Archiv der Kategorie: WANDEL

Re: Pferdefolter

Die grausame Pferdefolter in Südamerika könnte schon bald ein Ende haben: Nachdem die Tierschutzorganisation Animal Welfare Protection die Pferdequal aufgedeckt hatte, erhoben Menschen weltweit ihre Stimme gegen das Geschäft mit dem Qualhormon PMSG — darunter auch mehr als 100.000 SumOfUs-Mitglieder.

Jetzt ist Hoffnung in Sicht: Uruguay und Argentinien haben angekündigt, die Branche endlich zu kontrollieren. Das ist ein Anfang. Solange aber die Pharmaindustrie an dem Geschäft mit dem Qualhormon festhält, werden Pferde für ihre Profite gequält.

Machen wir Merck Sharp & Dohme (MSD) klar, dass sie ihr Geschäft mit dem Qualhormon nicht unbehelligt weiter führen können!

Fordern Sie MSD auf, keine Pferde mehr für das Hormongeschäft quälen zu lassen!

http://action.sumofus.org/de/a/pferde-merck-de/?akid=17273.9287361.2UEPLj&rd=1&sub=fwd&t=3


In Südamerika werden trächtige Stuten zu Tode gequält, um mit ihrem Blut Profit zu machen.

Fordern Sie Merck Sharp & Dohme auf, seine Geschäfte mit den Blutfarmen zu beenden!

Sylvia,

Das Blut trächtiger Stuten enthält das Hormon PMSG. Um dieses Hormon für die Pharmaindustrie zu gewinnen, werden in Südamerika zehntausende trächtige Stuten mit Holzscheiten und Elektro-Peitschen in Fixierboxen geprügelt. Die Blutfarmer zapfen ihnen so viel Blut ab, bis sie kraftlos zusammenbrechen. Wenn sie durch die Torturen nicht mehr trächtig werden können, landen sie wie Wegwerfartikel im Schlachthof.

Pharmakonzerne wie das US-Unternehmen Merck Sharp & Dohme (MSD) interessiert nur das Geschäft mit dem Qual-Hormon: Sie verkaufen es für die Produktionssteigerung der Fleischindustrie, auch in der EU. Nach europäischem Tierschutz streng verboten, spielt sich das Elend in Argentinien und Uruguay in einer Grauzone ab.

Wenn wir MSDs Verbindung mit der Tierquälerei jetzt öffentlich anprangern, können wir das Leiden der Pferde beenden. Denn Pferdefolter will kein Unternehmen als Schandfleck auf seiner Weste. Und wenn wir Merck zum Einlenken bringen, steigt auch der Druck auf die anderen Konzerne.

Fordern Sie MSD auf, keine Pferde mehr für das Hormongeschäft quälen zu lassen!

http://action.sumofus.org/de/a/pferde-merck-de/?akid=17273.9287361.2UEPLj&rd=1&sub=fwd&t=3

In ihrer Profitgier kennt die Pharmaindustrie keine Grenzen. Ob lebensgefährliche Verhütungsmittel in Entwicklungsländern oder das Quälen von Tieren wegen ihres Blutes — was Geld bringt, geht in Ordnung.

Wir sagen: Nein, es geht nicht. Deshalb haben wir SumOfUs gegründet. Wenn wir uns auf der ganzen Welt zusammen tun, können wir auch multinationalen Firmen das Handwerk legen. Mit vereinten Kräften haben wir Zara und andere Modehäuser dazu bewegt, keine Kaninchen mehr für ihre Angora-Produktion zu quälen.

Sorgen wir jetzt dafür, dass Pferde nicht mehr leiden müssen für die Profite des Pharmakonzerns Merck Sharp & Dohme!

Rufen Sie MSD dazu auf, die Tierquälerei in Südamerika sofort zu beenden!

http://action.sumofus.org/de/a/pferde-merck-de/?akid=17273.9287361.2UEPLj&rd=1&sub=fwd&t=3

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Wiebke, Oliver und das Team von SumOfUs

 

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Mehr Informationen:

Pferde-Blutfarmen sollen unter Aufsicht, Süddeutsche Zeitung, 16. Februar 2016
Wie Pharmakonzerne mit Pferdeblut Geschäfte machen, Süddeutsche Zeitung, 29. September 2015
Neue Pferdequälerei: Stuten leiden für unser Schweinefleisch, Schweizer Radio und Fernsehen, 29. September 2015
Das Blutgeschäft, Tierschutzbund Zürich, Animal Welfare Foundation

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ICH  BIN  LUISE

SumOfUs.org ist eine weltweite Bewegung engagierter Menschen wie Ihnen, die sich zusammen dafür einsetzen, dass Konzerne für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen werden. Gemeinsam ebnen wir so den Weg für eine neue, nachhaltige Weltwirtschaft.

Unglaublich….Vielen Dank für die großartige Unterstützung, weiter so

https://www.change.org/p/aufhebung-des-scooter-verbots-f%C3%BCr-menschen-mit-behinderung-in-linienbussen-inklusion/u/15454230

Sigrid Neidhöfer

Deutschland

14. Feb. 2016 — Unglaublich, nach 7 Tagen haben sich bereits 27.000 Unterstützer/innen für meine Petition eingetragen. Vielen herzlichen Dank dafür! Vor einer Woche dachte ich noch, dass ich alleine mit meinem Anliegen da bzw. vor dem Bus stehe. Doch durch diese breite Unterstützung kann was verändert werden. Danke auch für die vielen Kommentare, die Mut machen und auch zeigen, wie viele Menschen unmittelbar selbst betroffen sind. Danke, Ihr seid großartig!


 

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ICH  BIN  LUISE

 

Gefährliche Keime aus dem Stall: Noch eine Woche, um den Umweltausschuss zu

Donnerstag, 11.02.2016

Newsletter

Jetzt aktiv werden: Stoppt die Keime aus dem Stall!

Aktion: Stoppt die Keime aus dem Stall!

Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstituts,

in der intensiven Tierhaltung werden viel zu viele Medikamente eingesetzt, um die Tiere an die Tierfabriken anzupassen. Das hat schlimme Folgen: Reste von Medikamenten landen in den Gewässern und Böden, multiresistente Keime breiten sich aus und finden ihren Weg in Fleischprodukte aus dem Supermarkt. Die industrielle Tierhaltung gefährdet unsere Gesundheit.

Am kommenden Mittwoch steht in Brüssel die neue europäische Tierarzneimittelverordnung auf der Tagesordnung des Umweltausschusses. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments bearbeiten über 900 Änderungsanträge zur neuen Verordnung. Sie stellen damit die Weichen für die Abstimmung im Parlament: Wird der Handel mit Tierarzneimitteln eingeschränkt oder sogar noch weiter vereinfacht? Wir müssen jetzt Druck machen, damit die Abgeordneten sich gegen den Liberalisierungswahn der EU-Kommission stellen.

Bei unserer Online-Aktion „Stoppt die Keime aus dem Stall!“ haben Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland und Österreich bereits über 120.000 E-Mails an ihre Europaabgeordneten geschrieben. Die Woche vor der Ausschusssitzung wollen wir nutzen, um die Abgeordneten auf die entscheidenden Themen aufmerksam zu machen.

Werden Sie jetzt aktiv und schreiben Sie eine Mail an Ihre Abgeordneten!

 Jetzt mitmachen

An der Endlagerung scheiden sich die Geister

Bundesadler im Zeichen für Radioaktivität

Sowohl die von der Bundesregierung eingesetzte Endlager-Kommission als auch die Anti-Atom-Initiativen luden Anfang des Jahres zu Konferenzen rund um den Atommüll und seine Lagerung ein.

Während die Kommission der Bundesregierung in öffentlichen Workshops über Kriterien für eine möglichst sichere Lagerung der Atomabfälle diskutieren ließ, ging es bei der Atommüll-Konferenz der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) um ganz konkrete Fragen zur Lagerung des radioaktiven Mülls.

Ernüchternd ist die Tatsache, dass seit den Berichten der Arbeitsgruppe „AkEnd“ von 2002 kaum Fortschritte bei der Endlagersuche zu erkennen sind und das umstrittene Lager Gorleben nach wie vor im Rennen ist. Die Beiträge der NGO-Konferenz machten zusätzlich klar, wie weit entfernt wir noch immer von einer sicheren Lagerung des Atommülls sind.

Unseren Bericht zu den beiden Konferenzen finden Sie hier.

Auf Ihren Beitrag kommt es an!

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Mit herzlichen Grüßen, Ihr

Unterschrift Harald Nestler

Harald Nestler
Vorstand

Termine

Infotour zu Freihandelsabkommen

In den nächsten Wochen ist unser Referent Karl Bär wieder auf Tour – mit fundierten und kritischen Informationen zu den Freihandelsabkommen TTIP und CETA.

Die nächsten Termine sind:

Freitag, 12.02.2016 ab 19:00 Uhr, Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis
Daiserstr. 15, 81371 München

Thema: „Wie TTIP auf kleine Unternehmen wirkt“

Mittwoch, 17.02.2016 ab 19:30 Uhr, Gasthof „Zum Hirsch“
Sonthofener Str. 4, 87477 Sulzberg bei Kempten
Thema: „Konzerne auf Kaperfahrt – Wie TTIP Verbraucherschutz und Umwelt gefährdet“

Die Reise zum sichersten Ort der Erde – Dokumentarfilm

Freitag, 12.02.2016 ab 20:00 Uhr, Capitol Kino, Alleestr. 24, 85716 Unterschleißheim
Thema: „Problemfall Atommüll“. Regie: Edgar Hagen

Sondervorführung in der Reihe „Mensch & Umwelt“. In Kooperation mit Agenda 21 Unterschleißheim. Anschließend Filmgespräch mit Radioaktivitätsreferentin Christina Hacker (Umweltinstitut München).

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ICH  BIN  LUISE

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Illegaler Vogelhandel: Der Urwald droht zu verstummen

http://www.spektrum.de/news/vogelfaenger-gefaehrden-artenvielfalt-in-indonesien/1396698

Indonesiens Vogelwelt, eine der artenreichsten und prächtigsten der Welt, schrumpft rapide. Gefahr droht ihr ausgerechnet von ihren größten Bewunderern: einheimischen Vogelfans.

In Indonesien leben immer mehr Vögel in Gefangenschaft.

© Kanitha Krishnasamy / Traffic
Meterhoch türmen sich Käfige, in ihnen turnen und flattern Vögel aller Couleur, es zwitschert, flötet und piept von allen Seiten: Die Vogelmärkte Javas sind legendär und bei vielen Touristen wegen ihres exotischen Flairs beliebt. Was die wenigsten wissen: Beim größten Teil der Tiere handelt es sich um Wildvögel. „Das Handelsvolumen ist so gewaltig, dass einst häufige Vögel rapide verschwinden“, sagt Chris Shepherd, Direktor der südostasiatischen Niederlassung der Artenschutzorganisation Traffic. Traffic veröffentlichte im September einen Bericht, der Experten weltweit alarmierte: 19 036 Vögel zählten Shepherd und Kollegen in drei Tagen auf drei großen Vogelmärkten.

Die Menschen in Indonesien sind begeisterte Vogelfans, das Halten von Vögeln ist Teil ihrer Kultur. In den großen Städten Balis und Javas – Jakarta allein hat elf Millionen Einwohner – besitzt ein Drittel aller Haushalte einen oder mehrere Vögel. Besonders begehrt sind die guten Sänger, mit denen ihre Besitzer an Gesangswettbewerben teilnehmen, die in Indonesien äußerst beliebt sind. Dort tirilieren mehrere Vögel um die Wette, während Richter die Kraft und den Variationsreichtum des Gesangs beurteilen. Lukrativ ist es obendrein: Je nach Wettbewerb locken Preisgelder zwischen 100 und mehreren tausend Euro – hohe Geldsummen, bedenkt man das Durchschnittseinkommen von rund 300 US-Dollar pro Monat.

Die Vogelmärkte Indonsiens sind legendär und bei vielen Touristen wegen ihres exotischen Flairs beliebt. Was die wenigsten wissen: Beim größten Teil der Tiere handelt es sich um Wildvögel, wie bei diesen Staren.
© iStock / dinozaver

Finken auf einem Vogelmarkt in Indonesien

Die Vogelmärkte Indonesiens sind bei vielen Touristen wegen ihres exotischen Flairs beliebt. Was aber die wenigsten wissen: Beim größten Teil der Tiere handelt es sich um Wildvögel.

Das Gesangsrepertoire eines Vogels wird direkt von der Umgebung geprägt, in der er aufwächst. Deswegen stellen Vogelbesitzer ihren Jungvögeln häufig auch Vorsänger an die Seite: Hört ein junger Vogel den Ruf des Vorsängers oft genug, baut er ihn in sein Repertoire ein.

Im Trend ist momentan der Ruf der „Grünen Jagdelster“ Cissa chinensis – mit direkten negativen Folgen: Der Bestand dieser Vogelart schrumpft. Indonesien steht wegen seiner einzigartigen Vogelwelt schon lange weit oben auf der Liste des internationalen Vogelschutzes. 1719 Arten leben hier – 17 Prozent aller Vogelarten weltweit. 454 Arten sind endemisch, manche kommen nur auf bestimmten Inseln vor, etwa Java-Adler, Bali-Stare oder der bezaubernde Paradiesvogel, der nur auf Papua zu finden ist.

Neue Vorliebe für Singvögel

Die Vorliebe für Singvögel hat sich in Indonesien erst in den vergangenen 30 bis 40 Jahren entwickelt. Zuvor wurden dort vornehmlich Tauben gehalten. Bis zum Jahr 2000 waren Kanarienvögel und chinesische Vogelarten in Mode. Wegen der Vogelgrippe wurden die Importe damals aber verboten, und das Interesse verlagerte sich auf einheimische Singvögel wie etwa die Damadrossel (Zoothera citrina) oder die Schamadrossel (Copsychus malabaricus). „Hört man auf Java heute einen Vogel zwitschern, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er im Käfig sitzt“, sagt Roland Wirth, Mitgründer der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz ZGAP, die sich für bedrohte, aber wenig bekannte Tierarten einsetzt und auch in Indonesien aktiv ist.

„Hört man auf Java heute einen Vogel zwitschern, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er im Käfig sitzt“ (Roland Wirth)

Um die hohe Nachfrage auf den javanischen Vogelmärkten zu befriedigen, werden die Vögel selbst auf den weit abgelegenen Inseln Indonesiens gefangen. Dabei gilt: Je seltener eine Vogelart, desto höher der Wert, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass auch das letzte Exemplar gefangen wird. Vogelfang wird von vielen als Hobby oder Nebenjob praktiziert. Und dank der modernen Technik ist das auch ein leichtes Unterfangen. Statt wie früher zunächst einen Lockvogel besorgen zu müssen, lässt sich der Gesang des Wunschvogels mit dem Handy direkt von der Website Xenocanto herunterladen. Die neugierigen Artgenossen fliegen herbei und flattern direkt ins Netz. „Die Betreiber haben bereits reagiert und den Gesang einiger bedrohter Vögel wegen der Vogelfänger herausgenommen“, erläutert Wirth.

Palmöl und Vogelfreunde setzen der Artenvielfalt zu

Dabei ist Vogelfang in Indonesien verboten. Alle einheimischen Vogelarten stehen unter Schutz, und ohne Genehmigung darf niemand Vögel fangen, transportieren oder verkaufen. So weit die Theorie. In der Praxis werden selbst stark bedrohte Arten wie der Bali-Star, von dem noch etwa 100 frei leben, offen zum Verkauf angeboten. „Keiner muss Angst vor Verfolgung haben, da niemand die Gesetze umsetzt. Dahinter stecken Korruption, Gleichgültigkeit, Motivationsmangel. Wenn die Behörden wollten, könnten sie dem illegalen Handel ein Ende bereiten“, erklärt Shepherd.

Palmölplantage in Indonesien
© Achmad Rabin Taim / CC-by-2.0
CC BY

Palmölplantage in Indonesien

Die Zerstörung des Lebensraums durch Palmölplantagen spielt in Indonesien die größte Rolle für das Artensterben – dicht gefolgt von den Vogelfreunden, die geschützte Tiere fangen und mit ihnen handeln.

Auch wenn die Zerstörung des Lebensraums – der Tieflandregenwald Indonesiens musste zu weiten Teilen Palmölplantagen weichen – die größte Rolle im Artensterben spielt, beschleunigt die enorme Nachfrage der Vogelfans es zusätzlich. Die Situation hat sich derart zugespitzt, dass Ende September erstmalig ein Songbird-Crisis-Kongress in Singapur abgehalten wurde. Ornithologen und Artenschutzorganisationen wie Traffic haben die 2014 neu gewählte Regierung Indonesiens nun dringend zum Handeln aufgefordert.

„Wenn die Behörden wollten, könnten sie dem illegalen Handel ein Ende bereiten“ (Chris Shepherd)

Wie das Vogelparadies zu retten ist, ist dennoch weitgehend unklar. Einen ungewöhnlichen und umstrittenen Ansatz verficht Paul Jepson von der University of Oxford, der sechs Jahre für BirdLife International in Indonesien gearbeitet hat. „Wir können die Vögel nicht retten, ohne die Kultur der Indonesier zu berücksichtigen“, betont Jepson. „In Europa halten Millionen Menschen Katzen. Die fressen Vögel. Wenn die Regierung nun ein Gesetz erlassen würde, die das Katzenhalten verbietet, um die Vögel zu schützen – wie erfolgreich wäre das wohl?“

Bei diesen Papageien auf einem indonesischen Vogelmarkt handelt es sich um geschützte Arten, ihr Verkauf ist verboten. Aber nur in der Theorie: der Handel wird nicht geahndet.
© iStock / MikeLane45

Loris auf einem Vogelmarkt

Bei diesen Papageien auf einem indonesischen Vogelmarkt handelt es sich um geschützte Arten, ihr Verkauf ist verboten. Aber nur in der Theorie: Der Handel wird nicht geahndet.

Jepson befürwortet die kommerzielle Zucht und möchte gleichzeitig das Bewusstsein der Bevölkerung für Artenschutz wecken. Die Idee dahinter ist einfach: Werden ausreichend Vögel gezüchtet, müssen keiner mehr gefangen werden. „Es muss eine Verlagerung stattfinden: weg vom Wildvogel hin zum Zuchtvogel. Der muss qualitativ überzeugen und das Ansehen seines Besitzers steigern“, so Jepson. Shepherd sieht das anders: „Arten, die man züchtet, werden trotzdem noch gefangen. Denn Vogelfang ist billiger als Vogelzucht. Und wenn man ohnehin nicht bestraft wird – warum sollte man Vögel dann züchten?“ Solange der Handel in Indonesien nicht kontrolliert werde, so lange sei die kommerzielle Zucht keine Lösung.

Nachgezüchtete Vögel könnten die Nachfrage anheizen

Der kommerzielle Ansatz ist im Artenschutz generell umstritten. Denn was, wenn nachgezüchtete Tiere die Nachfrage noch anheizen? Egal, ob es sich um Nashörner, Elefanten oder Vögel handelt, immer steht eine Minderheit einem Heer Interessenten gegenüber. So ergeht es gerade dem Schildschnabel (Rhinoplax vigil), einem der größten Hornvögel Indonesiens. Die prachtvollen Tiere tragen ein massives Horn, das sie zur Revierverteidigung nutzen, indem sie Kopf voran gegen ihren Rivalen knallen. In China war das Horn schon immer begehrt, da es sich zum Schnitzen eignet. In den vergangenen zwei Jahren explodierte die Nachfrage aber, und tausende Vögel wurden geschossen.

Bedrohte Vögel wie dieser indonesische Schwarzflügelstar werden in aufwendigen Zuchtprogrammen – in diesem Fall eine Kooperation des Heidelberger Zoos mit dem Cikananga Conservation Breeding Center – gezüchtet und vermehrt, in der Hoffnung, sie eines Tages wieder auswildern zu können.
© Florian Richter, Chikananga Conservation Breeding Center

Schwarzflügelstar

Bedrohte Vögel wie dieser indonesische Schwarzflügelstar werden in aufwändigen Zuchtprogrammen – in diesem Fall eine Kooperation des Heidelberger Zoos mit dem Cikananga Conservation Breeding Center – gezüchtet und vermehrt, in der Hoffnung, sie eines Tages wieder auswildern zu können.

Als letzter Ausweg bleibt somit die „Arche-Noah-Zucht“: Bedrohte Vögel werden in aufwändigen Zuchtprogrammen gezüchtet und vermehrt, in der Hoffnung, sie eines Tages wieder auswildern zu können. „Wir versuchen die Vögel über die Zeit zu retten“, sagt Wirth, der vor acht Jahren zum Beispiel die Zucht des seltenen Schwarzflügelstars mit Hilfe von Geldgebern wie der ZGAP und den Zoos von Chester und Heidelberg initiierte. Das Cikananga Conservation Breeding Center (CCBC) im Westen Javas hatte Erfolg, erlitt 2015 aber einen herben Rückschlag: 152 Stare wurden trotz Sicherheitsmaßnahmen von professionellen Wilderern gestohlen. „Das wirft die Zucht um Jahre zurück“, so Wirth.

Dennoch macht dieses Projekt ein wenig Hoffnung: 30 Vögel wurden am Rand des Halimun-Nationalparks bereits ausgewildert. Drei Paare haben sich fest angesiedelt und brüten nun schon im zweiten Jahr. „Am Rand des Nationalparks wird eine Goldmine betrieben. Wir haben das Wachpersonal mit eingebunden und das größte Dorf der Region.“ Die Dörfler sind stolz auf den hübschen, weißen Vogel – die Älteren erinnern sich, dass er in ihrer Kindheit allgegenwärtig war.

© Spektrum.de

Too-big-to-fail? – Kein Problem mehr mit Vollgeld-Initiative!

Too-big-to-fail?!
Kein Problem mehr mit der Vollgeld-Initiative!
Liebe Frau Li,

In diesem Newsletter ist zu lesen:

  • Stellungnahme der Vollgeld-Initiative zu den „too-big-to-fail“ – Bestimmungen
  • Internationales Geldreform-Treffen in Brüssel vom 18.-22. Februar
  • Finanzielle Unterstützung benötigt – auch per SMS
  • Reminder: Kampagnen-Tagung am Sa. 19. März 2016
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Vollgeld-Initiative bezieht Stellung zu den “too-big-to-fail”- Bestimmungen

Anlässlich der vom Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD), der FINMA und der SNB durchgeführten Vernehmlassung zu den Eigenkapitalvorschriften für systemrelevante Banken nutzte das Vollgeld-Initiativkomitee bzw. der MoMo-Vorstand die Gelegenheit, die Vorschläge aus Sicht der Vollgeld-Initiative zu beurteilen. Die rechtlichen Anpassungen sehen vor, dass systemrelevante Banken über höhere Eigenkapitalquoten verfügen müssen. (FAQ: Was ist Eigenkapital?).
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In der Stellungnahme der Vollgeld-Initiative wird dargelegt, dass damit weitere Bankenrettungen durch den Staat nicht ausgeschlossen und die Gefahren eines Systemzusammenbruchs kaum gemindert werden. Auch bringen strengere Eigenkapitalquoten keine wirkungsvolle Begrenzung der Giralgeldschöpfung der Banken.
Die (Gross-)Banken können die notwendigen Eigenkapitalerhöhungen, die aus den strengeren Anforderungen resultieren, sogar selbst per eigener Giralgeldschöpfung erfüllen. Dies belegt eine aktuelle wissenschaftliche Studie.

Eine einfache und langfristige Lösung zur Stabilisierung des Bankensystems ist die Vollgeld-Initiative. Weitere Informationen finden sich hier.

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Internationales Geldreform-Treffen in Brüssel vom 18. bis 22. Februar

Positive Money sowie das International Movement for Monetary Reform (IMMR) veranstalten in Brüssel vom 18. bis zum 22. Februar ein Kampagnentraining für Geldreformbewegungen aus der ganzen Welt. Während der 4-tätigen Workshops werden sich die TeilnehmerInnen intensiv über Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit austauschen.
Ziel ist es auch, dass eine stärkere Kooperation und Vernetzung zwischen den verschiedenen Geldreformbewegungen entsteht. Auch die Vollgeld-Initiative wird mit drei Mitgliedern aus dem Kampagnenteam dabei sein.

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Finanzielle Unterstützung benötigt – auch per SMS

Damit die Kampagne der Vollgeld-Initiative bis zur Abstimmung intensiviert werden kann, brauchen wir in den nächsten Wochen und Monaten umfassende personelle sowie finanzielle Ressourcen, um die StimmbürgerInnen, die PolitikerInnen und auch die Wirtschaft über die Vollgeld-Initiative aufklären zu können. Nur mit der notwendigen Finanzierung können wir eine breite und sachgerechte Informations- und Aufklärungskampagne durchführen. Seit daher grosszügig und spendet noch heute für die Vollgeld-Initiative – zum Beispiel per Sms.

Natürlich sind weiterhin Spenden mit Kreditkarte, Paypal oder per Überweisung möglich. Namhafte Spenden können (wenn sie an den Forschungsfonds Geldschöpfung gehen) von den Steuern abgezogen werden.

Herzlichen Dank!

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Für Spenden-Überweisungen auf unser Konto
SMS an Zielnummer 488 mit dem Text „momo 50“.
Damit werden dem Verein MoMo CHF 50.- gespendet. Sie können pro SMS jeweils
1 – 99 CHF spenden!
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Reminder: Kampagnen-Tagung am Sa. 19. März

Es gibt bereits zahlreiche Anmeldungen zur Kampagnentagung am Samstag, 19. März 2016 in Zürich. Sei auch du dabei, wenn wir den offiziellen Startschuss für die Kampagne zur Vollgeld-Initiative geben. Es wartet eine Vielzahl interessanter Mithilfemöglichkeiten auf euch und ihr könnte eure Regionalgruppe kennenlernen. Hier geht’s zur Einladung und zur Anmeldung.

Alle bereits angemeldeten TeilnehmerInnen werden in Kürze weitere Informationen (Anfahrtsbeschreibung, Programm etc.) erhalten. So könnt ihr euch im Vorfeld Gedanken machen, wo ihr euch gerne engagieren möchtet.

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                                  Eindrücke von der Kampagnentagung 2014
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Vielen Dank für euer Engagement und eure Unterstützung!

Mit vielen Grüssen im Namen des Kampagnen-Teams
Simon Sennrich (Kampagnenteam)

simon.sennrich@vollgeld-initiative.ch / 077 462 51 01

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 ***

ICH  BIN  LUISE

Vollgeld-Initiative
Postfach 3160, 5430 Wettingen
Telefon: 044 586 65 96, Mobile: 079 773 34 50
info@vollgeld-initiative.ch
www.vollgeld-initiative.ch
www.vollgeld.ch

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Keine Macht ohne Drogen – vom British Empire bis zur Neuen Weltordnung (Videos)

Keine Macht ohne Drogen – vom British Empire bis zur Neuen Weltordnung (Videos)

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In früheren Zeiten war Afghanistan für seine Granatäpfel, Melonen und Trauben, oder auch das blaue Gestein Lapislazuli bekannt, heute denkt man dabei aber vor allem an Taliban und Opium – beides jedoch dank tatkräftiger Unterstützung aus dem Westen. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde Afghanistan mit Hilfe von CIA und NATO zum wichtigsten Opium-Exporteur der Welt.

Während der Westen einerseits großspurig den „War on Drugs“ proklamiert und der ehemalige britische Premierminister Tony Blair einst behauptete, dass der Kampf gegen den Drogenanbau einer der Hauptgründe für die Intervention in Afghanistan sei, sprechen die Statistiken eine ganz andere Sprache: Während der Opiumanbau unter dem Höhepunkte der Taliban im Jahre 2001 einen absoluten Tiefpunkt von nur 5-10 % der weltweiten Menge erreichte, sind es mittlerweile 90-95 %:

Nach UN-Berichten sind zudem jährlich neue Rekordernten zu erwarten, die Tendenz ist also weiterhin steigend. Während man für die Situation häufig die Afghanen selbst verantwortlich macht, wird die Rolle des Westens zumeist verschwiegen, daher ist es angebracht, sich noch einmal einen Überblick über die historische Entwicklung des Opiumanbaus und der Verbreitung von Drogen zu werfen, um auch die Verantwortung für die gegenwärtigen Verhältnisse besser einschätzen zu können….

weiterlesen …………..

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Merkel ignoriert 1,6 Mio. – Deshalb: Volksabstimmung fordern!

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Sehr geehrte Frau Li,

Martin Schulz hat, Cecilia Malmström hat auch – Angela Merkel hat nicht. Sie will auch nicht. 1,6 Millionen der insgesamt und europaweit gesammelten 3,3 Millionen Stop TTIP-Unterschriften stammen aus Deutschland. Und die wollte unser Stop TTIP-Bündnis der Kanzlerin übergeben, wie zuvor Schulz und Malmström. Aber: kein Termin, keine offene Tür, kein Gehör.

Dies zeigt einmal mehr, dass wir dringend verbindliche Mitbestimmungsrechte brauchen. Jetzt bundesweite Volksabstimmungen fordern, damit die Bürgerstimmen nicht länger überhört werden können!

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Das Kanzleramt teilt mit: „Sowohl mit Blick auf die zahlreichen terminlichen Verpflichtungen der Bundeskanzlerin als auch aus Gründen der Gleichbehandlung mit anderen vergleichbaren Initiativen“ sei eine Unterschriftenübergabe nicht möglich. Wir könnten die Unterschriften ja per Post schicken!

Wie, bitte sehr, soll denn die Kluft zu den Gewählten verringert werden, wenn die nicht einmal den politischen Willen von Millionen Bürgerinnen und Bürgern zur Kenntnis nehmen wollen?

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Die Frage, wie die Bürgerinnen und Bürger zwischen den Wahlen ihren politischen Willen ausdrücken können, berührt das Mark der Demokratie. Deshalb fordern wir die Einführung des bundesweiten Volksentscheids. Wenn die Menschen eine Sache selbst in die Hand nehmen und einen Volksentscheid durchsetzen können, wird man sie nicht einfach ignorieren und klein reden können. Dann wird mehr mit den Menschen geredet und weniger über ihre Köpfe hinweg entschieden.

Wir fordern, das Demokratieprinzip, das auf kommunaler und auf Länderebene längst gilt, endlich auch auf Bundesebene einzuführen: Das Volk muss mit der direkten Demokratie jederzeit Politik korrigieren und selbst Themen auf die politische Agenda setzen können.

Unterzeichnen Sie jetzt unseren Aufruf!

Die Einführung des bundesweiten Volksentscheids ist bisher an der CDU und an Angela Merkel gescheitert. Deshalb fordern wir die CDU auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben. Nein, die direkte Demokratie schwächt die repräsentative Demokratie nicht, sie stärkt sie!

Es grüßen Sie ganz herzlich

Dr. Michael Efler, Claudine Nierth & Ralf-Uwe Beck
(Bundesvorstandssprecher/in)

Mehr Demokratie e.V. unterstützen!

Direkt abstimmen über wichtige Zukunftsfragen – von der regionalen bis auf die internationale Ebene. Mit einem fairen Wahlrecht mehr Einfluss auf die parlamentarische Demokratie nehmen. Schleichenden Demokratieabbau durch Lobbyismus, intransparente Entscheidungsstrukturen und Machtkonzentration bei wenigen verhindern. Dafür kämpfen wir. Wir bewegen viel, könnten aber noch viel mehr bewegen – mit Ihrer Unterstützung!

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Konzerne beeinflussen EU-Gesetze – auch ohne TTIP

http://www.zeitpunkt.ch/news/artikel-einzelansicht/artikel/konzerne-beeinflussen-eu-gesetze-auch-ohne-ttip.html

Was TTIP-Gegner fürchten, ist bereits Praxis: US-Unternehmen nutzen Handelsgespräche, um EU-Gesetze auszuhebeln – schon bevor sie in Kraft treten. Eine Studie zeigt an sechs Fällen, wie das in der Vergangenheit bereits geschehen ist.

Von: Christoph Pauly, Der Spiegel


Lobbyisten bedienen sich der sogenannten regulatorischen Zusammenarbeit. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass ein Gesetzesvorhaben schon auf Handelshemmnisse analysiert wird, bevor es überhaupt ins Parlament kommt. Bisher geschieht das auf freiwilliger Basis, soll aber fester Bestandteil des geplanten Freihandelsabkommens TTIP werden.

Doch bereits jetzt nutzt die Industrie den  transatlantischen Dialog ganz offenbar dafür, EU-Gesetze zu verwässern, zu verzögern oder gar zu verhindern. „Schon in der Vergangenheit gelang es der Großindustrie im Rahmen des transatlantischen Wirtschaftsdialogs, ihre Interessen auf Kosten des Gemeinwohls durchzusetzen“, sagt Max Bank von LobbyControl.

Er und seine Co-Autoren von der Nichtregierungsorganisation Corporate Europe Observatory (CEO) haben sechs Fälle ausgegraben, die belegen sollen, dass längst Praxis ist, was Kritiker bei TTIP fürchten.

Weiterlesen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/ttip-wie-us-unternehmen-heute-schon-eu-gesetze-aushebeln-a-1072335.html

 

Dangerous Regulatory Duet

How transatlantic regulatory cooperation under TTIP will allow bureaucrats and big business to attack the public interest

Report January 2016 (pdf-Format, 35 Seiten)

Link: corporateeurope.org/sites/default/files/attachments/regulatoryduet_en021.pdf

Dienstag, 19. Januar 2016

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ICH  BIN  LUISE

[Digitalcourage-News] Vorratsdatenspeicherung, Google, Safe Harbor, Fluggastüberwachung, Lesung gegen Über

Liebe Freundinnen und Freunde,

zum Ende des Jahres waren wir auf dem Chaos Communication Congress in
Hamburg und haben viele Gespräche – auch mit Mitgliedern – geführt.
„Was mir bei Digitalcourage so gefällt“, sagte ein junger Mann zu uns,
„ist, dass Ihr bei jeder noch so schrecklichen Nachricht immer noch
etwas Gutes findet, weshalb es sich lohnt weiterzukämpfen.“ Eine Frau
meldete uns zurück, dass man merke, dass wir uns Gedanken um die
Menschen machen, die wir erreichen wollen. So viel positive
Rückmeldung macht Mut. Und das ist schon wieder eine gute Nachricht.

Rena Tangens, padeluun
und das Team von Digitalcourage

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1. Vorratsdaten: Kein Gewissen, dafür Verfassungsschutz
2. Rückblick: Chaos Communication Congress
3. Google versagt erneut beim Datenschutz
4. Keine Rechtsgrundlage für Datentransfers in die USA
5. Mitmach-Aktion: EU-Abgeordnete müssen Flugüberwachung verhindern
6. Das kann jede.r – Organisieren Sie eine „Lesung gegen Überwachung“
7. Fünf gute Gründe, Fördermitglied zu werden
8. Shop: Lichtbildausweise für jede Gelegenheit
9. Digitalcourage in den Medien
10. Termine
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1. Vorratsdaten: Kein Gewissen, dafür Verfassungsschutz

Justizminister Heiko Maas rechtfertigte die Vorratsdatenspeicherung
unter anderem damit, dass Geheimdienste keinen Zugriff auf die
Kommunikations-Daten bekommen werden, ja durch das neue Gesetz
geradezu davor *geschützt* würden. Doch schneller, als wir „leeres
Versprechen“ sagen konnten, hat Bayern dem Verfassungschutz nun mit
einer Gesetzesänderung den Zugriff gewährt.

Von Anfang an war klar, dass uns die Vorratsdatenspeicherung zum
zweiten Mal mit Tricks und falschen Beschwichtigungen übergestülpt
wird. Darum haben wir uns im Oktober 2015 in der Woche vor der
Abstimmung zur Vorratsdatenspeicherung mit eine Brief an alle
Abgeordneten gewandt, die schon 2007 für die Vorratsdatenspeicherung
gestimmt hatten. Im Namen des „Bundesamts für Gewissensfragen“ wiesen
wir die Abgeordneten darauf hin: Wenn Sie erneut für die
Vorratsdatenspeicherung stimmen, verstoßen Sie nicht mehr fahrlässig,
sondern mutwillig gegen die Verfassung. Ihr Gewissen könnte großen
Schaden nehmen.

Selbstverständlich kämpfen wir nicht nur mit Charme gegen die
Vorratsdatenspeicherung. Wir gehen auch juristisch dagegen vor.

Vorratsdatenspeicherung: Post vom Bundesamt für Gewissensfragen:
http://digitalcourage.de/blog/2016/vorratsdatenspeicherung-post-vom-bundesamt-fuer-gewissensfragen

Verfassungsschutz soll Vorratsdaten *doch* bekommen:
https://digitalcourage.de/blog/2015/verfassungsschutz-soll-doch-vorratsdaten-bekommen

Jetzt Verfassungsbeschwerde unterstützen – und weitersagen:
http://digitalcourage.de/weg-mit-vds

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https://digitalcourage.de/mitglied
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2 Rückblick: Chaos Communication Congress

Seit 31 Jahren ist Digitalcourage auf dem Chaos Communication Congress
engagiert vertreten. Also packten wir auch diesmal einen LKW voll und
verbrachten die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr im Hamburger
Congress Centrum. Wir stellten dort unsere Arbeit vor, warben neue
Fördermitglieder, bespielten unsere kleine Bühne vor allem mit „Lesen
gegen Überwachung“, verkauften Artikel aus unserem Onlineshop,
verteilten Lichtbildausweise und redeten uns in vielen vielen
Gesprächen die Köpfe heiß. Besonders ergiebig waren die Gespräche im
Bereich Verschlüsselung (pEp / GnuPG) und digitalem Bargeld (Taler).
Unser Fazit: Noch in diesem Jahr werden sich etliche Dinge gewaltig
ändern. Speziell die Macht der Geheimdienste, alles mitlesen zu
können, wird 2016 einen kräftigen Dämpfer erfahren. Dank der Mithilfe
unserer Fördermitglieder sind wir diesbezüglich sehr optimistisch.

Der Congress selbst war wie immer erstaunlich. Über 12.000 Hacker und
Haecksen waren versammelt, 1.500 freiwillige Helferinnen und Helfer –
im Fachjargon „Engel“ genannt – unterstützten die verschiedenen
Orgateams, die alle ohne jegliche Bezahlung die Infrastruktur
aufbauten. Alle Vorträge wurden von freiwilligen Übersetzer.innen vom
Englischen ins Deutsche oder umgekehrt übersetzt. Trotz des „Chaos“ im
Namen, gibt es wenige Congresse, die so freundlich, strukturiert und
präzise ablaufen, wie diese Veranstaltung, die mit gerade mal 300
Besucherinnen und Besuchern im Jahr 1984 startete.

Der Programm-Fahrplan:
https://events.ccc.de/congress/2015/Fahrplan/

Alle Vorträge zum nachträglichen Anschauen (deutsch und englisch):
https://media.ccc.de/c/32c3

Interessante Vorträge vom 32C3:
http://digitalcourage.de/blog/2016/interessante-vortraege-vom-32c3

3. Google versagt erneut beim Datenschutz

Nicht nur unser Justizminister, auch der Weltkonzern Google
interessiert sich nicht für sein Geschwätz („Don’t be evil“) von
gestern. Als Placebo hat sich auch Googles Datenschutzinitiative
erwiesen: Google will noch immer nicht die Rechte seiner Nutzerinnen
und Nutzer respektieren und wurde deshalb zum zweiten Mal vom
Bundesverband der Verbraucherzentralen abgemahnt. Die
Datenschutzerklärung ist noch immer inkazeptabel. Google liest E-Mails
mit und analysiert automatisch persönliche Inhalte. Außerdem ist die
Zustimmung zur Verarbeitung von Daten nicht ausreichend. Denn wer die
unendlich lange und unklar formulierte Datenschutzerklärung von Google
mit einem Häkchen notgedrungen akzeptiert, stimmt damit lange nicht
rechtskonform der Verarbeitung personenbezogener Daten zu. Erst recht
nicht, seitdem das Safe-Harbor-Urteil eine freie, informierte,
eindeutige und spezifische Zustimmung verlangt. Wegen weiteren
Klauseln läuft aktuell gegen Google ein Verfahren, weil der Konzern
gegen ein Urteil Berufung eingelegt hat. Vermeiden Sie Google wo immer
Sie können – wir helfen Ihnen dabei!

Google erneut wegen ungenügendem Datenschutz abgemahnt:
https://digitalcourage.de/blog/2016/google-erneut-wegen-ungenuegendem-datenschutz-abgemahnt

4. Keine Rechtsgrundlage für Datentransfers in die USA

Nachdem der Europäische Gerichtshof das Datenschutzabkommen „Safe
Harbor“ zwischen den USA und der EU gekippt hat, gibt es keine
Rechtsgrundlage für den Datentransfer in die USA. Dennoch leiten
Dienste wie Facebook, Google oder Dropbox ihre Daten weiter. DIE LINKE
hat die Bundesregierung offiziell angefragt, ob das rechtens ist. Die
Bundesregierung hat geantwortet, dass die Übermittlung von
personenbezogenen Daten in die USA nach „Safe Harbor“ auf
EU-Standardverträgen, Binding Corporate Rules sowie der Einwilligung
der Nutzer.innen beruhen und legal sind. Die menschenrechtswidrigen
Aktivitäten der US-Geheimdienste lässt die Regierung einfach beiseite.
Das Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein (ULD) hält die
Datenübermittlung in die USA für unzulässig. Momentan wird ohne
Beteiligung der betroffenen Öffentlichkeit oder
zivilgesellschaftlichen Gruppen an einem zweiten „Safe Harbor“
verhandelt. Solange Grundrechte von Geheimdiensten, Regierungen und
Konzernen systematisch unterwandert werden, kann es kein wirksames
„Datenschutz“-Abkommen geben. Digitalcourage wird sich einbringen.

Positionspapiers des ULD zum Urteil des EuGH:
https://www.datenschutzzentrum.de/uploads/internationales/20151014_ULD-Positionspapier-zum-EuGH-Urteil.pdf

Bundesregierung zum „Safe Harbor“-Urteil:
https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/safe-harbor-bundesregierung-erlaubt-datenuebermittlung-in-die-usa/

Sehenswert – Der Vortrag von Max Schrems auf dem 32. Chaos
Communication Congress zu „Safe Harbor“:
https://media.ccc.de/v/32c3-7513-safe_harbor

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Jetzt Verfassungsbeschwerde gegen Vorratsdatenspeicherung unterzeichnen:
https://www.digitalcourage.de/weg-mit-vds
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5. Mitmach-Aktion: EU-Abgeordnete müssen Flugüberwachung verhindern

Innerhalb der nächsten zwei Wochen wird das EU-Parlament über ein
Gesetz zur Fluggastdatenspeicherung abstimmen. Eine Zustimmung käme
einer Vorratsdatenspeicherung für Flugreisende gleich. Das
EU-Parlament kann das verhindern, indem es dagegen stimmt. Die gute
Nachricht ist: Sie können helfen, den Ausbau der Reiseüberwachung zu
verhindern!

Kontaktieren Sie ihre EU-Abgeordneten und fordern Sie sie auf, gegen
Fluggastdatenspeicherung zu stimmen! Erklären Sie via Telefon, Fax,
Twitter (Hashtag #nopnr), E-Mail, in sozialen Netzwerken und Co. Ihren
Europaabgenordneten (Liste unten) bestimmt, sachlich und freundlich,
warum Sie gegen PNR abstimmen sollten. Wir wissen aus Erfahrung, wie
wirksam schon wenige Anrufe sein können.

Informationen zur Aktion (Bitte weitergeben):
https://digitalcourage.de/blog/2016/mitmach-aktion-eu-abgeordnete-muessen-flugueberwachung-verhindern

6. Das kann jede.r – Organisieren Sie eine „Lesung gegen Überwachung“

Wir müssen etwas tun, denn wir werden überwacht. Egal ob wir Internet
nutzen oder nicht. Beim Reisen, Einkaufen oder Fernsehen wird uns
gehörig auf die Finge geschaut – und die Vorratsdatenspeicherung ist
ebenfalls beschlossene Sache. Es ist unsere Verantwortung für eine
Welt ohne Überwachung zu kämpfen! Und das muss nicht unbedingt
aufwändig sein. Fangen Sie klein und gemütlich an: Organisieren Sie am
Dienstag, 9. Februar 2016 (zum ‚Safer Internet Day‘) eine „Lesung
gegen Überwachung“. In kleinem Kreis mit Freund.innen im Wohnzimmer,
oder eine Nummer größer an einem öffentlichen Ort. Hauptsache, Sie
machen sich einen anregenden Abend und lesen und diskutieren zu
Überwachung.

Einfach aktiv sein: Organisieren Sie eine „Lesung gegen Überwachung“ :
https://digitalcourage.de/blog/2016/einfach-aktiv-sein-organisieren-sie-eine-lesung-gegen-ueberwachung

Mehr zum ‚Safer Internet Day‘ der EU:
http://www.klicksafe.de/ueber-klicksafe/safer-internet-day/

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Jedes Fördermitglied gibt uns ein Mandat und sichert unsere Unabhängigkeit.
Seien Sie dabei! https://digitalcourage.de/mitglied
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7. Fünf gute Gründe, Fördermitglied zu werden

Je mehr unsere Grundrechte missachtet werden, desto wichtiger wird
unsere Arbeit. Unsere Kampagnen, Aktionen, Prozesse und Info-Arbeit
sind allerdings nur möglich, weil uns viele Menschen mit einer
Fördermitgliedschaft unterstützen. Und zwar nicht nur finanziell: Sie
geben uns auch ein Mandat. Auf der unten verlinkten Seite hätten wir
einige weitere Gründe parat: vielleicht kommt Ihnen eine
Fördermitgliedschaft noch in 20 Jahren zugute (siehe Grund 5).

Fünf gute Gründe, Digitalcourage-Fördermitglied zu werden:
https://digitalcourage.de/mitmachen/foerdermitglied-werden

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Unterstützen Sie unsere Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung:
https://digitalcourage.de/weg-mit-vds
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8. Shop: Lichtbildausweise für jede Gelegenheit

Neuerdings verlangt eine Discothek von fast allen, die hineinwollen,
einen Blick in den Ausweis. Wir wissen nicht, welchen Effekt diese
(illegale) Vorgehensweise der Betreiber haben soll. Aber wir
beobachten, dass sich der Identifizierungswahn immer weiter
ausbreitet. Dem haben wir etwas entgegen gesetzt, nämlich unseren
Lichtbildausweis. Der kann online bestellt werden und man darf die
Daten, die eingesetzt werden, frei wählen. So kann man auch im realen
Leben seine Anonymität wahren, ohne lange diskutieren zu müssen. Diese
Ausweise sind völlig legal. Sie geben nicht vor, „amtlich“ zu sein,
sondern sehen einfach gut genug aus, um akzeptiert zu werden. Notaren
und Polizisten gegenüber sollte man natürlich den „amtlichen“ Ausweis
zeigen, denn diese Personen sind vom Gesetz her berechtigt, nach
„amtlichen Papieren“ zu fragen. Für alle anderen heißt es: Nimm das!
(Oder freundlicher: „Ich habe nur das hier. Geht das auch?“
*unschuldigguck*)

padeluun erklärt auf dem 32C3 den Lichtbildausweis:
http://www.deutschlandfunk.de/32-chaos-communication-congress-themen-rund-um-die-gated.684.de.html?dram:article_id=341339

Lichtbildausweis online bestellen:
https://shop.digitalcourage.de/lichtbildausweis-mit-selbst-gewaehlten-daten.html?type=N

Disko verlangt Ausweis:
http://www.freiepresse.de/LOKALES/ZWICKAU/ZWICKAU/Silvesternacht-hat-ein-Nachspiel-artikel9404794.php

9. Digitalcourage in den Medien

• Neue Zürcher Zeitung: NZZ-Folio – Website-Vorstellung und Interview
mit Rena Tangens von Peter Glaser erscheint am 1. Februar 2016:
http://folio.nzz.ch/nachstes-heft

• ZDF Info Geschichte des CCC (Sendedatum)
http://dokumonster.de/sehen/2310-akte-ccc-die-geschichte-des-chaos-computer-club-zdf-3sat-doku/

10. Termine:

• 28. Januar 2016: Europäischer Datenschutztag
• 4. bis 7. Februar 2016: AKtiVCongrEZ, DGB-Bildungszentrum Hattingen
– hier anmelden: https://aktion.digitalcourage.de/aktivcongrez
(nur Warteliste: leider keine Plätze mehr frei)
• 9. Februar 2016: bundesweite Lesungen gegen Überwachung zum Safer
Internet Day https://lesen-gegen-ueberwachung.de/
• 9. Februar 2016: Lesung gegen Überwachugn in Bielefeld,
Literatur-Café (Stadtbibliothek)
• 25.Februar 2016: Sondervorführung Kinofilm: „Democracy – Im Rausch
der Daten“, Kamera Bielefeld
• 25. bis 28. März 2016: Easterhegg 2016, Salzburg
http://www.easterhegg.eu/
• 22. April 2016: Verleihung der BigBrotherAwards, Bielefeld
https://bigbrotherawards.de


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T: 0521-16391639 | mail@digitalcourage.de

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