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Waadt verlangt Freihandel ohne Palmöl!

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Waadt verlangt Freihandel ohne Palmöl!

Der grösste Kanton der Romandie setzt ein klares Zeichen gegen Ölpalmplantagen. Letzte Woche hat der Waadtländer Grossrat einstimmig einer Initiative zugestimmt, die den Ausschluss von Palmöl aus dem geplanten EFTA Freihandelsabkommen mit Malaysia fordert.

Die Initiative setzt sich für das im Kanton Waadt wichtige Rapsöl ein und kritisiert nicht nur das Palmöl sondern auch das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), das die Verhandlungsgespräche mit Malaysia leitet: „Was mich erstaunt, ist, dass das SECO nicht von den verheerenden Folgen des Palmöls spricht,“ so der Initiant Philippe Jobin.

Nachdem der Grossrat die Initiative einstimmig angenommen hat, wird die Standesinitiative in Bern eingereicht. Als nächstes wird der Ständerat über die Forderungen der Initiative entscheiden.

Bereits im März hat der Bruno Manser Fonds gemeinsam mit einer breiten Koalition von Menschrechts-, Bauern- und Konsumentenorganisationen eine Petition lanciert, die den Ausschluss des Palmöls aus dem Freihandelsabkommen mit Malaysia verlangt.
Ölpalmplantagen zerstören in Malaysia wertvolle Regenwälder und entziehen der lokalen Bevölkerung immer wieder ihre Lebensgrundlage und ihre Rechte auf ihr Land.

Unterzeichnen Sie die Petition jetzt!
Danke für Ihre Unterstützung!
– Johanna Michel, Kampagnenleiterin, Bruno Manser Fonds
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SRF Tagesschau: Verpöntes Palmöl im Freihandelsabkommen mit Malaysia

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http://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/verpoentes-palmoel-im-freihandelsabkommen-mit-malaysia

Bruno Manser Fonds kritisiert geplantes Palmölabkommen in der Tagesschau

Die Tagesschau widmete sich in ihrer gestrigen Ausgabe dem „verpönten Palmöl im geplanten Freihandelsabkommen mit Malaysia“. Lukas Straumann, der Geschäftsleiter des Bruno Manser Fonds, erläutert darin die verheerenden Folgen des geplanten Freihandelsabkommens für die Bevölkerung und den Regenwald Malaysias und fordert den Ausschluss des Palmöls aus dem Abkommen: „Es geht nicht an, dass solche problematischen Produkte einen zentralen Stellenwert in einem Abkommen bekommen!“

Sehen Sie sich den SRF-Tagesschau Beitrag jetzt an (oben) und teilen Sie ihn mit ihren Freunden auf Facebook und Twitter:

 

 

https://twitter.com/bmfonds/status/715513157536579584?lang=de&utm_source=Petition+Palm%C3%B6l&utm_campaign=b33cb77723-Newsletter_Deutsch_Tagesschau3_31_2016&utm_medium=email&utm_term=0_985f107478-b33cb77723-428761169

Anlässlich der sechsten Verhandlungsrunde mit Malaysia hat der Bruno Manser Fonds gemeinsam mit bäuerlichen, Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen eine Petition lanciert, die den Ausschluss von Palmöl aus dem geplanten Freihandelsabkommen mit Malaysia fordert.
Jetzt zur Petition!
Danke für Ihre Mithilfe!
– Johanna Michel, Kampagnenleiterin, Bruno Manser Fonds
 

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Diese zwei Männer stoppen TTIP…

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Sehr geehrte Frau Linnenkohl,

Niesco Dubbelboer und Arjen Nijeboer sind gegen CETA und TTIP. Die beiden Niederländer stehen für Millionen Menschen in ganz Europa, die die Handelsabkommen der EU mit Kanada und den USA stoppen wollen. Aber anders als viele kritische Europäer/innen haben Niesco und Arjen ein Druckmittel in der Hand: Sie werden einen Volksentscheid organisieren, der CETA, vielleicht auch TTIP, zu Fall bringt. Das wäre ein Wunder? Genau. Und das geht so:

CETA kommt nur einstimmig zu Stande. Es müssen also alle EU-Mitgliedstaaten zustimmen. Ein Rechtsgutachten bestätigt das. Stimmt nur ein Mitgliedstaat gegen das Abkommen, ist es gescheitert. Stellen Sie sich vor: Das niederländische Parlament ratifiziert CETA – dann sammelt die Initiative in sechs Wochen genug Unterschriften, um einen Volksentscheid darüber zu erzwingen. Die Abstimmung bindet die Regierung zwar nicht rechtlich, aber politisch. Beteiligen sich über 30 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung, wird die Regierung sich an das Ergebnis halten – das haben die Parteien bereits erklärt. Sagen die Niederländer „Nein“, ist Schluss mit CETA.

Helfen Sie jetzt mit einer Spende, die undemokratischen Handelsabkommen zu stoppen…

Eigentlich bräuchten wir in ganz Europa, auch in Deutschland, Volksentscheide über TTIP und CETA. Aber nur in fünf Ländern kann die Bevölkerung selbst eine Abstimmung anstoßen. Das Land, wo die Chancen am besten stehen, sind die Niederlande: 300.000 Bürger/innen können dort ein Referendum fordern. Unsere niederländische Partnerorganisation Meer Democratie, für die Arjen und Niesco arbeiten, hat diese Möglichkeit sogar selbst mit eingeführt – die beiden wissen also genau, was sie tun. Jetzt stellen sie gemeinsam mit weiteren Organisationen eine Kampagne auf die Beine, um die Handelsabkommen zu stoppen.

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Sagen die Niederländer „Nein“ zu CETA, dann ist wahrscheinlich auch TTIP erledigt. Sicher trauen sich dann auch andere Mitgliedstaaten, etwa Portugal, Österreich und Griechenland, ihre Kritik deutlich zu äußern. Niesco Dubbelboer und Arjen Nijeboer wissen, wie man Kampagnen organisiert. Aber Meer Democratie in den Niederlanden ist noch zu klein, um diese Kampagne alleine zu stemmen.

Wenn wir ihnen jetzt helfen – dann können sie einen riesigen Stein ins Rollen bringen. Jetzt müssen das Bündnis erweitert, Campaigner eingestellt, die Webseite ausgebaut, Zehntausende Kampagnenflyer gedruckt und verteilt werden. Gemeinsam können wir CETA und TTIP stoppen – es beginnt in den Niederlanden, mit diesen zwei Männern. Ein geeignetes Druckmittel haben die beiden in der Hand, es fehlt einzig am Geld. Schon mit 10, 30 oder 50 Euro tragen Sie viel dazu bei, eine schlagkräftige Kampagne in den Niederlanden zu organisieren.

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Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung!

Mit den besten Grüßen

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Roman Huber

PS: Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn wir Bürger/innen direkt mitentscheiden und eine Mehrheit undemokratische Handelsabkommen ablehnt, dann können diese Abkommen nicht beschlossen werden… Wir planen weitere direktdemokratische Initiativen, um TTIP und CETA zu Fall zu bringen – in mehreren deutschen Bundesländern prüfen wir die Möglichkeit, Volksinitiativen zu starten. Und wir werden die Forderung nach dem bundesweiten Volksentscheid stark machen. Damit wir zukünftig auch selbst solche Abstimmungen herbeiführen können.

Helfen Sie jetzt mit einer Spende, die undemokratischen Handelsabkommen zu stoppen.

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Kühlwasser könnte belgische Reaktoren sprengen ++ TTIP: Groteske Regeln für Bundestagsabgeordnete

Donnerstag, 04.02.2016

Newsletter

Belgien: Kühlwasser könnte marode Reaktoren sprengen

Marodes AKW Tihange

Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstituts,

trotz tausender Haarrisse in den Reaktordruckbehältern sind zwei belgische Reaktoren Ende 2015 wieder in Betrieb genommen worden. Im Jahr 2012 wurden sie wegen der entdeckten Materialfehler abgeschaltet. Doel ist etwa 175 km von Düsseldorf, Tihange knapp 65 km von Aachen entfernt.

Die Haarrisse bergen noch eine weitere Gefahr: Das Wasser, das für eine Notkühlung bereit steht, muss auf mindestens 40 Grad vorgeheizt werden. Wenn bei Wasserverlust, etwa durch ein Leck, kaltes Kühlwasser eingepumpt würde, könnte durch den thermischen Schock der rissige Behälter bersten. Ab 50 Grad wäre jedoch laut Angaben der „tagesschau“ das Wasser bereits zu warm und könnte die Kühlung nicht mehr gewährleisten. Eine sichere Kühlung im Notfall ist also mehr als fraglich.

WissenschaftlerInnen warnen angesichts der gravierenden Sicherheitsdefizite vor Störfällen. Auch Umweltministerin Hendricks setzt sich beim Nachbarland für eine Stilllegung der Reaktoren ein. Doch bislang ohne Erfolg: Energiepolitik ist Ländersache, und die belgische Atomaufsicht hat für die Schrott-Meiler grünes Licht gegeben. Derweil rüstet sich die Stadt Aachen für den Ernstfall: Oberbürgermeister Philipp fordert, vorsorglich Jod-Tabletten verteilen zu lassen, um für die Katastrophe gewappnet zu sein.

Wir fordern eine sofortige Stilllegung der gefährlichen belgischen Meiler! Die Risiken sind extrem hoch, es wären nicht nur die Menschen im dicht bevölkerten Nordrhein-Westfalen in höchster Gefahr, sondern in ganz Deutschland und Europa.

TTIP-Leseraum: Groteske Verhaltensregeln für Bundestagsabgeordnete

TTIP-Lesesaal © BMWi, http://www.bmwi.de/

Seit dieser Woche dürfen Bundestagsabgeordnete endlich die TTIP-Originaldokumente einsehen. Doch die Regeln unter denen sie die Dokumente lesen dürfen, sind eine Demütigung für das Parlament.

Die Abgeordneten

  • müssen extra einen Termin in einem speziell eingerichteten Leseraum im Wirtschaftsministerium vereinbaren
  • dürfen keine Handys oder andere elektronische Geräte mitnehmen
  • dürfen keine eigenen Stifte oder Blöcke benutzen
  • stehen im Leseraum durchgehend unter Beobachtung und müssen nach dem Verlassen ihre Notizen vorzeigen
  • erhalten die Dokumente nur in englischer Sprache
  • dürfen mit niemandem, nicht einmal mit den eigenen MitarbeiterInnen, über das Gelesene sprechen. Dringen Details aus dem Leseraum nach außen, wird dieser wieder geschlossen.

Unter diesen Umständen können die Abgeordneten unmöglich ihre Aufgabe erfüllen: in öffentlicher Diskussion Lösungen für das Gemeinwohl zu suchen. Wir vermuten, dass genau das auch nicht erwünscht ist: In einer demokratischen Diskussion hätte ein Abkommen keine Chance, das so eklatant gegen die Interessen der Bevölkerung verstößt.

Helfen Sie jetzt mit, die Öffentlichkeit über die gravierenden Auswirkungen von TTIP, CETA & Co. zu informieren und werden Sie Teil unserer Infokampagne! So können Sie die Kampagne unterstützen:

1.) Verteilen Sie Infomaterial

Bestellen Sie jetzt ein Infopaket und verteilen Sie die Flyer und Aufkleber in Geschäften, Kinos oder Gaststätten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Aber vergessen Sie bitte nicht zu fragen, bevor Sie auslegen oder Aufkleber anbringen.

Infomaterial bestellen

2.) Einen oder mehrere Kartons spenden

Der Druck und der Versand unserer Infomaterialien kostet viel Geld. Mit Ihrer Spende und Ihren Beiträgen ermöglichen Sie unsere Aufklärungsarbeit.

Online spenden

Alternativ können Sie auch schnell und bequem per PayPal-Logospenden.

3.) Fördermitglied werden

Unsere bundesweit erfolgreichen Kampagnen und die kontinuierliche Arbeit des Umweltinstituts sind nur durch die regelmäßigen Beiträge unserer Mitglieder möglich. Jedes neue Fördermitglied erhält als Dankeschön eine Prämie aus unserem Programm.

Foerdermitglied werden

NRW verbietet Fracking – teilweise

Fracking

Nordrhein-Westfalen schreibt ein Teilverbot für Fracking in seinen Landesentwicklungsplan. Damit erkennt das Bundesland die Risiken an, die von der Technik für Mensch und Umwelt ausgehen. Doch das „Verbot“ lässt einige Schlupflöcher offen, die dringend gestopft werden müssen. In einer ausführlichen Stellungnahme zum Landesentwicklungplan hatte das Umweltinstitut auf diese Lücken hingewiesen.

Letztlich ist es jedoch Aufgabe der Bundesregierung, Fracking bundesweit gesetzlich zu regeln. Im Sinne des Vorsorgeprinzips und zur Umsetzung der Beschlüsse der Pariser Klimakonferenz muss die Bundesregierung Fracking in Deutschland  generell verbieten!

Einzelheiten zu den Beschlüssen in NRW und unsere Stellungnahme zum Landesentwicklungsplan finden Sie hier.

Mit herzlichen Grüßen, Ihr

Unterschrift Harald Nestler

Harald Nestler
Vorstand

Termine

Infotour zu Freihandelsabkommen

In den nächsten Wochen ist unser Referent Karl Bär wieder auf Tour – mit fundierten und kritischen Informationen zu den Freihandelsabkommen TTIP und CETA.

Die nächsten Termine sind:

Freitag, 12.02.2016 ab 19:00 Uhr, Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis
Daiserstr. 15, 81371 München

Thema: „Wie TTIP auf kleine Unternehmen wirkt“

Mittwoch, 17.02.2016 ab 19:30 Uhr, Gasthof „Zum Hirsch“
Sonthofener Str. 4, 87477 Sulzberg bei Kempten
Thema: „Konzerne auf Kaperfahrt – Wie TTIP Verbraucherschutz und Umwelt gefährdet“

Die Reise zum sichersten Ort der Erde – Dokumentarfilm

Freitag, 12.02.2016 ab 20:00 Uhr, Capitol Kino, Alleestr. 24, 85716 Unterschleißheim

Thema: Problemfall Atommüll. Regie: Edgar Hagen

Sondervorführung in der Reihe „Mensch & Umwelt“. In Kooperation mit Agenda 21 Unterschleißheim und mit anschließendem Filmgespräch mit Radioaktivitätsreferentin Christina Hacker (Umweltinstitut München).

Spenden

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Natürlich können Sie auch auf unser Spendenkonto überweisen:
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Kto. 8831101, BLZ 70020500
IBAN: DE 70 7002 0500 0008 8311 01
BIC: BFSWDE33MUE
Bank für Sozialwirtschaft München

Spenden und Beiträge an das Umweltinstitut München e.V. sind steuerlich absetzbar und zwar bis zur Höhe von 20 Prozent Ihrer persönlichen Einkünfte.

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Illegaler Vogelhandel: Der Urwald droht zu verstummen

http://www.spektrum.de/news/vogelfaenger-gefaehrden-artenvielfalt-in-indonesien/1396698

Indonesiens Vogelwelt, eine der artenreichsten und prächtigsten der Welt, schrumpft rapide. Gefahr droht ihr ausgerechnet von ihren größten Bewunderern: einheimischen Vogelfans.

In Indonesien leben immer mehr Vögel in Gefangenschaft.

© Kanitha Krishnasamy / Traffic
Meterhoch türmen sich Käfige, in ihnen turnen und flattern Vögel aller Couleur, es zwitschert, flötet und piept von allen Seiten: Die Vogelmärkte Javas sind legendär und bei vielen Touristen wegen ihres exotischen Flairs beliebt. Was die wenigsten wissen: Beim größten Teil der Tiere handelt es sich um Wildvögel. „Das Handelsvolumen ist so gewaltig, dass einst häufige Vögel rapide verschwinden“, sagt Chris Shepherd, Direktor der südostasiatischen Niederlassung der Artenschutzorganisation Traffic. Traffic veröffentlichte im September einen Bericht, der Experten weltweit alarmierte: 19 036 Vögel zählten Shepherd und Kollegen in drei Tagen auf drei großen Vogelmärkten.

Die Menschen in Indonesien sind begeisterte Vogelfans, das Halten von Vögeln ist Teil ihrer Kultur. In den großen Städten Balis und Javas – Jakarta allein hat elf Millionen Einwohner – besitzt ein Drittel aller Haushalte einen oder mehrere Vögel. Besonders begehrt sind die guten Sänger, mit denen ihre Besitzer an Gesangswettbewerben teilnehmen, die in Indonesien äußerst beliebt sind. Dort tirilieren mehrere Vögel um die Wette, während Richter die Kraft und den Variationsreichtum des Gesangs beurteilen. Lukrativ ist es obendrein: Je nach Wettbewerb locken Preisgelder zwischen 100 und mehreren tausend Euro – hohe Geldsummen, bedenkt man das Durchschnittseinkommen von rund 300 US-Dollar pro Monat.

Die Vogelmärkte Indonsiens sind legendär und bei vielen Touristen wegen ihres exotischen Flairs beliebt. Was die wenigsten wissen: Beim größten Teil der Tiere handelt es sich um Wildvögel, wie bei diesen Staren.
© iStock / dinozaver

Finken auf einem Vogelmarkt in Indonesien

Die Vogelmärkte Indonesiens sind bei vielen Touristen wegen ihres exotischen Flairs beliebt. Was aber die wenigsten wissen: Beim größten Teil der Tiere handelt es sich um Wildvögel.

Das Gesangsrepertoire eines Vogels wird direkt von der Umgebung geprägt, in der er aufwächst. Deswegen stellen Vogelbesitzer ihren Jungvögeln häufig auch Vorsänger an die Seite: Hört ein junger Vogel den Ruf des Vorsängers oft genug, baut er ihn in sein Repertoire ein.

Im Trend ist momentan der Ruf der „Grünen Jagdelster“ Cissa chinensis – mit direkten negativen Folgen: Der Bestand dieser Vogelart schrumpft. Indonesien steht wegen seiner einzigartigen Vogelwelt schon lange weit oben auf der Liste des internationalen Vogelschutzes. 1719 Arten leben hier – 17 Prozent aller Vogelarten weltweit. 454 Arten sind endemisch, manche kommen nur auf bestimmten Inseln vor, etwa Java-Adler, Bali-Stare oder der bezaubernde Paradiesvogel, der nur auf Papua zu finden ist.

Neue Vorliebe für Singvögel

Die Vorliebe für Singvögel hat sich in Indonesien erst in den vergangenen 30 bis 40 Jahren entwickelt. Zuvor wurden dort vornehmlich Tauben gehalten. Bis zum Jahr 2000 waren Kanarienvögel und chinesische Vogelarten in Mode. Wegen der Vogelgrippe wurden die Importe damals aber verboten, und das Interesse verlagerte sich auf einheimische Singvögel wie etwa die Damadrossel (Zoothera citrina) oder die Schamadrossel (Copsychus malabaricus). „Hört man auf Java heute einen Vogel zwitschern, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er im Käfig sitzt“, sagt Roland Wirth, Mitgründer der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz ZGAP, die sich für bedrohte, aber wenig bekannte Tierarten einsetzt und auch in Indonesien aktiv ist.

„Hört man auf Java heute einen Vogel zwitschern, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er im Käfig sitzt“ (Roland Wirth)

Um die hohe Nachfrage auf den javanischen Vogelmärkten zu befriedigen, werden die Vögel selbst auf den weit abgelegenen Inseln Indonesiens gefangen. Dabei gilt: Je seltener eine Vogelart, desto höher der Wert, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass auch das letzte Exemplar gefangen wird. Vogelfang wird von vielen als Hobby oder Nebenjob praktiziert. Und dank der modernen Technik ist das auch ein leichtes Unterfangen. Statt wie früher zunächst einen Lockvogel besorgen zu müssen, lässt sich der Gesang des Wunschvogels mit dem Handy direkt von der Website Xenocanto herunterladen. Die neugierigen Artgenossen fliegen herbei und flattern direkt ins Netz. „Die Betreiber haben bereits reagiert und den Gesang einiger bedrohter Vögel wegen der Vogelfänger herausgenommen“, erläutert Wirth.

Palmöl und Vogelfreunde setzen der Artenvielfalt zu

Dabei ist Vogelfang in Indonesien verboten. Alle einheimischen Vogelarten stehen unter Schutz, und ohne Genehmigung darf niemand Vögel fangen, transportieren oder verkaufen. So weit die Theorie. In der Praxis werden selbst stark bedrohte Arten wie der Bali-Star, von dem noch etwa 100 frei leben, offen zum Verkauf angeboten. „Keiner muss Angst vor Verfolgung haben, da niemand die Gesetze umsetzt. Dahinter stecken Korruption, Gleichgültigkeit, Motivationsmangel. Wenn die Behörden wollten, könnten sie dem illegalen Handel ein Ende bereiten“, erklärt Shepherd.

Palmölplantage in Indonesien
© Achmad Rabin Taim / CC-by-2.0
CC BY

Palmölplantage in Indonesien

Die Zerstörung des Lebensraums durch Palmölplantagen spielt in Indonesien die größte Rolle für das Artensterben – dicht gefolgt von den Vogelfreunden, die geschützte Tiere fangen und mit ihnen handeln.

Auch wenn die Zerstörung des Lebensraums – der Tieflandregenwald Indonesiens musste zu weiten Teilen Palmölplantagen weichen – die größte Rolle im Artensterben spielt, beschleunigt die enorme Nachfrage der Vogelfans es zusätzlich. Die Situation hat sich derart zugespitzt, dass Ende September erstmalig ein Songbird-Crisis-Kongress in Singapur abgehalten wurde. Ornithologen und Artenschutzorganisationen wie Traffic haben die 2014 neu gewählte Regierung Indonesiens nun dringend zum Handeln aufgefordert.

„Wenn die Behörden wollten, könnten sie dem illegalen Handel ein Ende bereiten“ (Chris Shepherd)

Wie das Vogelparadies zu retten ist, ist dennoch weitgehend unklar. Einen ungewöhnlichen und umstrittenen Ansatz verficht Paul Jepson von der University of Oxford, der sechs Jahre für BirdLife International in Indonesien gearbeitet hat. „Wir können die Vögel nicht retten, ohne die Kultur der Indonesier zu berücksichtigen“, betont Jepson. „In Europa halten Millionen Menschen Katzen. Die fressen Vögel. Wenn die Regierung nun ein Gesetz erlassen würde, die das Katzenhalten verbietet, um die Vögel zu schützen – wie erfolgreich wäre das wohl?“

Bei diesen Papageien auf einem indonesischen Vogelmarkt handelt es sich um geschützte Arten, ihr Verkauf ist verboten. Aber nur in der Theorie: der Handel wird nicht geahndet.
© iStock / MikeLane45

Loris auf einem Vogelmarkt

Bei diesen Papageien auf einem indonesischen Vogelmarkt handelt es sich um geschützte Arten, ihr Verkauf ist verboten. Aber nur in der Theorie: Der Handel wird nicht geahndet.

Jepson befürwortet die kommerzielle Zucht und möchte gleichzeitig das Bewusstsein der Bevölkerung für Artenschutz wecken. Die Idee dahinter ist einfach: Werden ausreichend Vögel gezüchtet, müssen keiner mehr gefangen werden. „Es muss eine Verlagerung stattfinden: weg vom Wildvogel hin zum Zuchtvogel. Der muss qualitativ überzeugen und das Ansehen seines Besitzers steigern“, so Jepson. Shepherd sieht das anders: „Arten, die man züchtet, werden trotzdem noch gefangen. Denn Vogelfang ist billiger als Vogelzucht. Und wenn man ohnehin nicht bestraft wird – warum sollte man Vögel dann züchten?“ Solange der Handel in Indonesien nicht kontrolliert werde, so lange sei die kommerzielle Zucht keine Lösung.

Nachgezüchtete Vögel könnten die Nachfrage anheizen

Der kommerzielle Ansatz ist im Artenschutz generell umstritten. Denn was, wenn nachgezüchtete Tiere die Nachfrage noch anheizen? Egal, ob es sich um Nashörner, Elefanten oder Vögel handelt, immer steht eine Minderheit einem Heer Interessenten gegenüber. So ergeht es gerade dem Schildschnabel (Rhinoplax vigil), einem der größten Hornvögel Indonesiens. Die prachtvollen Tiere tragen ein massives Horn, das sie zur Revierverteidigung nutzen, indem sie Kopf voran gegen ihren Rivalen knallen. In China war das Horn schon immer begehrt, da es sich zum Schnitzen eignet. In den vergangenen zwei Jahren explodierte die Nachfrage aber, und tausende Vögel wurden geschossen.

Bedrohte Vögel wie dieser indonesische Schwarzflügelstar werden in aufwendigen Zuchtprogrammen – in diesem Fall eine Kooperation des Heidelberger Zoos mit dem Cikananga Conservation Breeding Center – gezüchtet und vermehrt, in der Hoffnung, sie eines Tages wieder auswildern zu können.
© Florian Richter, Chikananga Conservation Breeding Center

Schwarzflügelstar

Bedrohte Vögel wie dieser indonesische Schwarzflügelstar werden in aufwändigen Zuchtprogrammen – in diesem Fall eine Kooperation des Heidelberger Zoos mit dem Cikananga Conservation Breeding Center – gezüchtet und vermehrt, in der Hoffnung, sie eines Tages wieder auswildern zu können.

Als letzter Ausweg bleibt somit die „Arche-Noah-Zucht“: Bedrohte Vögel werden in aufwändigen Zuchtprogrammen gezüchtet und vermehrt, in der Hoffnung, sie eines Tages wieder auswildern zu können. „Wir versuchen die Vögel über die Zeit zu retten“, sagt Wirth, der vor acht Jahren zum Beispiel die Zucht des seltenen Schwarzflügelstars mit Hilfe von Geldgebern wie der ZGAP und den Zoos von Chester und Heidelberg initiierte. Das Cikananga Conservation Breeding Center (CCBC) im Westen Javas hatte Erfolg, erlitt 2015 aber einen herben Rückschlag: 152 Stare wurden trotz Sicherheitsmaßnahmen von professionellen Wilderern gestohlen. „Das wirft die Zucht um Jahre zurück“, so Wirth.

Dennoch macht dieses Projekt ein wenig Hoffnung: 30 Vögel wurden am Rand des Halimun-Nationalparks bereits ausgewildert. Drei Paare haben sich fest angesiedelt und brüten nun schon im zweiten Jahr. „Am Rand des Nationalparks wird eine Goldmine betrieben. Wir haben das Wachpersonal mit eingebunden und das größte Dorf der Region.“ Die Dörfler sind stolz auf den hübschen, weißen Vogel – die Älteren erinnern sich, dass er in ihrer Kindheit allgegenwärtig war.

© Spektrum.de

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