzer berichteten.
Ich möchte auch insgesamt Ihren Vortrag/Präsentation zum Thema kritisieren und behaupte: Sie waren nicht wirklich gut vorbereitet. Sie referierten sehr einseitig, unvollständig und es wurde bewusst Stimmung gegen uns gemacht. Zum Beispiel stand in Ihrer Diashow der Punkt, dass der Unterstreifen als Ausweichmöglichkeit benutzt werden darf, was Sie dann einfach überlesen und nicht vorgetragen haben. Auch das skizzierte Straßenschema, dass sie an die Wand projizierten, bei dem die Baumscheiben im Unterstreifen lagen, bildete eine völlig andere Situation gegenüber der Mainzer ab!
Ich habe das Gefühl, dass Sie nicht wirklich an einer bürgerfreundlichen Lösung interessiert sind. Sie hatten noch nicht mal die Maße der Gehwege in der Mainzer oder eine Skizze von unserer Straße, die annähernd auf unsere Situation passt. Gleichzeitig haben Sie exakt dasselbe gesagt, wie im Juni auf unserer Anwohnerversammlung. Also nichts Neues! Was haben Sie denn die letzten Monate getan? Auch sollte schon längst eine Arbeitsgruppe von Ihnen gegründet werden… Wo ist die? Augenscheinlich sind Ihnen auch die von uns gesammelten 30.000 Unterschriften auf Change.org und die nur in der Mainzer 2000 handschriftlich gesammelten Unterschriften egal. Diese repräsentieren aber ganz offensichtlich den Bürgerwillen!
Der grösste Hohn ist, dass es 20 Jahre ohne Probleme funktionierte, dass die Beschwerdelage null ist , dass auf jeden Fall 2 Rollstuhlfahrer aneinander vorbeikommen, dass die Mainzer kein Hotspot ist, dass die Geschäfte nicht von Touristen sondern von Anwohnern benutzt werden und dass wir ein gesunder Kiez sind und nun von Ihrer „Eine Regel für alle Straßen“ kaputt gemacht werden! Das nehmen wir nicht hin!
Daher fordern wir jetzt erst Recht eine LEX MAINZER STRASSE (Ausnahmeregelung) oder eine Neuverlegung der Gehwege in der Mainzer Straße! Finden Sie eine Lösung Herr Hehmke!
Für die Initiative #Kiezcharakter
Martin Böhm
PS: Da Sie mir auf meine letzte Mail nicht einmal geantwortet haben, ist dies ist ein offener Brief und ist zu finden auf Facebook.com/kiezcharakter und auch auf change.org/kiezcharakter
Wir danken Bündnis 90/Die Grünen Friedrichshain-Kreuzberg, der FDP Friedrichshain-Kreuzberg und DIE LINKE. Friedrichshain-Kreuzberg für ihren Antrag für die 4-monatige Verlängerung! Die Abstimmung erfolgte mit nur einer Gegenstimme von Herr Dr. Beckers (SPD Friedrichshain-Kreuzberg), ehemaliger Stadtrat, Vorgänger von Hehmke, Mitinitiator der Regelung, die 2012 in Kraft trat und immer noch droht die Kiezkultur in der Mainzer zu zerstören.
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Vielen Dank #Kiezcharakter
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