Archiv für den Monat August 2019

Denkmuster: Denkfallen erkennen und ändern

Denkmuster: Denkfallen erkennen und ändern

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel

Neues zum #Sicherheitstheater, Polizeigesetz NRW, Medienkompetenz, … DIGITALCOURAGE

Liebe Newsletter-Abonnent.innen,

letzte Woche haben wir unsere neue Kampagne enthüllt:
Schluss mit dem Sicherheitstheater! Unfassbar viele Menschen haben geholfen, eines der hartnäckigsten Märchen unserer Zeit zu entlarven: unhinterfragte, pauschale Überwachung würde „aus Sicherheitsgründen“ stattfinden. Eine Woche lang haben wir bereits alles, was wir tun, fordern oder planen mit „Sicherheit“ begründet und viele Leute haben mitgemacht:
Sie haben #AusSicherheitsgründen gefrühstückt, E-Mails verschlüsselt oder den Urlaub genossen. Das alles hat mehr mit Sicherheit zu tun als Staatstrojaner, Vorratsdatenspeicherungen und Überwachungskameras zusammen. Doch zum Sicherheitstheater ist noch nicht alles gesagt: Das Mitmachspiel macht Spaß, aber das Thema ist ernst …

 

Mit besten Grüßen aus Bielefeld
Kerstin Demuth, Friedemann Ebelt, Jessica Wawrzyniak und das ganze Digitalcourage-Team

 

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Inhalt:
1. So könnt ihr auf Sicherheitstheater reagieren
2. Big Brother Awards in der Schweiz
3. #unteilbar in Dresden: unsere Grundrechte-Rede
4. Selbstverteidigung für Eilige
5. Polizeigesetz NRW: Eine Zwischenbilanz, viele Fragen
6. Medienkompetenz: Infos für Schulen und Eltern
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1. So könnt ihr auf Sicherheitstheater reagieren

„Was tut, fordert oder plant ihr #ausSicherheitsgründen?“ Das haben wir letzte Woche gefragt. Uns haben viele E-Mails erreicht und im Fediverse und auf Twitter haben Menschen fleißig mitgespielt. Hier ist eine Auswahl der schönsten Sicherheitsbegründungen, die Menschen in der vergangenen Woche geteilt haben:
https://digitalcourage.de/blog/2019/mitmach-aktion-das-empfehlt-ihr-aussicherheitsgruenden
Uns macht das so viel Spaß, dass wir gar nicht damit aufhören können. Euch auch? Wir freuen uns weiterhin über E-Mails, Tweets und Tröts #ausSicherheitsgründen!

Das eigentliche Problem ist ernst: Viel zu oft wird Überwachungspolitik als Sicherheitsmaßnahme verklärt. In einem Artikel zeigen wir, warum die Gleichsetzung von Sicherheit mit Überwachung und Repression uns in Gefahr bringt:
https://digitalcourage.de/sicherheitstheater/gleichsetzung-von-sicherheit-und-ueberwachung-ist-gefaehrlich

Durch Sicherheitstheater werden Grundrechte abgebaut, die zu unserem Schutz geschaffen wurden. Außerdem werden mögliche Gesetze und Maßnahmen, die Grundrechte achten und buchstäblich Menschenleben retten könnten, aufgrund von #Sicherheitstheater gar nicht erst debattiert:
https://digitalcourage.de/sicherheitstheater/echte-sicherheit

 

Ihr habt das #Sicherheitstheater längst durchschaut?
Auf unserer Übersichtsseite zur Kampagne haben wir Vorschläge,
wie ihr dagegen aktiv werden könnt:
https://digitalcourage.de/sicherheitstheater

 

2. Big Brother Awards in der Schweiz

„Nicht, weil ich meine Redezeit schon überschritten habe, sondern aus Sicherheitsgründen verlasse ich das Rednerpult und übergebe an die Laudatoren der Big Brother Awards“, beendete padeluun die Keynote der festlichen Veranstaltung. Ab dann wurden bei den Schweizerischen Big Brother Awards, die zum ersten mal nach zehn Jahren Pause in der ETH Zürich übergeben wurden, auch alles mit „Sicherheit“ begründet – Zum Vergnügen des Publikums. Vergeben wurden drei Preise: Die Gewinner.innen sind das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Zürich, das Bundesamt für Gesundheit und die PostFinance AG.

Hier die Begründungen nachlesen:
https://bigbrotherawards.ch/die-preistraegerinnen-der-big-brother-awards-2019/

3. #unteilbar in Dresden: unsere Grundrechte-Rede

Der Moment, in dem 35.000 Menschen gleichzeitig zwei Brücken über die Elbe füllten, war historisch! So eine große, laute und vielfältige Demo hat die sächsische Landeshauptstadt lange nicht gesehen. Nur eine Woche vor der Landtagswahl gingen am Samstag hunderte Organisationen und tausende Menschen „für eine freie und offene Gesellschaft“ auf die Straße. Für Digitalcourage hat Friedemann Ebelt auf der Abschlusskundgebung gesprochen: „Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass Hass und Hetze verbreitet werden dürfen und unser Computer-Grundrecht ist nicht dafür da, um ignoriert zu werden.“

Blogartikel mit komplettem Text der Rede:
https://digitalcourage.de/blog/2019/rede-unteilbar-dresden-grundrechte
Video vom Bühnenprogramm (Rede von Friedemann bei ca. 2h 53 Min.):
https://invidious.nixnet.xyz/watch?v=QcP7xZ6jcZc Was ist invidious? Das erklären wir hier unter 6.: „Weg von YouTube, trotzdem alle Videos sehen“:
https://digitalcourage.de/blog/2019/selbstverteidigung-fuer-eilige

4. Selbstverteidigung für Eilige

Solange uns Gesetze nicht ausreichend vor kommerzieller Überwachung schützen, müssen wir das selbst in die Hand nehmen. Dafür gibt es unsere Rubrik Digitale Selbstverteidigung. Wir wissen, es ist manchmal mühselig, sich umfassend zu informieren und die eigene Technik privatsphärefreundlich umzustellen – vor allem, wenn man wenig Zeit hat. Deshalb haben wir diesen Artikel geschrieben:
https://digitalcourage.de/blog/2019/selbstverteidigung-fuer-eilige

Darin erklären wir kurz und knapp sechs Maßnahmen, die jeweils in weniger als 5 Minuten umsetzbar sind, um die Privatsphäre am Laptop und auf dem Smartphone vor Datenkraken zu schützen.

5. Polizeigesetz NRW: Eine Zwischenbilanz, viele Fragen

Im Oktober wollen wir unsere Verfassungsbeschwerde gegen das neue Polizeigesetz in NRW einreichen. Die Verschärfung ist seit Ende Dezember 2018 in Kraft.

Wir wollen mehr darüber wissen, wie die Polizei ihre neuen Befugnisse nutzt. Deshalb haben wir eine Anfrage an das NRW-Innenministerium gestellt: Setzt die NRW-Polizei schon Staatstrojaner ein? Inzwischen hat das Innenministerium geantwortet: Bisher gab es offenbar keinen Staatstrojaner-Einsatz durch die Polizei NRW.
https://fragdenstaat.de/anfrage/uberwachungsmanahmen-nach-20c-polg-nrw/

In einem Blogartikel ziehen wir Bilanz, wie die Verschärfung des Polizeigesetzes bisher angewendet wird. Keine Überraschung: Es traf nicht vornehmlich Terroristen, sondern Umweltschützerinnen und Umweltschützer. Hier mehr lesen:
https://digitalcourage.de/blog/2019/halbes-jahr-polg-nrw-anwendung

 

 

6. Medienkompetenz: Infos für Schulen und Eltern

Neue Grundlagen und ein aktuelles Interview für alle, die wissen, wie wichtig Medienkompetenz ist, gibt es in unserer Rubrik „Pädagogik“.

Für Schulen: Der „DigitalPakt“ ist im Bildungssektor in aller Munde. Der Bund stellt Gelder zur Verfügung, um Schulen technisch besser auszustatten und mehr Administrator.innen einzustellen. Im Schnitt 500 Euro pro Schüler.in. Doch bessere Technik schafft noch längst keine medienkompetenten Kinder. In unserem Artikel „Vermittlung von Medienkompetenz an Schulen“ klären wir über diesen Trugschluss auf, erklären wieso Schulen sich mit dem Thema schwer tun und stellen Tipps zur Verfügung, wie die Medienkompetenz an Schulen gefördert werden kann:
https://digitalcourage.de/paedagogik/vermittlung-von-medienkompetenz-schulen

Für Eltern: In einem Interview mit Eltern-Bloggerin Leonie, erklärt unsere Medienpädagogin Jessica Wawrzyniak, wie Eltern die Mediennutzung ihrer Kinder begleiten sollten. Es geht darum, wie wichtig frühzeitige Aufklärung über Datenschutz ist, aber auch um verschiedene andere Sorgen, die Eltern sich machen, wenn ihre Kinder im Netz surfen.
https://digitalcourage.de/blog/2019/jessica-wawrzyniak-im-interview-mit-eltern-bloggerin-leonie

 

Über diese und weitere Themen informieren wir in unserem Newsletter.
Wem das gefällt, kann gern Freundinnen und Freunde den Link zur Anmeldung schicken:
https://digitalcourage.de/newsletter

Digitalcourage e.V.

Marktstraße 18
33602 Bielefeld
Deutschland

Tel: +49 521 1639 1639
Fax: +49 521 61172
mail@digitalcourage.de

Glücksmarie — Ralf-Uwe Beck | Mehr Demokratie e.V.

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oft nervt es mich: Der Zug, in dem ich sitze, ist zu spät, dazu noch proppenvoll. Manchmal aber kommt genau das gerade recht.

Zum Beispiel wenn Marie Jünemann, ich nenne sie unsere Glücksmarie, von ihrer letzten Sammelaktion erzählt. In Berlin wollen unsere Aktiven 20.000 Unterschriften für ein modernes Transparenzgesetz sammeln. Also die reden nicht nur über Tranzsparenz, die kümmern sich auch drum.

Aber 20.000 Unterschriften, das ist kein Pappenstiel. Ich habe schon viele Unterschriften gesammelt. Ein Nein akzeptieren, immer wieder auf die Menschen zugehen, sich über ein Ja freuen und weitermachen… Die Gespräche beim Sammeln sind wertvoll, aber man braucht schon auch ein dickes Fell.

Unsere Marie ist clever. Sie stellt ein Team zusammen und fährt mit dem Sonderzug von Berlin nach Dresden. Dort gibt es eine Demonstration für eine offene und freie Gesellschaft – mit 35.000 Menschen. Der Zug war voll. Voll mit Berlinerinnen und Berlinern, die das Volksbegehren unterschreiben dürfen. Voll mit Menschen, die sich Zeit nehmen, um politisch aktiv zu werden. Gute Voraussetzungen, dachten sich die Berliner Aktiven.

Und tatsächlich: „Das Sammeln ging leicht von der Hand“, strahlt Marie. „Wenn die Menschen Zeit haben und zuhören, läuft unsere Volksinitiative wie geschmiert.“ Danke Marie!

Herzlich grüßt Sie

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Ralf-Uwe Beck
Bundesvorstandssprecher
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Impressum

Mehr Demokratie e.V.
Greifswalder Str. 4 | 10405 Berlin
E-Mail: info@mehr-demokratie.de
Telefon: (030) 4208 2370

Geschäftsführender Bundesvorstand:
Roman Huber

Eintragung im Vereinsregister
Registergericht: Amtsgericht Bonn
Register-Nummer: 5707

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     Aktuelles
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Schluss mit der Geheimniskrämerei!
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Insgesamt 40 Organisationen unterstützen das Bündnis für ein Berliner Transparenzgesetz. Gemeinsam haben sie ein Volksbegehren gestartet. So wollen sie Licht ins Dunkel der Berliner Verwaltung bringen.
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Wir wollen den bundesweiten Volksentscheid, aber die AfD-Vorschläge lehnen wir ab
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Die AfD hat im Bundestag einen Gesetzentwurf zur Einführung der direkten Demokratie vorgelegt. Doch ihr zu folgen, hätte fatale Auswirkungen für unsere Demokratie, würde Menschen- und Minderheitenrechte in Frage stellen und das Parlament unterlaufen.
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Volkseinwand in Sachsen
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Mehr Demokratie begrüßt den Vorstoß des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, zum Ausbau der direkten Demokratie in Sachsen. Kretschmer plädiert für die Einführung eines sogenannten Volkseinwandes. Dieses Vetorecht wäre das schärfste Kontrollrecht in der Hand der Bürgerinnen und Bürger.
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A August 30, 2019 Message from Grandma Chandra

Ascension

Hello Soul Family!

The frequencies continue to ramp up as we get closer to the September Full Moon (September 14th).  Weather patterns are shifting and Gaia is releasing old energies from her inner core to prepare to ascend to a higher level.  We are all feeling the effects.  You may need to sleep more and drink more water as our bodies will be expelling what no longer serves us.  Get out in nature as often as you can as this will help to integrate the higher frequencies.  Mother earth is preparing for big changes. 
I love you All,
Grandma
 
Your continued commitment to work with me is
deeply appreciated.
chandrawhalecoding
Hugs and Love to all of you,
 
 Gma and Cat 
                                                                                                                  

High Noon in Chieming – Blaulicht-Einsatz am Bauernhof! — respekTiere

http://www.respekTiere.at

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High Noon in Chieming – Blaulicht-Einsatz am Bauernhof!
 

Chieming ist ein malerischer Ort. Einer jener, der ohne Schminke in jedes x-beliebige Fremdenverkehrsmagazin passt; liegt das Dorf, wie der Name bereits verrät, doch direkt am Chiemsee, dem bayerischen Meer, dessen himmelblaue Wogen sanft an seinen Rändern knabbern. Es ist einer der wenigen Plätze, wo sich meist mehr TouristInnen tummeln als EinwohnerInnen. Volkskultur wird hier noch hochgehalten, und erkundet man das Gemeindegebiet, dominieren die ‚Staats’farben blau und weiß. Die berühmt-berüchtigte ‚Mia san mia‘-Mentalität elektrisiert die Luft, man ist stolz auf sein Erbe, seine Geschichte, auf die Vergangenheit und die Gegenwart. Auch die Zukunft lässt nur Gutes erhoffen. Viel hat man geleistet, gar keine Frage. Bayern steht immer noch mit beiden Beinen im Leben, manche meinen sogar fester als je zuvor! Die zwei wichtigsten Nebensachen der Welt – ja, noch weit vor der wohl überall anders zu allererst genannten – gelangen im Freistaat zu wahrer Blüte – Fußball und Auto, die modernen Götter, die man nur zu gerne anbetet. Bayern München und BMW, was braucht die bayerische Seele sonst noch? Ach ja, und Kühe auf saftigen Wiesen, auch das ist ein Merkmal des flächenmäßig größten Bundeslandes Deutschlands, ein solches, welches dem Rest der Nation auf die Frage ‚was fällt Ihnen zu Bayern ein‘ unweigerlich durch den Kopf geistert. Ja, die Welt ist hier noch in Ordnung, und, genau wie in der Österreich-Werbung, die landwirtschaftliche Tierhaltung sowieso. Zumindest in der Theorie. Zumindest in den Köpfen der LandwirtInnen und deren VertreterInnen auf politischer Ebene.
Foto: Blind, ein Ohr abgebissen, ein bisschen Stroh auf zentimeterdicker Kot- und Urinunterlage – hier muss man eingreifen und darf nicht wegsehen!!!
 

Betrachten wir die Angelegenheit einmal differenzierter. Fakt ist, in Deutschland werden in etwa 13 Millionen Rinder gehalten, mehr als ein Drittel davon sind sogenannte ‚Milchkühe‘.
Von diesen wiederum leben nach wie vor fast 30 % in ständiger Anbindehaltung. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, von der Halskette bis zum Metallrahmen, von den Nackenrohren bis hin zur Anbindung an ein Halfter oder an den Hörner ist alles möglich. Der Lebensraum der Tiere wird wie selbstverständlich auf ein absolutes Minimum eingeschränkt, oft sind es nicht einmal 2 Quadratmeter (womit auf die Größe umgerechnet das Platzangebot für eine Kuh an derartigen Bauernhöfen geringer ist als für ein Huhn in herkömmlicher Batteriehaltung!!!).  Ein Sozialverhalten irgendeiner Form ist nun nicht mehr möglich, auch keine Körperpflege, ja nicht einmal einer natürlichen Bewegung des Kopfes können die armen Tiere nachkommen. Juckt es, werden sie von einem Insekt gestochen oder von Fliegen umlagert, können sie sich weder schlecken noch anderswertige Maßnahmen ergreifen, um den Reiz entgegenzuwirken. Ein ganzes Leben lang wird sich dieser nicht in Worte zu fassende Missstand nicht ändern. Manchmal bleibt ihnen zudem nur der Blick auf die kahle Stallwand vor ihnen, tagein, tagaus, jahrein, jahraus. Es ist eigentlich unfassbar. Unerträglich, eine Situation, die jetzt im 3. Jahrtausend, so ganz und gar keinen Halt mehr finden dürfte. Die schmerzt. Bis tief in die Seele. Und die so gar nicht mit dem bayerischen Nationalstolz kompatibel ist.
Fotos: Qualvolle Enge, Liegen auf Gitterrosten, Fußfesseln, Stricke, Ketten, Kot – wenn wir hier nicht von Tierquälerei sprechen, wo denn dann?
 

Zusätzlich, ein Problem besonders in älteren Ställen, sind dort oftmals vorherrschende schlechte Lichtverhältnisse bzw. ein schlechtes Stallklima als weitere Faktoren, welche ihr Leben zu einer einzigen, fortlaufenden Tortur werden lassen.
Zur rechtlichen Situation gibt es in Deutschland im Gegensatz zu Österreich nicht wirklich ein Gesetz, sondern nur eine Richtlinie – man mag es nicht glauben! Darin lesen wir, dass ‚eine artgerechte Bewegungsfreiheit eines Tieres nicht so eingeschränkt werden darf, dass dem Tier unnötige Leiden (was bitte sind ‚nötige Leiden‘???) oder Schäden zugefügt werden‘. Damit hat es sich dann aber auch schon; ach ja, ein Zusatz besagt, dass, wenn ein Tier ständig oder regelmäßig angebunden oder angekettet wird, muss es über einen Platz verfügen, der der ‚praktischen Erfahrung und wissenschaftlichen Erkenntnissen nach seinen physiologischen und ethologischen Bedürfnissen angemessen ist‘. Aber bitte, wie soll dieser dann aussehen, wie soll das überhaupt möglich sein? Wie hartherzig, wie abgestumpft, wie unmenschlich muss man sein, um ein Leben auf 2 qm überhaupt nur anzudenken, zu rechtfertigen??? Den Preis hierfür bezahlen wir alle – er macht sich als Verlust der Menschlichkeit bemerkbar.
Fotos: wie auf dem Exekutionsplatz (oben)… zur Kette auch noch den Nasenring (unten)!
 

In der deutschen Form der Tierschutznutztierhaltungsverordnung findet sich kein Wort zur Anbindehaltung. Nur so viel: ‚Tiere müssen verhaltensgerecht untergebracht werden und die Möglichkeit des Tieres zur artgerechten Bewegung darf nicht so eingeschränkt werden, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden‘. Die Frage ist: ‚Ist es für eine mehrere hundert Kilogramm schwere Kuh artgerecht, ihr Leben unter Ketten auf 2 Quadratmetern zu verbringen? Oft auf Gitterrost liegend, Schweif hochgebunden, mit Nasenring versehen? Wer nun mit ‚ja‘ antwortet, der/die hat verwirkt, als emphatisches Wesen betrachtet zu sein. Andererseits, ist die Antwort ein nein, dann müsste all dieser Wahnsinn SOFORT gestoppt werden. Würden diese gesetzlich verbürgten Zeilen tatsächlich schwarz auf weiß umgesetzt, dann wäre die Befreiung der Tiere aus dem Joch der landwirtschaftlichen Interessen (und jener der KundInnen nach einem möglichst niederen Preis der tierlichen ‚Produkte‘, auch das muss gesagt sein) nicht mehr aufzuhalten. Dann wäre ein neues Zeitalter in der Beziehung Mensch/Tier nur mehr einen Steinwurf entfernt.

Das Problem ist aber: soche schönen Worte mit allen Konsequenzen durchzusetzen, daran scheitert ‚Mensch‘ kläglich. Da ist es dann schon einfacher sich in puren Lügen zu winden. Eine Idylle im rosa Nebel zu erfinden, zu verstecken, zu kaschieren…
Nebenbei bemerkt, wussten Sie, dass Tierschutz in Deutschland ‚Staatsbestimmung‘ ist? Und dann sowas, eine echte Schande. Eine Augenauswischerei sondergleichen. Eine Bankrotterklärung, nicht nur den Tieren gegenüber, sondern auch der Menschlichkeit. Nicht mehr und nicht weniger.

Fotos: schmutzigste Boxen für Tierkinder, manche davon erst wenige Tage alt. Gänse werden ebenfalls in Kälberboxen gesperrt.
 

Da nützt es auch nichts, wenn der ‚Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft‘ in einem Gutachten von 2015 die Meinung vertritt, dass die Anbindehaltung aus Gründen des Tierschutzes ‚problematisch‘ ist…
Übrigens, die Bundestierärztekammer sowie die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz gaben im selben Jahr eine Stellungnahme zur Thematik ab, wo sie die Anbindehaltung als ‚nicht mehr zeitgemäß‘ einstuften und ihr Verbot eingeforderten. Ohne Erfolg.
Das Bundesland Hessen hat vor vier Jahren einen Antrag zu einem Verbot der Anbindehaltung von Rindern eingebracht, welchem leider keine Mehrheit beschienen war. Einige Monate später versuchte das selbe Bundesland dennoch einen weiteren Anlauf, mit einer Übergangsfrist von 12 Jahren sollte die Kettenhaltung abgeschafft werden. 2016 wurde der neuerliche Antrag tatsächlich von einer großen Mehrheit beschlossen.
Zwei Monate später allerdings teilte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft – dem, welche Diskrepanz, der Tierschutz unterstellt ist – als übergeordnete Behörde mit, ein Verbot sei abzulehnen und stattdessen sollte auf die Freiwilligkeit der Tierhalter zu mehr Tierschutzengagement‘ bedacht gelegt werden… Kein Witz.
Bis heute scheitert die Umsetzung am Widerstand der Bauernverbände.
Bayern kommt in der traurigen Angelegenheit eine besonders unrühmliche Stellung zu; weil es hier zwar weniger der großen Agrarfabriken, dafür aber umso mehr kleine und mittlere Betriebe gibt, wären mehr Bauern von Verbesserungsmaßnahmen betroffen als anderswo. Heißt, die Zahl der LandwirtInnen ist eine höhere, was ihre Vereinigung stärkt, und womit die Bauernschaft ähnlich wie bei uns in Österreich selbstredend auch über einen enormen politischen Einfluss verfügt. Und, unangefochten, beherrscht die ökonomische Überlegung alle Fortschrittsgedanken; denn je kleiner der Platz pro Kuh desto geringer sind die Kosten für den/die LandwirtIn. Während anderswo also ein allmähliches Umdenken stattfindet, neue Stallungen fast ausschließlich als Laufställe gebaut sind, werden im Freistaat nach Auskunft des bayerischen Landwirtschaftsministeriums noch immer 60 % (!!!) der Milchkühe in Anbindehaltung gehalten (im gesamten Bundesgebiet rund 25 %)! Überlegt man nun aber, dass gut die Hälfte aller Milchbetriebe in Bayern ansässig sind, erkennt man sehr schnell das Ausmaß der Tragödie (ein klein bisschen Bewegung allerdings ist seit kurzem in das Trauerspiel gekommen; wohl weil sich selbst die mächtigen Bauernverbände dem allgemeinen Trend hin zu mehr ‚Tierwohl‘ nicht auf alle Zeiten entziehen können, überlegt man im Freistaat die ‚herkömmliche Anbindehaltung weiterzuentwickeln‘. So legten 2018 Molkereien aus Bayern und Baden-Württemberg in einem Positionspapier den Ausstieg aus der ganzjährigen Anbindehaltung bis 2030 nahe; dann sollen die Milchkühe zumindest an 90 Tagen ‚Freigang‘ bekommen; AN 90 Tagen, wohlgemerkt, nicht 90 Tage! Wie lange dieser Freigang zu sein hat, wird weiterhin der Landwirt selbst bestimmen. Übrigens, und wenn er über keine Wiesen verfügt oder andere ’nachvollziehbare Gründe‘ ins Felde führt, dann genügen hierfür auch Buchten…   Kennen Sie den Ausspruch: ‚Man kann gar nicht so viel essen wie man kotzen möchten‘. Irgendwie passt der zu gegebener Situation.
Foto: selbst an der Mauer entlang noch angekettet…
 

Chieming ist ein beschaulicher Ort. Trotz des Trubels von Ruhe und Ordnung beherrscht. Da passt das Dutzend TierschützerInnen so gar nicht ins Bild, welche soeben Aufstellung vor einem Bauernhof im Ortszentrum genommen hat. AktivistInnen von RespekTiere, unterstützt vom Tierschutzring Traunstein (www.tierschutz-ring-traunstein.de); die zwei Vereine machen auf die Zustänmde hinter den Mauern aufmerksam. Fürchterliche Bilder nämlich sind von dort aufgetaucht, Bilder, welche diese drastische Maßnahme erforderten. Kühe derart gekettet, dass sie sich kaum bewegen können. Ganz viele davon mit Fußfesseln zusätzlich belastet. Manche mit Nasenring, wohl bemerkt, nicht nur Stiere, auch Kühe. Manche in Buchten, so überfüllt, dass ein gleichzeitiges Hinlegen unmöglich scheint. Kaninchen in von den Elementen zerfressenen Gefängnissen, auf zentimeterdickem Kot, einfach mit ein bisschen Heu überstreut. Meist einzeln gehalten, andere wiederum zu viert, fünft in ebenso kleinen Boxen. Truthähne in halb-Quadratmeter-Verschlag, Gänse genau wie Kälber in winzigen Holzkerkern, die Rinderbabys erst wenige Tage alt. Ein toter Vogel zur Abschreckung für wen auch immer (später erfahren wir, für den Fuchs…) hängt im Hof, ein weiterer verfault in einem Käfig. Die bayerische Bauernhofidylle versteckt sich im Nebel. Es ist der Nebel der Tierqual.

alles lesen …

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Spätsommer-Leckereien 🌻

Eis, Kuchen & Beeren satt
Spätsommer-Leckereien

Hej!

Der Spätsommer hält alle erdenklichen Obst- und Gemüseleckereien parat und es herrscht quasi die Qual der Wahl! Aber es könnte schlimmer sein, oder? 😅🍎🍇

Aromatische und zuckersüße Zwetschgen, Äpfel *, Heidelbeeren *, Aprikosen und Weintrauben * lassen sich wunderbar in herrlichste Desserts, Kuchen oder Eis verbasteln. Natürlich – wie immer bei uns – mit so wenig extra Süße wie möglich. Aber gerade jetzt, wenn die Früchte reif und am süßesten sind, braucht es für uns auch kaum Zuckerzusatz. Meistens sogar gar keinen, aber das ist natürlich, wie immer, Geschmackssache.

Gerade bei Eis kann man natürlich nicht ganz darauf verzichten, denn durch das Gefrieren schmeckt alles ein bisschen weniger süß. Trotzdem machen die Heidelbeeren in unserem cremigen Semifreddo * so einiges wett! Das Schöne an dieser schnieken Eiskreation ist, dass du das Ganze fix ohne Eismaschine oder umständliches Rühren zubereiten kannst. Alles, was du brauchst, ist eine Kuchenkastenform und los geht’s!

Und was gibt’s sonst so neues?

Diese Woche können wir dir eeendlich den lange angekündigten Beitrag über unsere neue, heiß geliebte Küche präsentieren *. 🎉 Mehr sagen wir jetzt hier auch nicht dazu. Hüpf’ gleich mal aufs Blog und lies’ und schau’ (ja, ein Video gibt es auch!) selbst. Wir sind schon sehr auf dein Feedback gespannt.

So, das war es auch schon für heute!

Wir wünschen dir ein großartiges Spätsommer-Wochenende 🌻

ZUM VEGANEN HEIDELBEER-SEMIFREDDO *

xoxo

Noch mehr leckere Spätsommer-Desserts

Vegane Marillenknödel
Dieses Rezept ist jetzt auch der Startschuss für eine neue Serie bei uns. In unserer Reihe Wie bei Oma werden wir uns so richtig austoben und all unsere Lieblingsgerichte und Klassiker aus der Kindheit zelebrieren. Und vielleicht – ach was, bestimmt – ist auch das ein oder andere deiner Lieblings-Nostalgie-Rezepte mit Schmachtfaktor dabei! Tipp: Die Knödel funktionieren natürlich auch prima mit Zwetschgen!

Veganer Zucchini-Schokokuchen
Unser Zucchini-Schokokuchen ist in kürzester Zeit zu einem der beliebtesten Rezepte auf dem Blog geworden! Aber das können wir auch verstehen: Der saftige Kastenkuchen ist superschnell gemacht und ein echter Schokoladentraum. Keine Angst, Zucchini ist ungewürzt sehr neutral und deshalb schmeckt man sie später im Kuchen nicht heraus! Und kann man Leuten überhaupt trauen, wenn sie keine Schokolade mögen?

No-Bake-Heidelbeer-Kuchen *
Vor ein paar Wochen zur Mango-Saison haben wir einen leckeren No Bake Mango Cake „gebacken“, der bei unserer Family (und auch bei den Lesern) so gut ankam, dass wir ihn danach noch unzählige Male in verschiedenen Varianten zubereitet haben. Zum Beispiel jetzt mit leckeren Heidelbeeren! Die Menge der Mango kannst du im Rezept einfach 1-zu-1 mit den blauen Früchtchen ersetzen!

Veganer Pflaumenkuchen vom Blech
Welcher Kuchen passt besser zum Spätsommer als ein feiner Pflaumenkuchen? Na gut, es würden mir ehrlich gesagt schon noch einer bis drölf andere einfallen. Zum Beispiel ein schöner, saftiger Apfelkuchen! Aber c’mon, Pflaumenkuchen ist schon ein echter Liebling. Den mag jeder, oder?

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