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https://www.regenwald.org/aktion/1018/indonesien-brandstifter-firmen-fuer-immer-schliessen
„1.000 Hektar Torfregenwald wurden hier verbrannt“, so Umwelt-Aktivist Feri Irawan im TV-Interview. „Doch noch können wir den größten Teil des Waldes retten.“
„Unsere Wälder brennen wie nie zuvor, unsere Kinder sterben, Menschen und Tiere fliehen vor den Feuern, die Vögel fallen vom Himmel.“ Die Brandstifter, so Nordin von unserer Partnerorganisation Save our Borneo, sind vor allem Palmöl- und Holzkonzerne. „Die Regierung muss diese Firmen stilllegen.“ Bitte unterschreiben Sie seinen Appell.
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Palmöl in Schokoriegeln zerstört den Lebensraum der Orang-Utan.
Jede Minute wird eine Fläche von 35 Fußballfeldern tropischer Regenwälder vernichtet, und einer der größten Verursacher ist die Palmölindustrie. Eingesetzt wird Palmöl unter anderem für Schokoriegel. Nestlé behauptet, nur nachhaltiges Palmöl zu verwenden. Doch die Zertifizierung ist nachgewiesenermaßen ein Etikettenschwindel. Fordern Sie Nestlé auf, vollständig auf Palmöl zu verzichten.
https://www.regenwald.org/aktion/557/nestle-soll-ganz-auf-palmoel-verzichten
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Ein makabres Bild: der Jäger posiert neben seiner Beute ( © The Telegraph )
Ein deutscher Jäger hat in Afrika einen besonders stattlichen Elefanten erschossen. Touristen erlegen jedes Jahr Tausende gefährdeter Tiere. Die EU und die USA erlauben die Einfuhr von Trophäen wie Felle und Zähne. Bitte fordern Sie von Kommissionspräsident Juncker und Präsident Obama, das zu stoppen, damit diese Jagd ein Ende hat.
https://www.regenwald.org/aktion/1011/bitte-unterschreibt-elefantenjagd-stoppen
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ICH BIN LUISE
http://www.spektrum.de/news/was-steckt-hinter-dem-kochenden-amazonasfluss/1400062
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Die Kraft der Sonne reicht aber nicht aus, um das Gewässer so stark aufzuheizen. Geochemische Analysen durch Ruzo belegen zudem, dass das Wasser im Fluss aus Regenfällen stammt und kein kristallines Wasser aus dem Erdmantel oder tieferen Lagen der Erdkruste enthält. Wo die Niederschläge niedergingen, ist allerdings noch unklar; womöglich sogar in den hunderte Kilometer entfernten Anden. Danach versickerten sie in der Tiefe, wo sie geothermisch aufgeheizt wurden, bevor sie im Tiefland wieder zu Tage treten. Sollte sich dies bestätigen, so existiert hier ein gigantisches hydrologisches System, das auch unterirdisch die Anden mit dem Amazonasbecken verbindet. Unwahrscheinlich ist das nicht: So besitzt der Amazonas womöglich einen unterirdischen Zwilling, der mehr Wasser als der Rhein führt und in 4000 Meter Tiefe durch das Sediment sickert. Trotz seiner extremen Bedingungen beherbergt der Shanay-timpishka zudem einzigartiges Leben, wie Ruzo ebenfalls entdeckt hat: einige Archeenarten, die zu den so genannten Extremophilen zählen und bislang nur hier nachgewiesen wurden.
Dabei hatte der Wissenschaftler selbst lange an der Existenz des Flusses gezweifelt, der von indigenen Schamanen regelmäßig für Zeremonien aufgesucht wird. Er erfuhr erstmals davon, als sein Großvater ihm von den Konquistadoren erzählte, die nach Amazonien zogen, um Gold zu finden. Nur wenige der spanischen Eroberer kehrten zurück und berichteten von Hunger, Krankheit, Menschen fressenden Schlangen – und einem kochenden Fluss. Als Ruzo Jahre später als Doktorand eine geothermische Karte von Peru zusammenstellte, fand er jedoch nichts über heiße Quellen im peruanischen Amazonasbecken, die dem Gewässer entsprechen könnten, und viele Kollegen hielten die Idee ohnehin für abwegig. Allerdings hatte eine seiner Tanten 2011 den Fluss besucht – der tatsächlich bereits touristisch in geringem Umfang genutzt wurde, während ihn die Wissenschaft bislang ignoriert hat: Bis auf einige wenige Veröffentlichungen in „Petroleum“-Journals aus den 1930er Jahren fand Ruzo nichts.
Dabei drängt die Zeit, denn der kochende Fluss befindet sich in einer Region, in der verstärkt Regenwald gerodet wird – sein Einzugsgebiet könnte also bald gefährdet sein und damit womöglich auch sein Zufluss. Und Ruzo möchte verhindern, dass der Shanay-timpishka selbst als Energiequelle genutzt wird. Er drängt deshalb darauf, dass die peruanische Regierung den kochenden Fluss als „nationales Denkmal“ schützt.
© Spektrum.de
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ICH BIN LUISE
http://www.spektrum.de/news/vogelfaenger-gefaehrden-artenvielfalt-in-indonesien/1396698
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Die Menschen in Indonesien sind begeisterte Vogelfans, das Halten von Vögeln ist Teil ihrer Kultur. In den großen Städten Balis und Javas – Jakarta allein hat elf Millionen Einwohner – besitzt ein Drittel aller Haushalte einen oder mehrere Vögel. Besonders begehrt sind die guten Sänger, mit denen ihre Besitzer an Gesangswettbewerben teilnehmen, die in Indonesien äußerst beliebt sind. Dort tirilieren mehrere Vögel um die Wette, während Richter die Kraft und den Variationsreichtum des Gesangs beurteilen. Lukrativ ist es obendrein: Je nach Wettbewerb locken Preisgelder zwischen 100 und mehreren tausend Euro – hohe Geldsummen, bedenkt man das Durchschnittseinkommen von rund 300 US-Dollar pro Monat.
Finken auf einem Vogelmarkt in Indonesien
Das Gesangsrepertoire eines Vogels wird direkt von der Umgebung geprägt, in der er aufwächst. Deswegen stellen Vogelbesitzer ihren Jungvögeln häufig auch Vorsänger an die Seite: Hört ein junger Vogel den Ruf des Vorsängers oft genug, baut er ihn in sein Repertoire ein.
Die Vorliebe für Singvögel hat sich in Indonesien erst in den vergangenen 30 bis 40 Jahren entwickelt. Zuvor wurden dort vornehmlich Tauben gehalten. Bis zum Jahr 2000 waren Kanarienvögel und chinesische Vogelarten in Mode. Wegen der Vogelgrippe wurden die Importe damals aber verboten, und das Interesse verlagerte sich auf einheimische Singvögel wie etwa die Damadrossel (Zoothera citrina) oder die Schamadrossel (Copsychus malabaricus). „Hört man auf Java heute einen Vogel zwitschern, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er im Käfig sitzt“, sagt Roland Wirth, Mitgründer der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz ZGAP, die sich für bedrohte, aber wenig bekannte Tierarten einsetzt und auch in Indonesien aktiv ist.
Um die hohe Nachfrage auf den javanischen Vogelmärkten zu befriedigen, werden die Vögel selbst auf den weit abgelegenen Inseln Indonesiens gefangen. Dabei gilt: Je seltener eine Vogelart, desto höher der Wert, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass auch das letzte Exemplar gefangen wird. Vogelfang wird von vielen als Hobby oder Nebenjob praktiziert. Und dank der modernen Technik ist das auch ein leichtes Unterfangen. Statt wie früher zunächst einen Lockvogel besorgen zu müssen, lässt sich der Gesang des Wunschvogels mit dem Handy direkt von der Website Xenocanto herunterladen. Die neugierigen Artgenossen fliegen herbei und flattern direkt ins Netz. „Die Betreiber haben bereits reagiert und den Gesang einiger bedrohter Vögel wegen der Vogelfänger herausgenommen“, erläutert Wirth.
Dabei ist Vogelfang in Indonesien verboten. Alle einheimischen Vogelarten stehen unter Schutz, und ohne Genehmigung darf niemand Vögel fangen, transportieren oder verkaufen. So weit die Theorie. In der Praxis werden selbst stark bedrohte Arten wie der Bali-Star, von dem noch etwa 100 frei leben, offen zum Verkauf angeboten. „Keiner muss Angst vor Verfolgung haben, da niemand die Gesetze umsetzt. Dahinter stecken Korruption, Gleichgültigkeit, Motivationsmangel. Wenn die Behörden wollten, könnten sie dem illegalen Handel ein Ende bereiten“, erklärt Shepherd.
Palmölplantage in Indonesien
Auch wenn die Zerstörung des Lebensraums – der Tieflandregenwald Indonesiens musste zu weiten Teilen Palmölplantagen weichen – die größte Rolle im Artensterben spielt, beschleunigt die enorme Nachfrage der Vogelfans es zusätzlich. Die Situation hat sich derart zugespitzt, dass Ende September erstmalig ein Songbird-Crisis-Kongress in Singapur abgehalten wurde. Ornithologen und Artenschutzorganisationen wie Traffic haben die 2014 neu gewählte Regierung Indonesiens nun dringend zum Handeln aufgefordert.
Wie das Vogelparadies zu retten ist, ist dennoch weitgehend unklar. Einen ungewöhnlichen und umstrittenen Ansatz verficht Paul Jepson von der University of Oxford, der sechs Jahre für BirdLife International in Indonesien gearbeitet hat. „Wir können die Vögel nicht retten, ohne die Kultur der Indonesier zu berücksichtigen“, betont Jepson. „In Europa halten Millionen Menschen Katzen. Die fressen Vögel. Wenn die Regierung nun ein Gesetz erlassen würde, die das Katzenhalten verbietet, um die Vögel zu schützen – wie erfolgreich wäre das wohl?“
Loris auf einem Vogelmarkt
Jepson befürwortet die kommerzielle Zucht und möchte gleichzeitig das Bewusstsein der Bevölkerung für Artenschutz wecken. Die Idee dahinter ist einfach: Werden ausreichend Vögel gezüchtet, müssen keiner mehr gefangen werden. „Es muss eine Verlagerung stattfinden: weg vom Wildvogel hin zum Zuchtvogel. Der muss qualitativ überzeugen und das Ansehen seines Besitzers steigern“, so Jepson. Shepherd sieht das anders: „Arten, die man züchtet, werden trotzdem noch gefangen. Denn Vogelfang ist billiger als Vogelzucht. Und wenn man ohnehin nicht bestraft wird – warum sollte man Vögel dann züchten?“ Solange der Handel in Indonesien nicht kontrolliert werde, so lange sei die kommerzielle Zucht keine Lösung.
Der kommerzielle Ansatz ist im Artenschutz generell umstritten. Denn was, wenn nachgezüchtete Tiere die Nachfrage noch anheizen? Egal, ob es sich um Nashörner, Elefanten oder Vögel handelt, immer steht eine Minderheit einem Heer Interessenten gegenüber. So ergeht es gerade dem Schildschnabel (Rhinoplax vigil), einem der größten Hornvögel Indonesiens. Die prachtvollen Tiere tragen ein massives Horn, das sie zur Revierverteidigung nutzen, indem sie Kopf voran gegen ihren Rivalen knallen. In China war das Horn schon immer begehrt, da es sich zum Schnitzen eignet. In den vergangenen zwei Jahren explodierte die Nachfrage aber, und tausende Vögel wurden geschossen.
Schwarzflügelstar
Als letzter Ausweg bleibt somit die „Arche-Noah-Zucht“: Bedrohte Vögel werden in aufwändigen Zuchtprogrammen gezüchtet und vermehrt, in der Hoffnung, sie eines Tages wieder auswildern zu können. „Wir versuchen die Vögel über die Zeit zu retten“, sagt Wirth, der vor acht Jahren zum Beispiel die Zucht des seltenen Schwarzflügelstars mit Hilfe von Geldgebern wie der ZGAP und den Zoos von Chester und Heidelberg initiierte. Das Cikananga Conservation Breeding Center (CCBC) im Westen Javas hatte Erfolg, erlitt 2015 aber einen herben Rückschlag: 152 Stare wurden trotz Sicherheitsmaßnahmen von professionellen Wilderern gestohlen. „Das wirft die Zucht um Jahre zurück“, so Wirth.
Dennoch macht dieses Projekt ein wenig Hoffnung: 30 Vögel wurden am Rand des Halimun-Nationalparks bereits ausgewildert. Drei Paare haben sich fest angesiedelt und brüten nun schon im zweiten Jahr. „Am Rand des Nationalparks wird eine Goldmine betrieben. Wir haben das Wachpersonal mit eingebunden und das größte Dorf der Region.“ Die Dörfler sind stolz auf den hübschen, weißen Vogel – die Älteren erinnern sich, dass er in ihrer Kindheit allgegenwärtig war.
© Spektrum.de